Anzeige

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Gemeinsame Zuleitung für Licht und Steckdosen

Gegenstand der Frage eines Lesers sind gemeinsame Zuleitungen für Licht und Steckdosen in einer Wohnung. Gibt es normative Einschränkungen für eine gemeinsame Zuleitung?

(Foto: Photographee.eu/stock.adobe.com)

Frage: Ist es zulässig, in einer Wohnung pro Raum nur eine gemeinsame Zuleitung für Licht und Steckdosen zu verlegen?

Antwort: Hierzu gibt es in den Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) keine Aussagen. Wenn aber dabei nur eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) für alle Stromkreise vorgesehen wird, kann es Probleme geben, da im Abschnitt 314.1 von DIN VDE 0100-100 (VDE 0100-100) [1]folgendes festgelegt ist: „Jede Anlage muss, soweit erforderlich, in mehrere Stromkreise aufgeteilt werden, um:

  • Gefahren zu vermeiden und die Folgen von Fehlern möglichst klein zu halten;
  • die sichere Besichtigung, Prüfung und Instandhaltung zu erleichtern (siehe auch DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530));
  • die Gefahr zu berücksichtigen, die durch einen Fehler in einem einzelnen Stromkreis entstehen kann, z. B. Ausfall eines Beleuchtungsstromkreises;
  • die Möglichkeit einer ungewünschten Auslösung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) auf Grund hoher Schutzleiterströme, die nicht durch Fehler verursacht sind, zu reduzieren;
  • die Wirkungen von elektromagnetischen Störungen zu reduzieren [...]“.

Ein weiterer Punkt kann relevant sein. „Normale“ Lichtschalter können nur bis 10 A belastet werden. Sollte ein solcher Schalter aber für die Abschaltung einer Steckdose vorgesehen werden, dann kann es Probleme geben, wenn dieser Stromkreis mit 16 A geschützt wird.

Hinweis: Lichtschalter für 16 A sind aber im Handel erhältlich.

Für den Schutz bei Kurzschluss dürfen Lichtschalter üblicherweise mit 16 A geschützt werden, es sei denn, der Hersteller gibt andere Werte vor.

Fazit: Auch wenn aus meiner Sicht eine solche Vorgehensweise nicht sinnvoll ist (wegen der Verfügbarkeit), gibt es normativ – unter Beachtung des oben Angeführten – keine Einschränkung. Wenn es sich um eine Zuordnung „pro Raum“ handelt, d. h. dass für jeden Raum ein eigener Stromkreis – mit Überstrom-Schutz und Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) – vorgesehen wird, dann dürfte es diesbezüglich keine Einwände geben.

Literatur: [1] DIN VDE 0100-100 (VDE 0100-100):2009-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 1: Allgemeine Grundsätze, Bestimmungen allgemeiner Merkmale, Begriffe.

Autor: W. Hörmann

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Die Effizienz-Debatte ist „durch“. Nachdem wir es geschafft haben, dass sich nur noch effiziente Leuchtmittel und Beleuchtungstechniken auf dem Markt 
befinden – ob nun durch Mode, auf Grund von EU-Verordnungen oder doch 
tatsächlich aus Vernunft –...

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage E-Check einer Nachtspeicheranlage

Wie lässt sich an einer Nachtspeicheranlage ein E-Check durchführen?

Weiter lesen

Neue Produkte Keine Rückstände

Der Steckdosenschutz f-Sticker bewahrt Schalter und Installationsgeräte insbesondere bei Malerarbeiten vor Verschmutzungen.

Weiter lesen

Der automatisch bestück- und auflötbare Surface Mount Cable Holder (WA-SMCH) aus verzinnter Phosphorbronze bietet mit bis zu 370 N Haltekraft eine sehr stabile, technisch schlanke und elegante Befestigungslösung.

Weiter lesen

Die schraublosen Steckverbinder der Serie 110 mit einem Raster von 3,5 mm wurden für raue Einsatzgebiete entwickelt, in denen eine stabile Verbindung nötig ist.

Weiter lesen
Anzeige