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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
AFDDs für Stromkreise, die durch Kita-Schlafräume führen

Ist der Einsatz von AFDDs auch für Leitungen notwendig, die durch bisher nicht AFDD-geschützte Räume führen?

AFDDs für Stromkreise, die durch Kita-Schlafräume führen

(Symbolfoto: Kot63/stock.adobe.com)

Frage: In einem Kita-Neubau sollen wir die sogenannten Brandschutzschalter (AFDDs) für die Schlaf- und Aufenthaltsräumen der Kinder vorsehen. Die Leitungsverlegung erfolgt jedoch nicht über die Flure, sondern komplett durch die Räume, sodass auch Leitungen durch Schlaf- und Aufenthaltsräume geführt werden, die nicht durch einen Brandschutzschalter geschützt sind.

Diese Leitungen können jedoch ebenso einen Fehlerlichtbogen verursachen und somit eine Gefährdung darstellen. Werden für diese Leitungen ebenfalls Brandschutzschalter gefordert?

Antwort:
Vorweg. Für den Einsatz von Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDDs) muss gesagt werden, dass die Aussagen in der DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420) [1] und auch in der Verlautbarung [2] als solches sehr verwirrend ausgeführt sind. Es gibt jedoch eine klare Festlegung, für welche Stromkreise AFDDs vorzusehen sind. Im Abschnitt 421.7 von DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420) [1] gibt es die klare Festlegung, dass AFDDs nur in Endstromkreisen von Einphasen-Wechselstromsystemen bis 16 A gefordert sind.

Wenn also raumfremde Kabel durch einen, von der Norm betroffenen, Schlaf- oder Aufenthaltsraum geführt werden, ist für diese Stromkreise/Kabel/Leitungen der AFDD nicht gefordert. Das gilt auch dann, wenn es sich um einen Endstromkreis handelt, der jedoch in einem anderen Raum endet, welcher aber nicht unter die in der Aufzählung angeführten Räume/Bereiche fällt.

Endet ein solcher Stromkreis aber auch in einem von der Norm betroffenen Raum, dann gilt wieder die Vorgabe, einen AFDD im Stromkreis vorzusehen.

Fazit. Das Argument des Anfragenden bezüglich möglicher Gefahren durch solche raumfremden Kabel/Leitungen ist nicht ganz berechtigt, da sich in dem „Schlafraum“ selbst durch solche Kabel/Leitungen ein Brand nicht ergeben kann, es sei denn, es wird ein Nagel in diese Kabel/Leitungen eingeschlagen, der dann auch wieder einen Lichtbogen erzeugen könnte, der zu einem Brand führen könnte.

Fakt ist aber, dass auch mal ein Endstromkreis mit einem Bemessungsstrom größer 16 A oder auch mal ein Drehstromendstromkreis in solchen Räumen vorhanden sein kann. Für solche Stromkreise gibt es ebenfalls keine Forderung nach AFDDs, vermutlich weil es noch keine auf dem Markt gibt. Für mich wären solche Stromkreise mit höheren Bemessungsströmen aufgrund der größeren Energie, die dabei wirksam werden kann, sicher noch gefährlicher.

 Literatur:

[1] DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-42: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen thermische Auswirkungen.

[2] Verlautbarung zu DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 Abschnitt 421.7 „Besondere Maßnahmen zum Schutz gegen die Auswirkungen von Lichtbögen in Endstromkreisen bis 16 A Bemessungsstrom“ vom 24.01.2017; DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.


Autor: W. Hörmann

Dieser Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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