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Arbeits- und Gesundheitsschutz | Veranstaltung | Elektrotechnik

XV. Weltkongreß für Arbeitsschutz - Standortbestimmung beim Arbeitsschutz

ep10/1999, 2 Seiten

Ziel des XV. Weltkongresses für Arbeitsschutz in São Paulo, Brasilien, war, Unternehmen und Unternehmern stärker die Wirtschaftlichkeit von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sowie von Umweltschutzmaßnahmen näher zu bringen.


Kongreßschwerpunkte · Prävention ist nicht nur eine ethische Forderung, sondern fördert auch die ökonomischen Interessen. · Gesunde Mitarbeiter sind die Grundlage höherer Produktivität und besserer Kosteneffektivität. · Hohe Produktivität und hohe Qualität können in wirtschaftlicher Form nur erreicht werden, wenn Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ebenso wie Umweltschutz voll in den Produktionsprozeß integriert sind. · Es ist wichtig, ein Sicherheitsbewußtsein aller Beteiligten zu entwickeln, um eine sichere und gesunde Umwelt innerhalb und außerhalb der Unternehmen zu schaffen. In Frankreich beispielsweise geht man davon aus, daß die Kosten der Arbeitsunfälle in bestimmten Bereichen 3 % des Unternehmensumsatzes erreichen können. Die Erfahrung zeigt: Werden für Präventionsmaßnahmen nur 1,5 % des Umsatzes ausgegeben, so sinkt die Zahl der Unfälle und es bleibt ein Gewinn von 1,5 % erhalten. Unfallzahlen weltweit J. Takala, Internationales Arbeitsamt (IAA), wies auf bemerkenswerte Zahlen von tödlichen Unfällen weltweit hin (Tafel ). Eine kürzlich in den USA durchgeführten Studie ergab, daß rd. 60.300 Todesfälle pro Jahr zu verzeichnen sind, die auf Gesundheitsschädigungen durch Einflüsse bei der Arbeit zurückgeführt werden. Das IAA hat nach der in den USA verwendeten Methode eine Berechnung für die gesamte Weltbevölkerung durchgeführt und kommt für das Jahr 1990 zu den in Tafel angegebenen Werten. In Fortschreibung dieser Daten kommt das IAA zu der Einschätzung, daß aktuell am Ende dieses Jahrhunderts jährlich 1,1 Mio. Menschen an berufsbedingten Erkrankungen sterben. Die Anteile der einzelnen Regionen sind sehr unterschiedlich. In diesem Zusammenhang wurde darauf verwiesen, daß jährlich rd. 340.000 Menschen durch die Einwirkung gefährlicher Stoffe zu Tode kommen. Klein- und Mittelbetriebe Nach wie vor arbeitet die Mehrzahl aller Beschäftigten in kleineren Betrieben. Diese Tendenz wird sich nach Meinung verschiedener Referenten weltweit fortsetzen, da die Teilzeitarbeit, die Vergabe von Einzelaufträgen, ebenso wie die Telearbeit sich weiter verbreiten. Die Großbetriebe unterstützen diese Tendenz noch durch das Outsourcing ganzer Bereiche, wobei wiederum von den beauftragten Betrieben Subunternehmer eingesetzt werden. Kleinbetriebe sind bisher vielfach nicht in der Lage, alle Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sowie am Umweltschutz zu erfüllen. Eine zusätzliche Beratung von außen ist daher erforderlich. Bei einer kritischen Beurteilung der von verschiedenen Referenten vorgetragenen unterschiedlichen Lösungen für diese Aufgabe, können die in Deutschland geschaffenen Systeme in Form von · Beratungsdiensten, · Unternehmermodell, · Einsatz externer Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte als vorbildlich hingestellt werden. Das von verschiedenen Referenten erwähnte Modell einer Information der Kleinbetriebe über das Internet, hat vorerst nur theoretische Bedeutung, da sowohl konkrete Möglichkeiten zur Beratung als auch die Kontrolle der Umsetzung fehlen. Für den speziellen Fall der Telearbeit kann die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gezeigte Informationsschrift „Telearbeit - gesund gestaltet“ als Maßstab dienen. Arbeitsschutzmanagement Dises Thema wurde ausführlich unter Berücksichtigung der national sehr unterschiedlichen Systeme behandelt. H.-J. Bieneck, Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, stellte in senem Referat besonders heraus: · Die Arbeitsschutzaufsicht entwickelt neuartige Aufsichtstrategien, die sich von der Einzelfallbetrachtung zur Kontrolle betrieblicher Arbeitsschutzsysteme entwickeln. · Auf diese Weise soll der Tendenz zum „Risk Assessment“ (Risikoanalyse) stärker entsprochen werden. · Dadurch soll es auch möglich werden, das sehr detaillierte und vielfach als unübersichtlich empfundene System von Arbeitsschutzrecht und technischen Regeln in Deutschland zu straffen und übersichtlicher zu gestalten. · Betriebliche Arbeitsschutzfachleute sind stärker als „Arbeitsschutzmanager“ auszubilden. · Schutzziele müssen umfassender formuliert und die Systembeurteilung in den Vordergrund gerückt werden. In ähnlicher Form wird in der Schweiz vorgegangen. Hier sind ebenfalls die Betriebe verpflichtet, eine Gefahrenermittlung durchzuführen und erforderlichenfalls für eine Risikoanalyse Spezialisten der Arbeitssicherheit hinzuzuziehen und gemeinsam die notwendigen spezifischen betrieblichen oder auch nach Branchen orientierten Lösungskonzepte zu erarbeiten. Zukunftsweisend kann dabei das Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 10 874 Branche aktuell Tafel Tödliche Arbeitsunfälle pro Jahr in der Welt (Nach einer Schätzung des Internationalen Arbeitsamtes) Region Todesrate Zahl der Tödliche Bemerkungen Beschäftigten Unfälle Fr je 106 E1 in Mio. Fr x E1 EME 0,53 366,437 19.662 Die Gesamtzahl FSE 1,11 140,282 15.563 der abhängig IND 1,10 334,000 36.740 Beschäftigten CHN 1,11 614,690 68.231 in der Welt OAI 2,31 339,840 80.586 wird auf 2,7Mrd. SSA 2,10 218,400 45.864 geschätzt LAC 1,35 195,000 26.374 MEC 2,25 186,000 41.850 Welt 1,40 2.394,667 334.870 EME Industrieländer; FSE ehemalige Sozialistische Länder in Europa; IND Indien; CHN China; OAI andere asiatische Länder und Inseln; SSA Afrika südlich der Sahara; LAC Lateinamerika und Karibik; MEC Schwellenländer im Nahen Osten Tafel Geschätzte Zahl der weltweiten Todesfälle im Jahre 1990 als Folge arbeitsbedingter und Berufs-Erkrankungen (Nach einer Schätzung des Internationalen Arbeitsamtes) Todesursache Zahl der Arbeits- Zahl der Todesfälle Todesfälle bedingter durch arbeitsbeding-Anteil te Erkrankungen Krebs bei 5.703.000 8 % 456.240 Personen über 30 Jahren Erkrankungen 2.667.000 7,5 % 200.025 der Blutgefäße von Herz und Hirn Chronische Erkran- 2.750.000 10 % 275.000 kungen der Atemwege bei Personen über 15 Jahren Staublungen- 36.000 100 % 36.000 erkrankungen1) Störungen des 604.000 2 % 13.100 Nervensystems Nierenschädigungen 655.000 2 % 13.100 bei Personen über 15 Jahren Summe 992.445 1)Schätzung in Anlehnung an die in den USA ermittelten Angaben. XV.Weltkongreß für Arbeitsschutz Standortbestimmung beim Arbeitsschutz Ziel des XV. Weltkongresses für Arbeitsschutz in São Paulo, Brasilien, war, Unternehmen und Unternehmern stärker die Wirtschaftlichkeit von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sowie von Umweltschutzmaßnahmen näher zu bringen.

Autor
  • H.-H. Egyptien
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