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Innungen und Verbände | Veranstaltung | Elektrotechnik

Verbandstage des LIV Thüringen 1999

ep5/1999, 1 Seite

Am 19./20. März fanden die Verbandstage der Elektrohandwerker Thüringens in Hotel Suhl statt. Für die rund 1300 Innungsbetriebe war es vor allen Dingen ein Schulterschluß, um der angespannten wirtschaftlichen Situation standhalten zu können.


Links kann sich auch das einzelne Innungsmitglied unter dem Dach des LIV präsentieren. Eingerichtet wurde außerdem ein Faxabruf. Erweitert wurde das Schulungsangebot. Die novellierte Handwerksordnung gestattet nunmehr, intelligente Systemlösungen „aus einer Hand“ anzubieten, wie es die Kunden fordern. Gemeinsam mit der EBZ e.V. (Bildungsstätte des LIV Sachsen) werden in Erfurt u. a. Lehrgänge zu neuen Techniken wie Wärmepumpen, Wärmetauscher, Klimageräte, Photovoltaik und Blitzschutz angeboten. Sicherlich wird auch der Umzug der Geschäftsstelle in das neue eigene „Haus der Elektrohandwerke Thüringen“ die Innungsaktivitäten steigern. H. Elster Öffentliche Hauptversammlung Wesentliches Thema der Ansprache des Landesinnungsmeisters, Ernst Sust (Bild ), war die wirtschaftliche Situation. In Thüringen zeigt das Stimmungsbarometer, bedingt durch das Konjunkturtief in der Bauwirtschaft, weiter nach unten. Große Unterschiede bestehen in Abhängigkeit von der jeweiligen Flexibilität des Betriebs, sich auf die gewaltigen Strukturveränderungen der Märkte einzustellen. Bei der Wirtschaftsumfrage 1998 haben nur 10 % der Innungsmitgliedsbetriebe ihre Geschäftslage gegenüber 1997 als gut oder besser bezeichnet, rund 39 % hingegen als schlechter. Die Mehrzahl der Betriebe hat Arbeit für eine Auftragsreichweite unter einem Monat (53 %), 24 % von 1 bis 2 Monaten. Die Gründe hierfür sind: · Überangebot elektrohandwerklicher Dienstleistungen. · Industrielle Konkurrenz ist trotz einiger Besserungen nach wie vor vorhanden. · Öffentliche Hand hat jegliche Kraft für konjunkturellen Ausdruck verloren. · Investitionen von Ausländern in Thüringen sind im Verhältnis erschreckend niedrig. · Lohnzusatzkosten extrem hoch. Das sind die Hintergründe für die massiven Forderungen der Elektrohandwerke in Thüringen nunmehr endlich für Rahmenbedingungen Sorge zu tragen, die eine erträgliche Wettbewerbssituation wieder herstellen. Dazu bedarf es deutlicher Entlastungen in erster Linie von Steuern und Abgaben, wobei es dann auch zugleich um entsprechenden Spielraum für Investitionen geht. Die Folge der augenblicklichen Situation ist, daß auch die elektrohandwerklichen Betriebe dazu übergehen müssen, Personal abzubauen (1998 etwa 10 %). Auch kann nicht mehr mit der bislang hohen Bereitschaft der Betriebe gerechnet werden, Ausbildungsplätze in vergleichweise hoher Zahl zur Verfügung zu stellen. Gastredner aus Industrie, Verbänden und Politik (Bild ) drückten in Grußworten ihre enge Verbindung zum Elektro-Handwerk aus. Beitritt zur Arge Medien Als letzter Landesinnungsverband entschied sich Thüringen nunmehr, der Arge-Medien beizutreten. Letzter Anstoß hierfür war evtl. der gute Vortrag des Geschäftsführers der Arge-Medien, Hans W. Baumgärtler (Bild ). Überzeugend ist sicher auch, daß bundesweit bereits 7700 Betriebe den E-Check anbieten und sich der Prüf- und Zusatzumsatz auf über 50 Mio. DM beziffert. Nachdem der E-Check bisher vorrangig bei Privatkunden beworben wurde, geht es in diesem Jahr haupsächlich darum, Gewerbebetriebe anzusprechen. Elf Industrieunternehmen unterstützen die Werbemaßnahmen mit einem Etat von insgesammt 800.000,- DM. Verbandsarbeit Die Zahl der Mitgliedsbetriebe hat sich im vergangenen Jahr verringert, trotz eines breiten Dienstleistungsangebot des LIV wie Abschluß von Tarifverträgen, Betriebsberatungen, Erarbeitung einheitlicher Prüfungsaufgaben, Gemeinschaftswerbung, Wirtschaftsauskunft zur Bonität potentieller Geschäftspartner, Bürgschaftsservice und Angeboten der Gesellschaft zur Förderung des Elektrohandwerks (GET) in Thüringen. Diesem Trend will der LIV durch eine aktivere Innungsarbeit und ein breiteres Leistungsangebot entgegenwirken. Seit kurzen ist der LIV mit einem neuen Layout im Internet vertreten. Kostengünstig mit effektiven Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 5 394 Branche aktuell Verbandstage des LIV Thüringen Steuerliche Entlastung der Betriebe notwendig Am 19./20. März fanden die Verbandstage der Elektrohandwerker Thüringens im Ringberg Resort Hotel Suhl statt. Für die rund 1300 Innungsbetriebe war es vor allen Dingen ein Schulterschluß, um der angespannten wirtschaftlichen Situation standhalten zu können. Schwerpunkthemen waren in diesem Jahr die Umsetzung der novellierten Handwerksordnung in die Praxis sowie der Beitritt zur Arge Medien. Landesinnungsmeister Ernst Sust forderte in seiner Ansprache eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für das handwerk, vor allem Senkung der Lohnnebenkosten (zur Zeit betragen diese 70 % des Stundenverrechnungssatzes), Verbesserung der Zahlungsmoral durch richtige Lenkungsmechanismen des Staats, bezahlbare Energie-, Wasser- und Abwasserpreise Wenige hoffnungsvoll stimmte die Festrede von Klaus Gödike (Landtagsabgeordneter). Trotz eines Wirtschaftswachstums von 2,8 % im Jahre 1998 liegt Türingen bezüglich der Arbeitsproduktivität am Ende aller Bundesländer, bei einer sehr hohen Arbeitslosenquote. Hans W. Baumgärtler, Geschäftsführer der Arge-Medien, ging in seinem Vortrag auf die Notwendigkeit ein, gemeinsam für den E-Check zu werben. Um Erfolg zu haben, ist eine professionelle Werbung erforderlich, und diese kann nur gemeinsam erfogreich durchgeführt werden - auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene bis zum einzelnen Handwerksbetrieb. Ihre enge Verbundenheit zum Handwerk drückte die Industrie durch eine kleine Ausstellung aus - beim Rundgang konnte der LIV-Vorstand am Stand der Rennsteig Werzeuge Gmb H sogar eine erstmals vorgestellte Preßzange besichtigen

Autor
  • H. Elster
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