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Veranstaltung | Elektrotechnik

Spannungsgeladener Start in das Jahr 1999

ep4/1999, 1 Seite

Vom 25. bis 27. Januar war die Stadthalle Rostock Treffpunkt der Elektrohandwerker Mecklenburg-Vorpommerns. Für die rund 850 Innungsbetriebe und deren Mitarbeiter sind die Verbandstage mit der Elektrofachschulung zu Beginn des Jahres bereits zur Tradition geworden.


Wirtschaftliche Situation Wie schon in den vergangenen Jahren wurde festgestellt, daß die wirtschaftliche Situation schlechter geworden ist (Bild ): das Investitionsvolumen sinkt, die Zahl der Betriebe steigt, indiskutable Preisvorstellungen, Schwarzarbeit u. a. Auch die politischen Entscheidungen dienen nicht dazu, die Lage des Handwerks zu verbessern. Vor den Landtagswahlen machten die Fachverbände des Handwerks und beide Handwerkskammern Forderungen als „Wahlprüfsteine“ deutlich. Bereits in der Koalitionsvereinbarung wurde dem nicht genügend Rechnung getragen. Weitere Schwierigkeiten sind durch die Liberalisierung der Energieversorgung zu erwarten. Die EVU signalisieren zwar, daß sie nicht in den Dienstleistungsbereich des Handwerks eindringen werden (s. ep 3/99, S. 173). Ob sie sich nach der bevorstehenden Fusion der EVU HEVAG, EMO, ME-VAG und OSE daran halten, bleibt abzuwarten. Einen Lichtblick stellt die neue Anlage A zur HwO dar. Diese gestattet dem einzelnen Unternehmen, seine Angebotspalette wesentlich zu erweitern. In einem interessanten Vortrag erläuterte I.Jakobi (Bild ) die sich bietenden Möglichkeiten. Unbedingt zu beachten sind notwendige Qualifizierungsmaßnahmen. Vor allem ist hinzuweisen auf die Anpassungsseminare mit Kenntnisnachweis (Prüfung) zur · Aufnahme in das Installateurverzeichnis · Personenzulassung Klasse B für Telekommunikationsanlagen mit mehr als vier Kanälen. Die nunmehr mögliche Angebotsbreite werden nur sehr wenige Betriebe ausschöpfen können. Wichtig ist es, Schwerpunkte zu bilden, die dem Kundenkreis genügen und vom Anbieter auch beherrscht werden. Verbandsarbeit Neben der Tarifarbeit waren die Qualifizierungsmaßnahmen von besonderer Bedeutung. Bereits 43 % der Innungsmitglieder haben E-CHECK-Seminare besucht. Die Innungen „Wismar“ und „Stralsund“ beschlossen der ArGe Medien beizutreten, andere Innungen bekundeten ihr Interesse. Zur Erfüllung der vom Gesetzgeber geforderten sicherheitstechnischen „Regelbetreuung“ für Kleinbetriebe wird den Mitgliedsbetrieben seit drei Jahren die kostengünstigere Alternative, das „Unternehmermodell“, angeboten. Im letzten Jahr wurden 14 Schulungen zum Unternehmermodell, 20 E-CHECK-Chefseminare, zwei E-CHECK-Praxisseminare und ein Klimaseminar durchgeführt (insgesamt 652 Teilnehmer). Den Innungsbetrieben wird ein kostengünstige Bürgschaftsservice angeboten, der von vielen Mitgliedsbetrieben genutzt wird. Im letzten Jahr nahm der Wirtschaftsausschuß seine Arbeit auf. Von seinen Aktivitäten erhofft sich der LIV eine Reihe positiver Impulse für die Innungsarbeit. Denn gerade hier können solche Fragen wie Leistungslohn, Contracting und E-CHECK unter Einbeziehung von Fachleuten besprochen und die Ergebnisse in die Innungen getragen werden. Kritisch gesehen wird die Fachgruppenarbeit. So wurden die von den Bundesfachgruppen vermittelten Erfahrungen, Anregungen und Informationen nicht in geeigneter Weise an die Innungskollegen weitergegeben. Fachveranstaltungen im Rahmen der Verbandstage Ein voller Erfolg war die Elektrofachschulung mit Seminaren, Worksphops (Bild ) und Produktschau (s. Seite 264). Außerdem fanden Fachgruppen- und Ausschußsitzungen statt, in denen Schwerpunktthemen wie Tarifpolitik, verstärkte Einflußnahme auf die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Umgang mit der novellierten Handwerksordnung behandelt wurden. Äußerst brisant war das im Landesinstallateurausschuß behandelte Thema der Liberalisierung der Energieversorgung. Der Markt ist im Umbruch und hart umkämpft. Keiner kann sagen, wohin die Entwicklung geht. Gibt es künftig noch Tarif- und Sonderkunden oder nur noch Einzelverträge? Von aktuellem Interesse war, was mit den Bezirks-Installateurausschüssen passiert. EVUs und LIV beschlossen, vorläufig wie bisher weiterzuarbeiten. H. Elster Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 4 264 Branche aktuell Verbandstage des LIV Mecklenburg-Vorpommern Spannungsgeladener Start in das Jahr 1999 Vom 25. bis 27. Januar war die Stadthalle Rostock Treffpunkt der Elektrohandwerker Mecklenburg-Vorpommerns. Für die rund 850 Innungsbetriebe und deren Mitarbeiter sind die Verbandstage mit der Elektrofachschulung zu Beginn des Jahres bereits zur Tradition geworden. Landesinnungsmeister Klaus Pick faßte die gegenwärtige Situation des E-Handwerks mit den Worten zusammen „die Zeiten des ,goldenen Ostens` sind endgültig vorbei“ In seinem Vortrag wies I. Jakobi (ZVEH) darauf hin, daß die novellierte HwO die Angebotsfelder der Handwerksbetriebe wesentlich erweitert. Die sich daraus für die Betriebe ergebenden Möglichkeiten sollten unbedingt genutzt werden, um die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Die Deregulierung der HwO ist noch nicht abgeschlossen, so ist noch nicht sicher, ob „Großer Befähigungsnachweis“ und Berufsbilder auch künftig erhalten werden können. Etwa 1500 Besucher nutzten die Elektrofachschulung zur Weiterbildung

Autor
  • H. Elster
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