Elektrotechnik
Verbandstage des LIV Sachsen-Anhalt - Angebote dem Markt anpassen
ep7/2000, 1 Seite
Standortbestimmung Die Herausforderungen der Zeit gehen auch am Handwerk nicht vorbei. Der tägliche Kampf im harten Wettbewerb wird durch viele Probleme noch verstärkt: schlechte Zahlungsmoral, Probleme durch die Ökosteuer, Dumpingpreise durch Billiganbieter sowie die Diskussion über die Notwendigkeit des großen Befähigungsnachweises. Auch die Liberalisierung des Strommarkts bereitet dem E-Handwerk Schwierigkeiten. Aus den EVU ausgeliederte Betriebsteile werden bei der Auftragsvergabe durch die EVU bevorzugt. Das am 1. Mai in Kraft getretene „Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen“ (s. a. Seite 585) ist ein erster Schritt in die richrtige Richtung. Weitere müssen diesem folgen, um dem Handwerk bessere Bedingungen zu bieten. Wichtiger als die Hilfe von außen ist jedoch, eigene Kräfte zu mobilisieren. Das E-Handwerk erlebt einen gewaltigen Umbruch. Einige Geschäftsfelder sind weggebrochen, dafür sind neue entstanden. Sie zu erschließen, erfordert meist eine radikale Umstrukturierung des Betriebes, Weiterbildung und das Anbieten neuer Dienstleitungsbereiche. Sicherlich ist derjenige gut beraten, der die Qualifizierungs- und anderen Angebote des Verbandes nutzt. Wie auch auf anderen Verbandstagen wurden von der Geschäftsführung die Vorteile dargestellt, die ein Unternehmer durch die Mitgliedschaft im Verband hat. Trotz aller guten Angebote sinkt die Zahl der Mitglieder - wie in den anderen LIV. Pilotseminar zur VBG 123 Am 1. April dieses Jahres ist die VBG 123 „Betriebsärzte“ in Kraft getreten. Wichtigste Neuerung ist, dass jetzt auch Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern verpflichtet sind, Betriebsärzte zu bestellen. Um Kosten zu sparen, wird derzeit ein Modell diskutiert, das die arbeitsmedizinische Betreuung mit dem bereits existierenden Unternehmermodel (VBG 122) zur sicherheitstechnischen Betreuung vereint. In einem eintägigen Aufbauseminar wird der Unternehmer für die Gesundheitsgefahren, speziell bezogen auf sein Gewerk und seinen Betriebsalltag, sensibilisiert. Am 22. Februar organisierte der LIV Sachsen-Anhalt mit der BG F+E ein Pilotseminar, an dem sich Obermeister aus allen LIV beteiligten. Ziel war, die Diskussion mit allen beteiligten Partnern zu ermöglichen und gleichzeitig zur inhaltlichen Vervollkommnung des Konzepts beizutragen. Wesentlicher Inhalt der Vorträge waren die nach Untersuchungen der BG verbreitesten Gesundheitsgefahren · Transport von Hand, Heben und Tragen schwerer Lasten, · Lärm am Arbeitsplatz · Stäube und andere Gefahrstoffe. Vorgestellt wurden hierzu · Möglichkeiten zur Feststellung der Gefährdung · Schutzmaßnahmen · Auswirkungen der Gefährdung. Wird dieses erweiterte Unternehmermodell den Erwartungen und Vorstellungen gerecht, so kann auf diesem Wege die Einsatzzeit der Betriebsärzte in den Betrieben mit bis zu 50 Beschäftigten reduziert werden - ohne Qualitätsverluste bei der arbeitsmedizinischen Betreuung zu riskieren. In der jetzigen Phase wird die Angliederung der arbeitsmedizinischen Betreuung an das Unternehmermodell erst einmal erprobt. Im Osten nichts Neues In seiner Festrede ging Heinz-Werner Schult (Hauptgeschäftsführer des ZVEH, Bild ) auf die erheblichen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Ost und West ein, die auch noch 10 Jahre nach der Wiedervereinigung bestehen. Er betonte, dieses soll kein Lamentieren sein, sondern eine realistische Darstellung der Verhältnisse. Die Wirtschaftumfrage des ZVEH Ende 1999 ergab: Auftragssituation gut schlecht West 20,2 % 28 % Ost 7,0 % 47 % Wesentliche Gründe hierfür sind nach Schult: · Die Bautätigkeit im Osten wurde durch Steuervorteile gefördert. Nach Auslaufen derselben ist die Bautätigkeit nun stark zurück gegangen. · Zahl der E-Handwerksbetriebe im Osten zu hoch (je 870 Einwohner ein Betrieb, im Westen je 1300 Einwohner ein Betrieb). Zur Verbesserung dieser Situation ist es notwendig, dass sich die Betriebe umstellen und neue Märkte erobern, z. B.: · Investitionen auf innovativen Geschäftsfeldern wie der Gebäudetechnik, um als Systemintegrator auftreten zu können. Der ZVEH schuf mit den Marken „Fachbetrieb für Gebäudetechnik“ und „Fachbetrieb für Informationstechnik“ hierfür gute Voraussetzungen. Das Schulungskonzept enthält wegen der Vielfalt kein Komplettseminar, sondern Module, die von einander unabhängig sind. Jeder Betrieb kann seine Kompetenz schrittweise ausbauen (Modul um Modul). Die entsprechenden Ausbildungsprogramme liegen vor und werden angeboten. · Anbieten des E-Checks. Diese Initiative des ZVEH ist ein voller Erfolg. Über 9000 Betriebe beteiligen sich bisher daran. Weiterbildung kostet Schweiß, doch wer nicht bereit ist, die Angebote des ZVEH anzunehmen, der darf sich nicht wundern, wenn es anderen Betrieben besser geht, warnte Schult. Ehrungen und Wahlen Nunmehr schon traditionsgemäß wurden die Sieger des Berufswettbewerbs ausgezeichnet - Thomas Oertel (rfe) und Sandro Falkenberg (Installationstechnik). Für Ihre ausgezeichnete Tätigkeit im LIV erhielten Manfred Borchert, Karl-Heinz Weihmann und Rainer Paul die Ehrennadel in Silber. Ein Höhepunkt der Verbandstage waren sicher die Wahlen. Erwartungsgemäß ergaben sich jedoch kaum Änderungen. Alle Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Für den ausgeschiedenen Arno Huber kam Karl-Heinz Melzer in den Vorstand. Neuer und alter Landesinnungsmeister ist Ulrich Ehrt, der für seine hervorragende Ehrenamtstätigkeit durch den ZVEH geehrt wurde (Bild ). H. Elster Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 7 570 Branche aktuell Verbandstage des LIV Sachsen-Anhalt Angebote dem Markt anpassen Am 5. und 6. Mai fanden in Magdeburg die 7. Verbandstage des LIV Sachsen-Anhalt (30 Innungen mit 1176 Betrieben und 10 000 Mitarbeitern) statt. Sie dienten zur Standortbestimmung in einer für das Handwerk schwierigen Zeit und der Ableitung von Maßnahmen, um im härter werden Konkurrenzkampf bestehen zu können. Heinz-Werner Schult (ZVEH) riet den Mitgliedsbetrieben, sich auf innovativen Märkten zu etablieren, um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Hier ist auch kaum Schwarzarbeit und damit Preisdumping zu befürchten. Dank und Anerkennung des ZVEH sprach H.-W. Schult (ZVEH) Ulrich Ehrt (alter und neuer Landesinnungsmeister) und Burkhard Schulze (Bundesbeauftragter für Technik des ZVEH) aus, die beide wesentlich dazu beitrugen, die Angebote des Verbandes zu bereichern. Durch seine engagierte Tätigkeit im Vorstand der BG F+E hat Ehrt großen Anteil am Zustandekommen des Unternehmermodells zur Umsetzung der VBG 122 und VBG 123.
Autor
- H. Elster
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