Elektrotechnik
1. Thüringer Fachtagung in Erfurt - Erweiterung des Angebotsspektrums durch Qualifizierung
ep6/2003, 1 Seite
Branche aktuell Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 6 434 Wirtschaftliche Situation Selten war die Lage im Elektrohandwerk so ernst wie heute, und selten herrschte so wenig Aufbruchstimmung. So sieht der Landesinnungsmeister (Bild ) die Situation in Thüringen. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um 8,3 % zurück. Für das Jahr 2003 ist mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Noch deutlicher zeigt sich die wirtschaftliche Situation in der Zahl der Entlassungen von Mitarbeitern und der Insolvenzen. Experten sagen voraus, dass in den nächsten Monaten über ein Viertel aller Betriebe weitere Mitarbeiter entlassen werden müssen. Doch in jeder Krise liegt auch eine Chance. Neben der noch engeren Bindung der Kunden gilt es, neue Aufgabenbereiche zu erschließen. Gute Voraussetzungen bietet hierfür die inhaltliche Neuordnung der Ausübungsberufe, die von W. Tschischka (Bild ) vorgestellt wurden. Am Beispiel einiger Handwerksbetriebe erläuterte er, welche Möglichkeiten sich für den Einzelnen ergeben, um seinen Betrieb den Marktanforderungen entsprechend auszurichten. Aktivitäten des LIV An erster Stelle steht die konsequente wirtschaftspolitische und fachliche Vertretung der Interessen der Verbandsmitglieder. So wurden und werden mit Politikern und Vertretern der zuständigen Ministerien Gesetzesentwürfe im Rahmen einer Gesprächsreihe diskutiert. Bei der Neuordnung der Thüringer Bauordnung wurde beispielsweise angeregt, nicht nur Anforderungen an Baustoffe und Bauteile sowie Rettungswege festzulegen, sondern auch solche, die den Einbau von Rauchmeldern und die regelmäßige Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte vorschreibt. Im Rahmen der Umsetzung der allgemeinen Verwaltungsvotschrift „Energiebedarfsausweis“ zu § 13 der Energieeinsparverordnung tritt der LIV dafür ein, dass die Berechtigung zur Ausstellung eines Energiebedarfsausweises und Energiepasses auch diejenigen Personen erhalten sollen, die ihre Sachkunde durch den Abschluss „Geprüfter Gebäudeenergieberater“ nachweisen. Die Podiumsdiskussion mit Politikern zu den aktuellen Problemen des Handwerks im Rahmen der Verbandstage war eine weitere Aktivität, um die Probleme des Handwerks darzulegen und bessere Bedingungen anzumahnen (Bild ). Die Meinungsäußerungen der Politiker zu den angeschnittenen Problemen - Hartzpapier, Kündigungsschutz, Sozialleistungen, Subventionen - waren erwartungsgemäß wohlwollend auf das Handwerk zugeschnitten. Den Großen Befähigungsnachweis sah der Vertreter der FDP allerdings als nicht unbedingt notwendig an, wenn im Unternehmen nicht ausgebildet wird. Speziell für die Innungsbetriebe werden durch den LIV angeboten: · arbeitsmedizinische Betreuung zu Sonderkonditionen · Ausbildung zum „Gebäudeenergieberater des Hanwerks“ · betriebliche Altersvorsorge zu Vorzugskonditionen. Im neuen Internetauftritt des LIV erhalten die Innungsmitglieder aktuelle Informationen zu Fach-, Rechts- und Betriebswirtschaftsthemen sowie Unterstützung bei der Kundenwerbung. Als besonders wichtig anzusehen sind die Aktivitäten zur fachlichen Weiterbildung. So wurden im Jahre 2002 113 Seminare angeboten. Der LIV Thüringen ist aktives Mitglied im Verband der ARGE-Medien. Enttäuschend ist aber immer noch, dass nur ein kleiner Teil der Mitglieder die sich durch den E-CHECK ergebenden Möglichkeiten nutzt, so Landesinnungsmeister B. Mächler. Geplant sind in diesem Jahr umfangreiche Werbemaßnahmen und die Aktionstage vom 29.9. bis 31.10. Es gilt, sich daran aktiv zu beteiligen. 1. Thüringer Fachtagung Sowohl durch die Neuordnung der Ausübungsberufe (Anlage A der HwO) als auch der Ausbildungsberufe hat sich für das Elektrohandwerk sehr viel geändert. Man kann sagen, der Markt wird neu aufgeteilt. Hierdurch bieten sich für alle große Chancen, die es zu nutzen gilt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man die für neue Aufgabengebiete erforderliche Technik beherrscht. Die bereits besetzten Marktsegmente dürfen dabei allerdings nicht Vernachlässigt werden. Auch hier muss der neueste Stand der Techik bekannt sein. Der LIV bot mit 35 Seminaren an zwei Tagen seinen Mitgliedsbetrieben und anderen Interessenten eine hervorragende Möglichkeit der Weiterbildung. Die von Referenten aus dem ZVEH, der Industrie und Institutionen behandelten Themen betrafen die Fachbereiche Elektrotechnik, Informationstechnik, Elektromaschinenbau und BWL/Recht. Mit etwa 20 Personen je Seminar war die Teilnehmernzahl der Fachtagung doch wesentlich zu niedrig. An den Kosten lag dieses sicher nicht (50 Euro), sondern am zu geringen Interesse der Mitgliedsbetriebe. Wie bereits dargelegt ist die Situation des Elektrohandwerks schlecht. Eine Besserung ist auch nicht in Sicht. Es gilt also selbst zu handeln, um seine Situation zu verbessern. Eine Grundlage hierfür bot die Fachtagung. So wurden erstmals die neuen Berufsbilder in der Elektrotechnik und sich daraus ergebende Möglichkeiten vorgestellt. Weiter, speziell auf die Belange des Handwerks ausgerichtete Themen waren: · digitaler SAT-Empfang und dessen Vermarktung sowie der Blitz- und Überspannungsschutz für Telekommunikationsanlagen · Brennstoffzelle, Blockheizkraftwerk, Gebäudeenergieberatung · Servo- und die Frequenz-Umrichtertechnik, Energiesparmotoren und die Ferndiagnose von Elektromotoren · betriebliche Altersvorsoge, Personalrecht/Tarifrecht/Mindestlöhne, Gewährleistungsrecht und die neue VOB 2002. Wer diese Möglichkeit zur Verbesserung seiner Marktchancen nicht nutzt, der ist selbst daran Schuld. H. Elster 1. Thüringer Fachtagung am 28./29.03.2002 in Erfurt Erweiterung des Angebotsspektrums durch Qualifizierung Durch die enormen technischen Fortschritte verschwimmen die Grenzen der Berufe im Bereich der Gebäudetechnik immer mehr. Es gilt deshalb für jeden, die alten Marktanteile zu sichern und neue zu besetzen. Folgerichtig standen die diesjährigen Verbandstage des LIV Thüringen ganz im Zeichen der Weiterbildung. Die Umstrukturierung des Verbandes, so Landesinnungsmeister B. Mächler, fordert von uns, neue Aufgabenbereiche zu erschließen und sich weiter zu bilden W. Tschischka, Vizepräsident des ZVEH, wies auf die großen Chancen hin, die sich durch die neuen Berufszweige für das E-Handwerk ergeben Im Rahmen der von B. Mächler geleiteten Podiumsdiskussion zu aktuellen Problemen des Handwerks fanden alle geladenen Politiker dem Handwerk genehme Aussagen (v.l.n.r. T. Kretzschmar, CDU; B. Ramelow, PDS; B. Mächler; Dr. K.-H. Guttmacher, FDP)
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Autor
- H. Elster
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