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Sonstige Bereiche | Elektrotechnik

Weiterbildung im Handwerk

ep4/1999, 1 Seite

Anläßlich der neunten Elektrofachschulung in Rostock unterhielten wir uns mit Landesinnungsmeister Klaus Pick über eine erfolgreiche Weiterbildungsmaßnahme des LIV Mecklenburg-Vorpommern.


Interview Weiterbildung im Handwerk Anläßlich der neunten Elektrofachschulung in Rostock unterhielten wir uns mit Landesinnungsmeister Klaus Pick über eine erfolgreiche Weiterbildungsmaßnahme des LIV Mecklenburg-Vorpommern. ep: Kein anderer LIV bezieht seine Mitglieder und deren Mitarbeiter so stark in die Verbandstage ein, wie der von Ihnen geleitete. Das gelingt Ihnen besonders durch die Elektrofachschulung. Wie kam es zu diesem Erfolg? K. Pick: In den ersten Jahren war die Elektrofachschulung eine Weiterbildungsmaßnahme unter anderen. Mehrere im AK „Elektroinstallation“ organisierte Firmen vermittelten im wesentlichen Fachwissen zu ihren Produkten. Seit 1993 findet die Schulung im Rahmen der Verbandstage in der Regie des LIV statt. Wir können damit ganz gezielt die Themen behandeln, die für unsere Mitgliedsbetriebe besonders wichtig sind. Die erfreulich hohen Teilnehmerzahlen zeigen, daß unser Konzept aufgeht. ep: Was ist das Besondere an der Elektrofachschulung? K. Pick: Unter dem Motto „Weiterbildung zum Anfassen“ kann das in den Seminaren erworbene Wissen sofort in den Workshops praktisch anwendet werden. In diesem Jahr waren Spezialisten von 13 marktführenden Firmen der Elektroindustrie und kompetente Vertreter wichtiger Marktpartner vertreten. Außerdem hielten erfahrene Referenten Sonderseminare zu wichtigen allgemeinen Themen. Eine kleine Produktschau rundete die Veranstaltung ab. Allen unseren Partnern, die uns dabei halfen, gilt unser besonderer Dank. ep: Wann beginnen Sie mit der Vorbereitung der nächsten Schulung und wie wählen Sie die Themen aus? K. Pick: Wir beginnen mit der Vorbereitung der nächsten Schulung gleich im Anschluß an die diesjährige. Die Schulung wird ausgewertet, Teilnehmer werden befragt, was ihnen die vergangene Veranstaltung gebracht hat und welche Themen zur nächsten behandelt werden sollten. Wir berücksichtigen auch, was am Markt geschieht und was Ausbildungsstätten, Großhandel und Hersteller raten. So erhalten wir ein Bild, wo der Zug hingeht und wo etwas fehlt, wo wir eingreifen müssen, was noch zu berücksichtigen ist. Auf der einen Seite haben wir Standardthemen, andererseits aktuelle Themen wie E-Check, EIB, neue Normen und Vorschriften. Aber auch Themen, die die Angebotspalette erweitern, z. B. Installation von Wasserboilern, werden angeboten. ep: Besonders angenehm fällt auf, wie Sie sich um die Lehrlinge kümmern. Ihre Lehrlingstombola motiviert den Nachwuchs, sich aktiv an den Workshops zu beteiligen und die Seminare zu besuchen. K. Pick: Die Lehrlingstombola findet seit drei Jahren statt. Die Teilnahme daran „verdient“ sich der Lehrling durch die erfolgreiche Lösung von Installationsaufgaben und den Besuch von Seminaren. Wir freuen uns in jedem Jahr über das Echo auf diese Aktion. Die Lehrlinge sind schließlich unsere Nachfolger, denen wir die beste Ausbildung geben wollen. Die Workshops sind aber auch für Gesellen und Meister gedacht, damit sie sich praktisch mit der neuesten Technik vertraut machen können. ep: Welchen Einfluß hatte die Novellierung der Handwerksordnung auf die Themen? K. Pick: Grundsätzlich ändert sich damit nichts an den Themen. Wir nehmen aber verstärkt Themen auf, die für das E-Handwerk neu sind und die Angebotspalette und damit die Marktchancen der Elektrotechniker erweitern. ep: Etwa 1500 Besucher nehmen jährlich an Ihrer Elektrofachschulung teil. Entspricht das Ihren Erwartungen? K. Pick: Sicherlich können wir damit zufrieden sein. Im immer härter werdenden Markt ist die Weiterbildung unverzichtbar - für alle. Manche unserer Mitglieder sind der Meinung, sie haben nicht die Zeit, eine Fachmesse oder unsere jährliche Elektrofachschulung zu besuchen. Wichtiger sei es, auf der Baustelle zu arbeiten. Sie wollen offensichtlich nicht erkennen, daß wir in einer turbulenten Umbruchphase leben. Wer nicht zum Lernen bereit ist, der hat ganz schlechte Karten. Nur durch den regelmäßigen Besuch solcher Veranstaltungen lassen sich wichtige Trends und Entwicklungen erkennen und verfolgen, so beispielsweise moderne Techniken, wie EIB, LON, SPS, Gebäudeautomatisierung, Energieoptimierung, Beleuchtungs-, Netzwerk-, Umwelt- und Kommunikationstechnik. Gerade diese Techniken haben heute gute Chancen auf dem Markt. Die Teilnehmer an der diesjährigen Elektrofachschulung haben sich deshalb richtig entschieden. ep: Herr Pick, wir danken Ihnen für das Gespräch. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 4 266 Branche aktuell

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