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Elektrotechnik

Jahrestagung des LIV Thüringen - In Thüringen ist die wirtschaftliche Situation angespannt

ep6/2000, 1 Seite

Zum neunten Male trafen sich die organisierten Elektro-Handwerker des Freistaates Thüringen. Der Tagungsort des Verbandstages am 24.3./25.3. d. J. war Friedrichroda. Der Kurort gehört zum Landkreis Gotha, dessen positive Wirtschaftssituation offensichtlich weit über dem Landesdurchschnitt liegt. Neben interessanten technischen Fragen stand natürlich die wirtschaftliche Lage der Mitglieder und ihre Unterstützung durch die Regierung im Mittelpunkt des öffentlichen Teils der Zusammenkunft.


sens zu wenig getan, um dieser misslichen Situation zu begegnen. Alle Festredner waren des Lobes voll Wie auf solchen Zusammenkünften üblich, äußerten sich alle Vertreter aus Wirtschaft, Industrie und Politik in ihren Grußworten1) sehr positiv über das Handwerk. Zur Regel scheint zu werden, dass sich die Teilnahme der Politik nur auf die Region und auf die befreundeten Verbände beschränkt. Auch in Thüringen fehlte nämlich der angekündigte Festredner der Landesregierung. Neu war aber die dem Landesverband angebotene Qualität der Begründung für sein Fehlen. Ob der Verzicht auf einen kompetenten Vertreter Ausdruck einer bestimmten Wertschätzung des Handwerks ist? Sowohl in der Eröffnung durch den stellvertretenden Landesinnungsmeister Hans-Dieter Reining als auch in der Ansprache des Landesinnungsmeisters Ernst Sust (Bild ) kamen natürlich die bereits erwähnten wirtschaftlichen Probleme zum Ausdruck. Zusätzlich spielte die alarmierende Zunahme der Schwarzarbeit, die Abnahme der Qualität handwerklicher Leistungen durch Leiharbeitnehmer und das z.T. kontraproduktive GU-System eine Rolle. Dass der Landesverband trotz der gegenwärtigen Rezension in Thüringen künftig Erfolgschancen sieht, spricht für seine optimistische Grundhaltung. Das sollten die poltisch Veranwortlichen von einer Bevölkerungsgruppe, die z. B. in Thüringen 20 % der Berufsfähigen beschäftigt und 40 % der Ausbildung trägt, bewusst zur Kenntnis nehmen. Rahmenprogramm Interessante Vorträge zu Sachfragen (Gebäudesystemtechnik - Rohrbacher von ABB Stotz Kontakt, E-CHECK - Rosenke von der Agentur Rosenke) wurden von einer kleinen Firmen-Ausstellung begleitet (Bild ). Ein Hauch Light + Building wehte dadurch nach Thüringen. Auch Thüringen verfügt über besonders engagierte Handwerker Für langjährige Unterstützung des Landesverbandes erhielten Hans-Dieter Lange die Ehrenmedaille in Gold, Ignatz Burscher und Hans Fuchs ihre Ausfertigung in Silber. Lothar Möller und Manfred Schlott erwarben die Ehrennadel in Silber. Ganz besonders zu erwähnen ist die Auszeichnung des Besten Lehrlings aus der Firma Elektrobau Apolda (Bild ). J. Krause 1) Zu den Rednern gehörten: der Landrat des Kreises Gotha, Dr. Dieter Reinholz; der Bürgermeister der gastgebenden Stadt Friedrichroda, Klaus Henniges; der Kreishandwerksmeister der KHS Erfurt-Ilmkreis, Rainer Müller; für den ZVEI Volkhart Hertz Thüringen verliert Steuern und Fachkräfte Die Zahlen (Bild ) trügen auch in Thüringen nicht, sie liegen unter dem vom ZVEH veröffentlichten Mittelwert (vgl. Elektropraktiker 54(2000)2, S. 90). Beispielsweise sank der durchschnittliche Umsatz zwischen 1997 und 2000 von 1,6 Mio DM auf 1,3 Mio DM. Dass das Betriebsergebnis einer vergleichbaren Tendenz folgt, kann unterstellt werden. Nur 9,5 % von den befragten Betrieben beurteilten die Auftragssituation 1999 bzw. 2000 gut bzw. besser. 41,3 % der Handwerksunternehmen erwarten dagegen eine schlechtere Zukunft. Allerdings hat sich die Auftragsreichweite trotz sinkenden Umsatzes leicht vergrößert, wobei der nun erreichte Zeitraum von z.T. weniger als einem Monat für 53 % der Betriebe weiterhin nur Sorgen auslösen kann. Insgesamt ist also eine durchgreifende Änderung der wirtschaftlichen Situation im Gegensatz zur optimistischen Beurteilung der Lage für die gesamte Bundesrepublik noch nicht erkennbar. Natürlich wirken in Thüringen die gleichen, bekannten Ursachen. Besonders deutlich machte aber der Verbandstag Zahlungsmoral und Vergabepraxis für seine missliche Situation verantwortlich. Vehement wurden Forderungen hinsichtlich nachhaltiger Änderungen bzw. nach Einhalten bestehender gesetzlicher Regelungen (vor allem durch öffentliche Auftraggeber) bekräftigt. Als nicht ausreichend bezeichnete der Vorstand des LIV das neue „Gesetz zur Verbesserung der Zahlungsmoral“. Die Vergabe nach dem sogenannten „Schweizer Modell“ wird als beispielhaft und wirksam angesehen. Nur mit dem Erfüllen dieser berechtigten Forderungen kann nach Ansicht des LIV, der ca. 50 % der Handwerksbetriebe in Thüringen vertritt, dem gegenwärtigen, ruinösen Preiskampf erfolgreich begegnet werden. Besonders schmerzlich wirkt die Situation für das Land Thüringen, weil nun auch im Bereich des Handwerks, dem Träger der Ausbildung, die Fachkräfte in die anderen Bundesländer weglaufen. Ein wirtschaftliches Wiedererstarken wird durch solche Fluktuation sehr erschwert. Den Regierenden sollte es schon zu denken geben, dass das Handwerk (nicht nur in Thüringen) der Meinung ist, Landes- und Bundespolitik - ob alte oder neue Regierung - haben wider besseren Wis-Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 6 520 Report Jahrestagung des LIV Thüringen In Thüringen ist die wirtschaftliche Situation angespannt Zum neunten Male trafen sich die organisierten Elektro-Handwerker des Freistaates Thüringen. Der Tagungsort des Verbandstages am 24.3./25.3. d. J. war Friedrichroda. Der Kurort gehört zum Landkreis Gotha, dessen positive Wirtschaftssituation offensichtlich weit über dem Landesdurchschnitt liegt. Neben interessanten technischen Fragen stand natürlich die wirtschaftliche Lage der Mitglieder und ihre Unterstützung durch die Regierung im Mittelpunkt des öffentlichen Teils der Zusammenkunft. Auftragslage in Thüringen im Vergleich besser gleich schlechter Situation Ernst Sust bei seinem Bericht Präsentation des Hausautomations-Systems tiamo am Stand von Grässlin Ernst Sust freut sich über den Besten Lehrling seiner Region, über Ives Krumbholz

Autor
  • J. Krause
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