Skip to main content 
Elektrotechnik

Sächsische Verbandstagung 4./5.5.01: Premium-Dienstleistungen vom Handwerk

ep7/2001, 1 Seite

In Wachau bei Leipzig tagten am 4 und 5. Mai dieses Jahres

zum 12. Mal die Delegierten des Fachvebandes für Elektround

Informationstechnik Sachsens.


Verbesserung der Rahmenbedingungen In seiner Eröffnungsansprache mahnte der Verbandsvorsitzende F. Herrmann grundlegende Verbesserungen der wirtschaftlich-politischen Rahmenbedingungen für das Elektrohandwerk an (Bild ). Ökosteuer, Energieeinsparverordnung, Steuer- und Rentenreform, Reform des Betriebsverfassungsgesetzes sind Belastungen für das Handwerk, die sich kontraproduktiv auswirken. Beim massiven Kapazitätsabbau in der Bauwirtschaft kann das für das Elektrohandwerk nur bedeuten: Erschließung neuer Marktsegmente mit „Premium-Dienstleistungen“. Die Kunden erwarten von den elektro- und informationstechnischen Handwerken mehr Kompetenz und Leistungen, z. B. bei den gebäudetechnischen Funktionen Licht, Wärme, Sicherheit und Information, und das aus einer Hand. Der Innungsfachbetrieb muss sich, besonders auch im Hinblick auf die EU-Ost-Erweiterung, als der Partner für moderne Technik darstellen. Die Marketinginstrumente „Fachbetrieb für Gebäudetechnik/Intratec“ und „Fachbetrieb für Informationstechnik“ sind mit Leben zu erfüllen. Aus-und Weiterbildung kommt deshalb beim Strukturwandel ein besonders hoher Stellenwert zu. Gewerkeübergreifende Integration gefordert Den gewerkeübergreifenden Aspekt der Gebäudetechnik betonten M. Klingner und G. Lauckner vom Dresdner Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in ihrem Vortrag zum „Vernetzten Haus“. Energieeinsparungen durch verbesserten Wärmeschutz führen durch dichte Fenster zu hoher Schadstoffkonzentration und Feuchtigkeit der Raumluft mit entsprechenden Folgeschäden. Die unkontrollierte Lüftung wirkt dann der Energieeinsparung entgegen. Am Beispiel eines vom BMWi geförderten Projektes zeigten die Referenten, dass durch eine intelligente Steuerstrategie zur bedarfsgeführten Koordination von Heizung und Lüftung ein beträchtliches Energiesparpotential erzielt wird. Kerngedanke des Verfahrens: die Regelung des Luftwechsels. Der Grundluftwechsel wird in der Wohnung eingehalten und der zusätzliche Bedarfsluftwechsel im zeitlichen Mittel angerechnet. Die Lüftungssteuerung wird mit der Einzelraumregelung koordiniert; Anwesenheit, Heizzyklen, Sparbetrieb, Tag- und Nachtbetrieb werden berücksichtigt. Eingesetzt werden Temperaturregelungen für jeden Raum, steuerbare Außendurchlasselemente, Abluftventile sowie gesteuerte Dachventilatoren. Selbsteinstellende, kontinuierliche Temperaturregler in der Unterputzdose vereinfachen die Reglereinstellung. Alle Komponenten sind busgekoppelt sowie über eine Wohnungszentrale und Kabelmodem mit der Gebäudezentrale verbunden, in der u. a. die Verbrauchsdaten gespeichert werden. Deutlich wurde, ohne gewerkeübergreifende Integration kann die moderne Gebäudetechnik nicht wirksam werden. Gerade hier liegen Chancen für den Fachbetrieb für Gebäudetechnik, der als Systemintegrator die Inbetriebnahme derartiger Systeme übernimmt. Arbeitsrecht An beispielhaften Fällen erläuterte Th. Haak im zweiten Vortrag Probleme beim Kündigungsrecht und neue gesetzliche Regelungen. Bei der Kündigung muss immer ein betriebs-, personen- oder verhaltensbedingter Kündigungsgrund vorliegen. Nicht jedes Fehlverhalten rechtfertigt eine Kündigung, dann ist eine Abmahnung auszusprechen, die den Sachverhalt beschreibt, die Verhaltensmissbilligung und die Kündigungsdrohung ausspricht. Gesetzliche Neuerungen (ab 1.1.2001) betreffen das Teilzeit-und Befristungsgesetz (TzBfG), die Änderung des Schwerbehindertengesetzes (Schwb G) und des Bundeserziehunggeldgesetzes (Berzg G). Mit dem TzBfG besteht für den Arbeitnehmer ein Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung durch Verringerung der täglichen Arbeitszeit (z. B. von 40 h auf 38 h je Woche) oder Verteilung der Arbeitszeit (z. B. 40 h auf 32 h von Mo. bis Do.). Vorausetzung: Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 15 Arbeitnehmer, das Arbeitsverhältnis besteht länger als 6 Monate. Der Arbeitnehmer muss den Anspruch mind. 3 Monate vor dem Beginn geltend machen. Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung nach den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein Grund liegt vor, wenn die verkürzte Arbeitszeit Organisation, Arbeitsablauf oder Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Die Ablehnung ist gerichtlich überprüfbar. Infrastrukturförderung unverzichtbar Festredner der öffentlichen Hauptversammlung, G. Milbradt (Bild ), vor kurzem noch Finanzminister der sächsischen Landesregierung, setzte sich zunächst mit den Thesen von Bundestagspräsident W. Thierse, der Osten stehe auf der Kippe, auseinander. Obwohl die Zahlen stimmen, bezeichnete er die Thesen als „psychologisch“ schädlich und wies auf wirtschaftliche Erfolge in Sachsen hin. Den extremen Rückgang der Bauwirtschaft mit allen Konsequenzen für die Baunebengewerbe betrachtet er als schmerzliche, aber nicht zu umgehende Normalisierung der Entwicklung. Mit besonderem Nachdruck ist die Industrieansiedlung durch wirtschaftsfreundliches, staatliches Verhalten zu fördern. Die industriellen Schwerpunkte bilden dann Multiplikatoren für das Handwerk, wie bisherige Ansiedlungen zeigen. Wichtigste staatliche Aufgabe: der Ausbau der Infrastruktur. Anlässlich der Jahrestagung wurden die langjährigen Vorstandsmitglieder, Ralf Keller (Vorsitzender des Fachbereichs Elektrotechnik) und Dietmar Köhler (Tarifkommission) für ihr Engagement mit der Goldenen Ehrennadel des Verbandes geehrt (Bild ). Geschäftsführer, Detlef Köhler, der die Verbandsarbeit wesentlich geprägt hat, erhielt die Silberne Ehrennadel. Ausgezeichnet wurden auch die Sieger des Berufswettbewerbs des elektrohandwerklichen Nachwuchses. J. Wede Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 7 536 Branche aktuell Sächsische Verbandstagung 4. und 5. Mai 2001 Premium-Dienstleistungen vom Handwerk In Wachau bei Leipzig tagten am 4 und 5. Mai dieses Jahres zum 12. Mal die Delegierten des Fachvebandes für Elektro-und Informationstechnik Sachsens. Die Probleme des sächsischen Elektrohandwerks verdeutlichte der Verbandsvorsitzende F. Herrmann - eine Lösung: „Premium-Dienstleistungen“ vom Handwerk Der ehemalige sächsische Finanzminister, G. Milbradt, stellte den Ausbau der Infrastruktur als Grundlage für Industrieansiedlung und Handwerk in den Mittelpunkt seines Vortrags Aus den Händen von M. Kuhn (mi.), stellvertretender Vorsitzender und F. Herrmann, Vorsitzender, erhielt R. Keller, Vorsitzender des Fachbereichs Elektrotechnik, die Goldene Ehrennadel des Verbandes

Autor
  • J. Wede
Sie haben eine Fachfrage?