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Innungen und Verbände | Veranstaltung | Elektrotechnik

Jahrestagung Elektro- und Informationstechnik 2007

ep6/2007, 1 Seite

Vom 20. bis 21. April trafen sich die Vertreter der sächsischen Innungen in Grimma zu ihrer Jahrestagung. Bereits am Vortag der Mitgliederversammlung diskutierten die Teilnehmer im Rahmen von Fachvorträgen aktuelle Techniktrends und Möglichkeiten neuer Geschäfte. Die durchweg vorhandene positive Stimmung zeugte vom Optimismus der Verbandsmitglieder, die zukünftigen Aufgaben erfolgreich zu meistern.


An historischer Stätte Zukunft gestalten Die Wahl des Tagungsortes - das Hotel Kloster Nimbschen - konnte nicht besser sein: Durch historische Ereignisse geprägt, aber vor allem vom Tatendrang und Optimismus seiner Anwohner, boten sich für Teilnehmer und Gäste beste Bedingungen und das geeignete Umfeld, die im vorgelegten Jahresbericht festgehaltenen Ergebnisse zu diskutieren und zukünftige Aufgaben abzustecken. Der Ort des Geschehens - insbesondere bekannt durch die spektakuläre Flucht der Nonne Katharina von Bora, der späteren Ehefrau Luthers, im April 1523, aus dem ganz in der Nähe befindlichen Kloster - schrieb auch in jüngster Vergangenheit Geschichte: Das Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 hatte auch den Tagungsort total verwüstet. Nur mit viel Mut und unter größten Anstrengungen gelang es Besitzer und vielen tatkräftigen Helfern, diesen wieder aufzubauen. Das sollte auch Ansporn genug sein, um die zukünftigen anspruchsvollen Verbandsaufgaben erfolgreich zu meistern. Jahresbericht stimmt optimistisch Umsatzplus festigen. So stellte der Vorsitzende des Fachverbands für Elektro- und Informationstechnik Sachsen, Frank Herrmann, mit Zufriedenheit fest, dass die Stimmung sich in den Reihen der 1344 Innungsbetriebe verbessert hat. Erstmals seit 11 Jahren des Rückgangs konnte wieder ein leichtes Umsatzplus von 2,4 % bei 2 % weniger Mitarbeitern verbucht werden. Dabei bewertete er den Anteil von 40 % der gewerblichen Aufträge am Gesamtvolumen als positiv. Auch gelang es, den Auftragsvorlauf mit durchschnittlich 45 Tagen seit dem Jahr 2000 wieder leicht auszubauen. Nachwuchs ausbilden. Die Chancen der Konjunktur wären aber nur voll zu nutzen, wenn das Ausscheiden ältererer Mitarbeiter und das Abwandern qualifizierter Fachkräfte durch geeigneten Nachwuchs aufgefangen werden kann. Insgesamt zählte man zum 1. Januar 2007 in allen 4 Lehrjahren 1616 Lehrlinge. Davon lassen sich 1429 Jugendliche gegenwärtig als Elektroniker ausbilden mit Schwerpunkt in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Jedoch stünden auch in Sachsen zukünftig immer weniger Schulabgänger dem Ausbildungsmarkt zu Verfügung. Negativ auf die Situation wirkten sich zudem die gestiegenen Kosten für die Ausbildung in den modernisierten Handwerksberufen aus. Die traditionelle Ausbildung im Elektrohandwerk soll aber auch in Zukunft Bestand haben. Fachlichen Nachwuchs zu gewinnen und das Niveau der Ausbildung (Bild ) weiter zu verbessern - diese Aufgaben müssten daher zukünftig noch stärker in den Mittelpunkt der Fachverbandsarbeit rücken. Trends und neue Geschäfte im Elektrohandwerk Viel diskutiert und nachgefragt wurde zu den Fachthemen wie: · Trends im Bereich der Dienstleistungen für die Industrie · KNX/EIB - Bustechnologie in der Gebäudeinstallation, Geschichte und aktuelle Trends (Bild ) · Energiepolitik - Weichenstellung für die Zukunft oder Irrweg · Kupferkabel, Plastikkabel und Funktechnik in einem überproportional wachsenden Markt. Mit Interesse wurde auch der letztgenannte Vortrag von W.-D. Oels verfolgt. Dieser vertrat überzeugend die Vision, Voice over Internet Protocol (VoIP) - das Telefonieren über das Internet - würde zukünftig alle anderen Systeme - wie auch die passiven Netzwerke schlagen. Er erläuterte die Anwendung der Lichtwellenleiter (LWL)-Technik in Verbindung mit POF (Polymere optical fibre)-Kabeln, deren Einsatz sich bereits in der Automobilindustrie und Medizintechnik bewährt habe. Interessiert verfolgte man seinen Ausführungen zu den damit verbundenen Geschäftsmöglichkeiten für den Elektromeister: Diese lägen nicht nur in der Heimvernetzung beim privaten Endkunden, sondern auch im gewerblichen Umfeld - z. B. in kleinen Büros (Arztpraxen, Anwaltskanzleien usw.). Weitere Fakten sprächen dafür: Das Kabel wäre kostengünstig und einfach zu installieren. Zudem wären dabei solche Fragen, wie z. B. die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), außen vor. Mit der „Goldenen Ehrennadel“ ausgezeichnet Etwas überrascht, doch nicht weniger erfreut, ließ sich F. Herrmann gern die „Goldene Ehrennadel“ von seinem Stellvertreter, Ch. Hofmann, anstecken (Bilder a, b). Gewürdig wurden damit insbesondere seine langjährigen Verdienste als Vorsitzender des sächsischen Fachverbands. Er sagt von sich selbst: „Die Meinung meiner Obermeister ist mir wichtig. Ich richte mich auch danach, selbst wenn ich eine andere Auffassung vertreten sollte.“ Wahrscheinlich macht das sein Erfolgskonzept aus. Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 6 474 BRANCHE AKTUELL Jahrestagung Elektro- und Informationstechnik 2007 Nachwuchs muss stärker gefördert werden Vom 20. bis 21. April trafen sich die Vertreter der sächsischen Innungen in Grimma zu ihrer Jahrestagung. Bereits am Vortag der Mitgliederversammlung diskutierten die Teilnehmer im Rahmen von Fachvorträgen aktuelle Techniktrends und Möglichkeiten neuer Geschäfte. Die durchweg vorhandene positive Stimmung zeugte vom Optimismus der Verbandsmitglieder, die zukünftigen Aufgaben erfolgreich zu meistern. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Elektromeister Laganowski (3.v.l.), informierte sich zu SPS-Kleinsteuerungen für die Ausbildung seiner Lehrlinge Die Teilnehmer hörten auch dem Vortrag von H. Rohrbacher (rechts) zum Thema EIB/KNX aufmerksam zu a) Ch. Hofmann (links) verliest die Laudatio b) Er verleiht F. Herrmann (links) die „Goldene Ehrennadel“ a) b) EP0607-471-477 21.05.2007 15:13 Uhr Seite 474

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