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Elektrotechnik
Mitgliederversammlung des FEH NRW in Bad Lippspringe
ep11/2006, 1 Seite
Aktuelle Situation Nach dem herzlichen Willkommen des Bürgermeisters W. Schmidt und Landrats M. Müller (Bild ) folgte man einer guten Tradition. Der Verbandsvorsitzende Lothar Hellmann vermittelte den Delegierten einen Überblick zum Erreichten und sprach zu lösende Problemfelder an. Er schätzte ein, dass zwar die Stimmung im Elektrohandwerk gut wäre, jedoch der erhoffte Aufschwung noch auf sich warten ließe. Er hoffe, die Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 würde nicht die dringend benötigte Binnenkonjunktur wieder „abwürgen“. Detailliertere Ausführungen zur wirtschaftlichen Situation sparte er sich jedoch in seiner Rede. Vielmehr konzentrierte er sich auf wichtige Sachfragen der Branche. Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) Bereits zur Frühjahrs-Mitgliederversammlung heiß diskutiert (vgl. ep 5/06, S. 352), berichtete Hellmann über den weiteren Werdegang. Änderungsanträge des Landes Niedersachsen auf Betreiben der Handwerkskammer Lüneburg sowie auch anderer Länder hinsichtlich der Rolle des Installateurverzeichnisses hätten die Angelegenheit verzögert. In allen Fällen ist es jedoch im Ergebnis intensiver Gespräche der beteiligten Parteien gelungen, Bedenken auszuräumen und die Länder von der Rücknahme ihrer Anträge zu überzeugen. Die gegenwärtig noch vorliegenden Änderunganträge betreffen eher Haftungsfragen beim Energieversorger. Mittlerweile ist die NAV am 22.09.06 im Bundesrat behandelt worden, kommt aufgrund neuer Änderungen nochmals auf den Kabinettstisch, sodass am Jahresende mit einer Verabschiedung gerechnet werden kann. Weitere Themen: · GEZ-Gebühren für internetfähige Rechner und Mobiltelefone · ZVEH-Jahrestagung in Trier und der Beschluss zum neuen Verbandszeichen (vgl. auch ep 8/2006, S. 602) · Bestellmöglichkeiten der neuen VOB · Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz und Auswirkungen · Mobile Stromversorgung NRW · Bürokratieabbau in NRW · Vorbereitung zur Fachmesse Elektrotechnik vom 28.08.-01.09.2007 Man arbeitet gegenwärtig an einigen interessanten Projekten. Ehrungen J. Scholl, Elektro-Innung Düren, Vorstandsmitglied und Obermeister seit 1996 wurde mit der „Silbernen Ehrennadel“ ausgezeichnet. Als ein „Pionier“ des Radio- und Fernsehtechniker-Handwerks erhielt R. Holtstiege (Bild ), IT-Innung Münster, wegen seiner hohen Verdienste um die IT-Handwerke die Auszeichnung mit der „Goldenen Ehrennadel“. Liberalisierung und Regulierung des Energiemarktes In Deutschland tritt die Anreizregulierung (§ 21 a EnWG) für die Netzbetreiber der Elektrizitätswirtschaft ab 01.01.2008 in Kraft. Daher nutzten namhafte Verteter der Energiebranche die Veranstaltung des Gastgebers - Hersteller von Kabelgarnituren - zu möglichen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit zu diskutieren . Hoher Investitionsbedarf. Dr. Eberhard Meller, Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin, wies auf die noch bestehende hohe Versorgungssicherheit in Deutschland hin. Deutschland würde heute noch als „Weltmeister in der Zuverlässigkeit“ gelten. So beträgt der durchschnittliche Ausfall/Jahr in Deutschland 23 min, in Frankreich 59 min und in Italien bereits 150 min. Das müsse durch ständige Investitionen abgesichert werden. Den Investitionsbedarf schätzte er bis zum Jahr 2020 mit jeweils 40 Mrd. Euro für den Netz- und den Kraftwerksbereich ein. Die Umsetzung dieser Maßnahmen würde jedoch wesentlich von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen, insbesondere von den Bedingungen der Anreizregulierung. Technische Anforderungen. Dr. Joachim Schneider, Vorstandsmitglied der ABB AG, sprach zu den zukünftigen Herausforderungen an energietechnische Systeme. Liberalisierung bedeute auch, dass eine leistungsfähige Transportinfrastruktur für elektrische Energie vorhanden sein muss. Diese müsse auch flexibles Reagieren der Netzbetreiber infolge kurzfristiger Entwicklungen an den Strommärkten ermöglichen. Das beträfe vor allem den Ausbau Erneuerbarer Energien, speziell der Windkraft. Ende 2005 waren in Deutschland 18 000 MW Windanlagen installiert bei einer Lastspitze von etwa 75000 MW. Nach ersten Erhebungen der betroffenen Interessensgruppen wären für das deutsche Übertragungsnetz bis zum Jahr 2015 Investitionen von mehr als einer Mrd. Euro erforderlich, 850 km neue Hochspannungstrassen müssten gebaut werden. Instandhaltung. Prof. Dr. Claus Neumann der RWE Transportnetz ging in seinem Vortrag Instandhaltung - Kostenblock oder Garant der Versorgungssicherheit - besonders auf die Möglichkeiten zur Optimierung der Instandhaltung ein. Die Instandhaltungskosten beinflussen wesentlich die Betriebskosten und Investitionen - damit die Netzkosten. Er betonte die Notwendigkeit, geeignete Instandhaltungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Erfahrungen. Mit Interesse wurde auch der Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Hermann Egger zu den Erfahrungen der Anreizregulierung der Netztarife in Österreich am Beispiel des Stromerzeugungs- und Verteilungsunternehmens Kelag verfolgt. Die E-Control-Gmb H erreichte als Regulator seit der ersten Tarifrunde 2002 bereits eine Absenkung der Netztarife von 30 %. Weitere Tarifrunden und Kostenprüfungsverfahren stehen bevor. Dabei ist aber noch unklar, inwieweit zusätzlich über die Effizienzvorgaben erzielten Gewinne den Unternehmen z. B. für Instandhaltungsmaßnahmen zur Verfügung stehen werden. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 11 892 BRANCHE AKTUELL Mitgliederversammlung des FEH NRW in Bad Lippspringe Es gibt noch viel zu tun 110 Ehrenamtsträger waren am 13. September nach Bad Lippspringe gekommen. Auf Einladung von Obermeister H. Heggemann als Vertreter der Fachinnung Paderborn diskutierten sie noch zu lösende Aufgaben 2006 und steckten erste Ziele ab besonders im Vorfeld zur Fachmesse Elektrotechnik 2007. Gruppenfoto V.l.n.r.: W. Schmidt, L. Hellmann, H. Heggemann, M. Müller, J. Tack, F. Wächter Reinhold Holtstiege ist stolz auf die Goldene Ehrennadel Zukunft der Energiewirtschaft sichern Über 100 Gäste hatte Pfisterer am 20. und 21. September nach Esslingen eingeladen. Das 85-jährige Jubiläum des Unternehmens war ein guter Anlass, im Rahmen eines Symposiums die Anforderungen an die Energiewirtschaft unter veränderten politischen und wirtschaftlichen Bedingungen zu diskutieren. V.l.n.r.: Univ.-Prof. Dr. H.-J. Haubrich, Dr. J. Schneider, Univ.-Prof. Dr. H. Egger, Dr. A. Moser, Prof. Dr. C. Neumann EP1106-890-893 19.10.2006 11:45 Uhr Seite 892
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