Elektrotechnik
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Motoren und Antriebe
Mobile Arbeitsmaschinen auf Baustellen
ep12/2004, 1 Seite
In [1] sind konkrete Angaben zur Belüftung von Arbeitsgruben enthalten, bei deren Einhaltung nicht mit dem Auftreten gefährlicher Mengen brennbarer Gase oder Dämpfe zu rechnen ist. Dann kann natürlich auch auf eine Ex-Installation verzichtet werden. In der Praxis wird man immer diesen Weg des primären Explosionsschutzes gehen, denn Reparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen sind in explosionsgefährdeten Arbeitsgruben nahezu unmöglich. Anforderungen für eine „normale“ Installation von Arbeitsgruben. Arbeitsgruben gelten als feuchte und nasse Räume. Die BGR 157 [1] bezieht sich daher mit den folgenden Forderungen auf DIN VDE 0100-737 [7]: · Leuchten im Verkehrs- und Arbeitsbereich müssen gegen mechanische Beschädigungen geschützt sein und mindestens IP 54 besitzen. · Handleuchten müssen der Bauart SK l. II (schutzisoliert) entsprechen und für rauhen Betrieb geeignet sein. · Handgeführte Elektrogeräte benötigen mindestens die Schutzart IP 20. Einige hilfreiche Erläuterungen findet man auch in dem Sicherheitslehrbrief BGI 550 [8]. Literatur [1] BGR 157 (bisher ZH 1/454) Fahrzeuginstandhaltung. [2] ASR 7/3 Arbeitsstättenrichtlinie „Künstliche Beleuchtung“. [3] DIN VDE 0100-706:1992-06 Leitfähige Bereiche mit begrenzter Bewegungsfreiheit. [4] BGI 594 (bisher ZH1/228) Sicherheitsregeln für den Einsatz elektrischer Betriebsmittel bei erhöhter elektrischer Gefährdung. [5] Betriebssicherheitsverordnung vom 02.10.2002. [6] DIN EN 60079-14/DIN VDE 0165-1:2004-06 Elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen. [7] DIN VDE 0100-737:2002-01 Feuchte und nasse Räume und Anlagen im Freien. [8] BGI 550 (bisher ZH1/98) Sicherheitslehrbrief für die Fahrzeuginstandhaltung. F. Schmidt Mobile Arbeitsmaschinen auf Baustellen ? Wir sind ein Hersteller von mobilen Arbeitsmaschinen, die auf Baustellen zum Einsatz kommen. Die Anschlussleistungen reichen von 75 kW bis 132 kW. Bedient werden die Maschinen entweder an der Maschine oder über eine Kabelsteuerung. Welche Normen, Vorschriften und Sicherheitsrichtlinien gelten für dies Art von Arbeitsmaschinen? ! Für die Herstellung von Maschinen ist in erster Linie die Maschinenrichtlinie (MSR), zu berücksichtigen. Außerdem müssen die Niederspannungsrichtlinie (NSR), die EMV-Richtlinie und ggf. auch noch andere relevante Richtlinien berücksichtigt werden. Zur Erfüllung der Anforderungen für die elektrische Ausrüstung müssen die relevanten Europäischen Normen berücksichtigt werden. In erster Linie sind das die sog C-Normen, d. h. produktspezifische Normen. Beim Fehlen einer C-Norm muss DIN EN 60 204-1/VDE 0113 Teil 1 angewendet werden. Außerdem ist für den Schaltschrank, in dem die Steuer- und Leistungsgeräte eingebaut sind, DIN EN 60 439-1/ VDE 0660 Teil 500zu berücksichtigen. Wegen des speziellen Einsatzes auf Baustellen, muss ggf. die BGI 608 beachtet werden. Dort wird im Abschnitt 4.2.6.2 gefordert, dass umrichtergespeiste Betriebsmittel (was für eine solche Maschine zu vermuten ist) gekennzeichnet werden müssen, weil sie im Fehlerfalle Gleichfehlerströme erzeugen können, die das Auslösen von pulsstromsensitiven Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) verhindern können. Das heißt, es müssen auf Baustellen im Speisepunkt allstromsensitive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) vorhanden sein. W. Hörmann Anschluss eines Motors ? Auf dem Typenschild eines Drehstrommotor einer Holz bearbeitenden Fräsmaschine steht: 380/220 V 4,7/8,1 A/2,3 kW. Wie kann ich diesen Motor anschließen? Ist es richtig, dass man für direktes Einschalten den Motor in Stern anschließt? Die Kraftübersetzung wird mit einem Riemen übertragen, wird der Motor dann in Stern/Dreieck angeschlossen? Separate Frage: Ab wann kann man Stern-, Dreieck- oder Stern/Dreieckanlauf betreiben (bis zu welchen Nennströmen und Nennleistungen)? Wie ist dies auf dem Typenschild erkennbar? ! Leider fehlt die entscheidende Angabe der bei ihrem Kunden vorliegenden Drehstrom-Netzspannung; daher muss ich einige Möglichkeiten abhandeln: a)Netzspannung 3 x 380 V: Motor fest in Stern schalten. Stern-Dreieck-Anlauf nicht möglich. b) Netzspannung 3 x 220 V: Motor fest in Dreieck schalten für Direktanlauf oder Motor über Stern-Dreieck-Schalter einschalten. c) Netzspannung 3 x 400 V: Anschluss wie unter a), jedoch Strom unter Volllast messen (sollte nicht über 4,7 A sein) und Erwärmung über einige Stunden beobachten. Motoren dieser Größe und in üblicher Auslegung sollten die Überspannung ertragen. Im Zweifelsfall Hersteller fragen. Motoren der hier vorliegenden Bemessungsleistung (2,3 kW) sind üblicherweise - ohne Bedenken für den Motor - für Direktanlauf geeignet. Die Stern-Dreieck-Einschaltung kann aus zwei Gründen notwendig sein: Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 12
Autor
- W. Hörmann
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