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Elektrotechnik

Jahrestagung des LIV Berlin/Brandenburg

ep12/2000, 2 Seiten

Vom 19. bis 21. Oktober fand in Burg/Spreewald die 10. Jahrestagung des Fachverbandes Elektrotechnische Handwerke Berlin/Brandenburg statt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung und in den Fachgruppen wurden der augenblickliche Stand analysiert und notwendige Aktivitäten erarbeitet. Einen Höhepunkt bildeten die Vorstandswahlen.


Öffentliche Mitgliederversammlung In ihren Grußworten gratulierten die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Großhandel dem Fachverband zu seinem 10-jährigen Bestehen. ZVEH-Präsident K. Hagedorn ging auf die augenblickliche Lage des Handwerks ein, das sich in einer Zeit der Umbrüche befindet. Den neuen Anforderungen gilt es sich zu stellen. Die Qualifizierung zum „Fachbetrieb für Gebäudetechnik“ sowie „Fachbetrieb für Informationstechnik“ bieten dafür eine gute Basis. Jeder kann und sollte sich sein eigenes spezielles Betätigungsfeld aufbauen. Landesinnungsmeister M. Schmeltz stellte in seinen Ausführungen fest, das Baugewerbe in Berlin/Brandenburg liegt am Boden. Betroffen ist auch das Elektro-Handwerk. Zusätzlich erschwert wird die Lage durch die schlechte Zahlungsmoral. Deshalb forderte er für Aufträge über 5000 DM die Einführung einer Gewährleistungspflicht, um den Auftragnehmer abzusichern. M. Oehler, Wirtschaftsministerium Brandenburg, kennt die Probleme des Handwerks - Sicherung von Unternehmen, erhalten der Meisterprüfung, Schwarzarbeit, Steuerentlastung usw. Er versprach, sich dafür einzusetzen, dass sich die Bedingungen verbessern, z. B. Vergabe von Aufträgen in kleineren Losen, freundlicheres Klima für Unternehmen und Innovationen. So werden am 1. 1.2001 eine Zukunftsagentur und eine e-commerce-Gruppe in Brandenburg gegründet. Letztere wird im Jahre 2001 mit 60 Mio. DM ausgestattet. Ich habe eine Ausschreibung gewonnen ... Unter diesem ungewöhnlichen Thema ging H.-J. Slischka (Bild ) auf die Entwicklung des LIV Berlin/Brandenburg ein und zeigte die vor dem Verband liegenden Probleme auf. Rückblick. Am 1.8.1990 wurde der LIV Berlin/Brandenburg gegründet. Das Elektrohandwerk bewies diesbezüglich mehr Weitsicht, als die Politiker. Der Zusammenschluss erfolgte jedoch nicht im Selbstlauf, notwendig waren intensive Vorarbeiten. Es schlossen sich nicht nur die Handwerker aus Ost-und West-Berlin zusammen, sondern auch aus Brandenburg und Berlin - also aus zwei Bundesländern. Besonders verdient machten sich hierum K.-P. Müller, G. Hermann und Dr. Ladendorf. Ihnen gilt besonderer Dank. Im Laufe der vergangenen 10 Jahre hat sich der Verband gefestigt und leistet eine für alle Mitglieder Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 12 1028 Branche aktuell 10. Jahrestagung des LIV Berlin/Brandenburg Zwei Bundesländer - ein Verband Vom 19. bis 21. Oktober fand in Burg/Spreewald die 10. Jahrestagung des Fachverbandes Elektrotechnische Handwerke Berlin/ Brandenburg statt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung und in den Fachgruppen wurden der augenblickliche Stand analysiert und notwendige Aktivitäten erarbeitet. Einen Höhepunkt bildeten die Vorstandswahlen (Bild ). Zum neuen Vorsitzenden wurde G. Hermann gewählt - links: sein Vorgänger M. Schmeltz, Mitte: Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes C. Rehlinger In seinem interessanten Vortrag ging H.-J. Slischka auf die Geschichte des LIV ein und nannte wichtige Probleme, die es zu lösen gilt zufriedenstellende Arbeit. Damit sind aber noch nicht alle Probleme gelöst, insbesondere in der augenblicklichen Zeit mit ihren imensen Veränderungen. Aktuelle Probleme, die es zu lösen gilt, stellte H.-J. Slischka anhand einer Ausschreibung dar. Eines besteht schon darin, dass diese 20 bis 400 Seiten stark sein kann und teilweise erhebliche Mängel enthält. Besonders negativ wirkt sich aus, dass für den Angebotspreis vor allem Material- und Lohnkosten berücksichtigt werden. Es stehen nicht mehr Innovation und Funktion im Vordergrung, sondern nur der Preis. Dieser wird durch Knebelung der Großhändler und Hersteller gedrückt. Es muss wieder Leistung verkauft werden. Notwendig sind einheitliche Verrechnungspreise und das Einhalten gleicher Stundenverrechnungssätze. Werden die Mitarbeiter unter Tarif bezahlt, z. B. 12,50 DM, so spart man jährlich 20 000 DM. Jedoch werden die Preise ruiniert, die Mitarbeiter sind unzufrieden und die Steuereinnahmen reduzieren sich um 4000 DM (weniger neue Aufträge). Es sind wirksame Mittel durch Industrie, Großhandel und Handwerk zu finden, um dieser Entwicklung entgegen zu steuern. Dadurch ergeben sich vor allem folgende Aufgaben: · Kontakte zur Politik festigen. · Sturmlauf gegen die Bankenpraxis, keine Risiken einzugehen - keine Gründungs- und Sicherungsdarlehen. · Energiecontracting forcieren. · Aktiven Einfluss auf Steuerreform nehmen. · Erst nach Zahlung durch Auftraggeber darf die Umsatzsteuer vom Handwerk gefordert werden. Fachtagung Produkt bezogen wurde auf neue Aufgabenfelder eingegangen. Eine kleine Ausstellung (Bild ) veranschaulichte die Ausführungen. N. Nüssel, Geyer, erläuterte am Beispiel des Hausanschlussschrankes Quadro, dass der Elektrohandwerker zum Gebäudetechniker werden muss. Versäumt er dieses, so besetzt die SHK-Fachkraft Teile seines Aufgabenbereichs. In seinen Ausführungen zeigte er die Vorteile des Quadro und wies darauf hin, dass der höhere Preis durch andere Einsparungen - kein Baustromverteiler erforderlich, kleiner Raumbedarf notwendig - kompensiert wird. M. Laub, Knipex, zeigte am Beispiel der Crimp-Werkzeuge, dass es sich nicht lohnt, bei der Anschaffung von Werkzeugen zu sparen. Um eine einwandfreie Crimpverbindung herzustellen, ist eine nachjustierbare Zwangssperre erforderlich. Nach 20000 Crimpungen ist zu prüfen, ob das Werkzeug nachjustiert werden muss. Eine hohe Standfestigkeit von Werkzeugen ist nur durch den Einsatz hochwertiger Materialien möglich. M. Wisnewski, Osram, berichtete über Neuheiten des Lichtmarktes, die zur Energieeinsparung beitragen. Neuestes Produkt sind die LED-Lampen - einfarbiges Licht, einseitige Abstrahlung, hohe Schockfestigkeit, Lebensdauer 100 000 h. R. Peggau, Siemens, stellte „easystarter for instabus EIB“ vor, durch den der Einstieg in EIB wesentlich erleichter wird (s. ep 2000, Heft 9, Seite 757-761). U. Hartmann, DGS, verdeutlichte an Hand von Zahlen, dass der Photovoltaik-Markt boomt. Er ermutigte das Handwerk, sich dieses Betätigungsfeldes anzunehmen. Vorstandswahl Herausragender Punkt der geschlossenen Mitgliederversammlung war die Wahl des neuen Vorstands. Dieser setzt sich zusammen aus: G. Hermann, Vorsitzender (Bild ), H.-J. Slischka und W. Gutschmidt, Stv. Vorsitzende, G. Huck, Schatzmeister, E. Block, Fachgruppenleiter Elektrotechnik und R. Strzeletz, Fachgruppenleiter Elektromaschinenbau. H. Elster Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 12 1029 Branche aktuell Die Fachtagung im Rahmen der Verbandstage bot eine gute Gelegenheit, sich mit neuen Techniken vertraut zu machen (N. Nüssel, Fa. Geyer, und P. Prylewski, re.)

Autor
  • H. Elster
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