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Interoperabilität und Standardisierung

Im Spannungsfeld zwischen Aufwand und Wirtschaftlichkeit
ep7/2021, 5 Seiten

Die Kommunikation von Informationen erfolgt in der Regel über leitungsgebundene Netze, funkgestützte Netze oder eine Kombinationen beider Varianten. Sie ist gekennzeichnet durch die Übertragung digitaler Signale, bei denen es sich um Audio, Video oder Daten handeln kann. Das gilt unabhängig von der Dimension des jeweiligen Netzes. Über die angeschlossenen technischen Funktionseinheiten – die Endgeräte – sollen die Nutzer möglichst unkompliziert auf die große Zahl der angebotenen Inhalte – wie Dienste, TV-Programme und Anwendungen – zugreifen können. In diesem Zusammenhang spielen Interoperabilität und Standardisierung eine wesentliche Rolle.


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In der Praxis ist die Interoperabilität von Endgeräten aus folgenden Gründen nur begrenzt gegeben:

  • Endgeräte mit ausgeprägter Interoperabilität sind technisch aufwendig und werden deshalb als unwirtschaftlich betrachtet.

  • Endgeräte mit ausgeprägter Interoperabilität betrachten Plattformbetreiber/Netzbetreiber häufig als kontraproduktiv zu ihren Geschäftsmodellen, die stets eine unmittelbare Kundenbindung zum Ziel haben.

Der Nutzer empfindet Interoperabilität subjektiv als gegeben, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Das Endgerät ist durch geeignete Maßnahmen (z. B. „Runterladefähigkeit“) zukunftssicher (future proofed), was Investitionsschutz bedeutet.

  • Er kann jedes Endgerät im freien Markt erwerben.

  • Er kann den Plattformbetreiber/Netzbetreiber frei wählen.

  • Er kann ungehindert eine Vielzahl von Diensten unterschiedlicher Inhalteanbieter nutzen.

  • Der Betrieb verläuft stabil, also ohne Aussetzer oder Ausfälle.

  • Die gespeicherten Einstellungen und Inhalte bleiben auch nach einem Wechsel des CA/DRM-Systems unverändert erhalten.

Fazit

Die Interoperabilität steht immer im Spannungsfeld zwischen Aufwand und Wirtschaftlichkeit, also den auftretenden Kosten. Deshalb ist eine „vollständige“ Interoperabilität in der Praxis nicht erreichbar. Aus diesem Grund stellen umfassende Standardisierung, definierte Schnittstellen bei Netzen und Endgeräten sowie die Bereitstellung von Adaptern, einen zweckmäßigen Lösungsansatz dar. Bei den Endgeräten sollte außerdem die Nachrüstbarkeit bzw. Umrüstbarkeit von Leistungsmerkmalen mithilfe von Hardware und/oder Software möglich sein. Beide Ansätze führen zu einer nutzerfreundlichen Perspektive für preisgünstige Endgeräte mit hoher Leistungsfähigkeit und ausgeprägter Interoperabilität.

Abschließend sei auch noch auf ein weiteres Erfordernis hingewiesen, nämlich die ausreichende Information der Nutzer über die bei der Interoperabilität gegebenen Zusammenhänge und das Angebot umfassender Beratung. Nur ein „aufgeklärter“ Nutzer ist in der Lage und bereit, die für ihn stets kostenrelevanten Entscheidungen kompetent zu treffen, was sicher auch im Interesse aller Anbieter und Betreiber liegt.


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Autor
  • U. Freyer
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