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Installationstechnik | Elektrotechnik

Installation nach eigenen Normen?

ep5/1999, 1 Seite

Überall werden Wohnungen modernisiert, mit ihnen die Elektroinstallation. Für die Bewohner der betreffenden Häuser ist es meist eine sehr strapaziöse Angelegenheit. Selbst wenn sich die Gewerke große Mühe geben und die Organisation einigermaßen klappt, geht es ohne Probleme und Ärger wohl nirgendwo ab. Nachfolgend geschilderte Situationen sollten jedoch niemals auftreten.


Zusammenarbeit der Gewerke Wenn sich Renovierungsarbeiten über mehrere Monate hinziehen, der Maurer dann auch noch nach dem Maler kommt und bei den Handwerkern aus den unterschiedlichsten Regionen von Berlin und anderen Gegenden eben auch sehr unterschiedliche Qualifikation und Einsicht vorhanden sind, dann ist selbst der verständnisvollste Bürger stark angeschlagen. Aber er hat ja dann eine moderne Wohnung, alles ist besser und auch sicherer als vorher. Für den Elektroinstallateur sind solche Arbeitsbedingungen sicher auch keine Freude. Daß er aber unabhängig davon ein normengerechtes Arbeitsergebnis abliefern muß, ist wohl unbestritten. Beispiel einer unsachgemäßen Elektroinstallation Vor einiger Zeit besuchte ich einen Wohnungsinhaber während der Sanierungsarbeiten. Eine neugierige Besichtigung der Elektroinstallation ergab sich von selbst (Bild ). Bei einem zweiten Besuch, die Anlage war inzwischen fertig installiert und in Betrieb, habe ich mir dann auch einmal den Wohnungsverteiler gründlich angesehen (Bilder und ). Der Wohnungsinhaber wußte noch zu berichten, daß es inzwischen beim Aufhängen des Küchenschranks plötzlich geknallt hatte, das Licht ausging und der Elektriker dann netterweise den Schaden an der Unterputzleitung sofort behob und wieder vergipste.„Ein hilfsbereiter, freundlicher Mensch“, meinte er. Das Ergebnis der „Besichtigung“ nach DIN VDE 0100 Teil 610 ist die als Tafel aufgeführte Mängelliste. Ich frage, wie kann es zu diesem Pfusch kommen. · Mangelhaftes Wissen? · Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit? · Einsatz von Hilfskräften? · Fehlende Kontrolle? Alle Mängel führen nun nicht zu einer unmittelbaren Gefährdung. Bei einer solchen Arbeitsweise ist derartiges aber künftig durchaus möglich. Und diese Fachkräfte haben nicht nur diese, sondern auch viele weitere Wohnungen mit einer wahrhaftig „neuen“ Elektroinstallation versehen. Und wer kontrolliert? Natürlich ergeben sich für den Betrachter einer solchen Fehlleistung einige Fragen. Derartiger Pfusch ist ja nicht zu tolerieren. Sicherheit durch den E-Check ist das Motto eines echten Elektrofachbetriebes. Aber hier wurde ein E-Schreck produziert, von einem zugelassenen Elektrofachbetrieb. Wer ist für die Kontrolle der Fachbetriebe zuständig? Die Innung? Das EVU? Wenn ja, auch für Nichtinnungsbetriebe? Wird kontrolliert? Wie oft? Mit welchen Ergebnissen? Was macht die Innung, wenn solch ein schwarzes Schaf entdeckt wird? Es wäre interessant darüber etwas zu erfahren und zu wissen, daß solche „Arbeit“ nicht zur Regel werden kann. E. Klab Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 5 449 Report Installation nach eigenen Normen? Überall werden Wohnungen modernisiert, mit ihnen die Elektroinstallation. Für die Bewohner der betreffenden Häuser ist es meist eine sehr strapaziöse Angelegenheit. Selbst wenn sich die Gewerke große Mühe geben und die Organisation einigermaßen klappt, geht es ohne Probleme und Ärger wohl nirgendwo ab. Nachfolgend geschilderte Situationen sollten jedoch niemals auftreten. Tafel Mängel an einer erneuerten Elektroinstallation 1. Normenverstöße - lnstallationszonen nicht eingehalten (Bilder ). - Leitungen nicht senkrecht zu den Geräten geführt. - Leuchtenauslaß im Bad in Zone 2, fast noch in Zone 1, Leuchte zwangsläufig in Zone 2. - Verwendung der blauen Ader in der Zuführungsleitung zum Verteiler als L (Bild ). - Meßtechnische Prüfung (nach Aussage des Nutzers) erst sechs Wochen nach erster Inbetriehnahme. 1. Sonstige Mängel - Unnötige Unterbrechung des PEN im Verteiler (Bild ). - Stromkreis der Steckdosen der Küche nicht mit über den RCD des Bades geführt. - Kennzeichnung der Stromkreise im Verteiler unvollständig und nicht qualitätsgerecht (Bild ). - Keine Information über den verbliebenen Teil der Altanlage mit TN-C-System (klassische Nullung). - Keine Prüfmarke am Verteiler. - Keine Einweisung des Nutzers in die Anlage, die Funktion des FI-Schutzschalters und dessen Prüfung, Beanstandung des inzwischen montierten Spiegelschranks, dessen Leuchte und Innensteckdose sich im Bereich 2 befinden. Installation, bei der die vorgeschriebenen Installationszonen keinerlei Beachtung fanden Verwendung der blauen Ader als Phase Mangelhafte Kennzeichzonen der Stromkreise

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