Elektrotechnik
Exportgetriebener Aufschwung der Elektroindustrie
ep3/2000, 2 Seiten
und Immobilienwelt wird auf der Light +Building die versprochenen Highlights sehen wollen. Building Performance Alles was zur Zeit Stand der Technik ist, wird auch auf dem Kongress Building Performance besprochen. Kongress-Schwerpunkte sind u.a.: · Lichttechnik · Elektrische Gebäudeinstallations- und Systemtechnik · Haus- und Gebäudeautomation · Facility Management/Immobilienmanagement · Contracting Der ep leistet übrigens auch seinen Beitrag für die Aufklärungsarbeit bei potentiellen Kunden. In diesem Heftwirddieerste Ausgabeunseres Sonderbeilage build.ing veröffentlicht. Auf 40 Seiten wird dort der aktuelle Stand bei Gebäudetechnik/ Gebäudemanagement aufgezeigt. Interessante Projektbeschreibungen zeigen deutlich, wie weit die Modernisierung der Bauwirtschaft schon vorangekommen ist. ep verlost Software im Wert von 10.000 DM Um den ep-Lesern die Fahrt nach Frankfurt noch etwas mehr zu versüßen, verlost der ep gemeinsam mit der Fa. Data Design Planungs-und Ausschreibungs-Software im Wert von 15.000 DM. Füllen Sie einfach den Teilnahmeschein auf Seite 254 im Build.ing-Sonderteil aus und werfen Sie diesen auf der Light + Building in den Lostopf auf unserem Messestand. Der Standort des ep in Frankfurt ist in der Galleria Ebene 0 Stand A23. Da es nur zwei Hauptgewinner geben kann, werden viele Trostpreise verlost. Natürlich können Sie den Teilnahmeschein auch per Post an den ep schicken. Gira-Aktiv Partner treffen sich zur Jahreskonferenz Der Gira-Aktiv Partner-Club hält seine Jahreskonferenz 2000 auf der Light + Building ab. Wie vom Club zu erfahren war, will man so seinen Mitgliedern wie gewohnt das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Aktive Elektrohandwerker besuchen ohnehin die Messe. Wenn sie dann auch noch Clubmitglied sind, wird aus dem Messe-Event ein Mega-Event. Das Programm beginnt am 21.3. mit der Vorstellung einiger Produktneuheiten. Anschließend tritt Prof. Nieschmidt - umjubelter Star der letzten Jahreskonferenz - mit seinen Gedanken zu „Arbeit und Führen“ auf die Bühne (vgl. ep 11/99, Seite 994). Die Jahreskonferenz steht auch im Zeichen neuer Marketing-Aktionen, die der Club organisiert hat. Von Mailings über Plakataktionen und Deko-Service (Bild ) sind wieder eine ganze Menge Neuheiten dabei. R. Lüders Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 3 167 Branche aktuell Mit Aktionen wie dem Deko-Service für Schaufenstergestaltung hilft der Gira Aktiv-Partner Club beim aktiven Verkauf im Elektrohandwerk Die Messe Frankfurt macht zur Light + Building Sonder-Angebote. Angebot 1: Flugreise incl. Tageskarte, Katalog, Ticket Nahverkehr ab 499,- DM Angebot 2: Zugreise incl. Hotel, Dauerkarte, Katalog ab 400,-DM Informationen Tourismus-Congress Gmb H Tel: +49 (0) 69 21 23 0808 Tourist Information Römer Tel: +49 (0) 69 21 23 8708 www.frankfurt-main.de www.frankfurt-online.de Messeangebote Konjunktur gewinnt an Fahrt Nach einem Wachstum der wirtschaftlichen Gesamtleistung BIP (Bruttoinlandsprodukt) im Jahr 1998 von 2,2% haben die Statistiker für 1999 1,4% (vorläufiger Wert) errechnet. Dabei steigerte sich das BIP von 0,7 im ersten Quartal auf etwa 2,7% im vierten Quartal. Hauptursache für die im zweiten Halbjahr verbesserten Ergebnisse war die Überwindung der Finanz- und Währungskrise in Asien und Lateinamerika, die insbesondere den Export industrieller Güter seit 1998 erhebliche Verluste zufügten. Darüber hinaus wurde der Export durch den anhaltenden Wertverlust des Euro gegenüber dem Dollar begünstigt. Dennoch konnte der Export 1999 nur um 3,8% gesteigert werden. Die Exportentwicklung im vierten Quartal und eine weitgehend verbesserte Auftragelage lassen für das laufende Jahr Exportzuwächse um 7% erwarten. Auch die Binnenkonjunktur wächst langsam, so dass das Finanzministerium im Jahr 2000 einen Zuwachs an wirtschaftlicher Gesamtleistung um 2,5% erwartet. Damit könnte ein Spitzenwert im vereinten Deutschland erreicht werden, der allerdings nach Expertenmeinung für eine starke Reduzierung der Arbeitslosigkeit nicht ausreicht. So geht der Finanzminister davon aus, dass im laufenden Jahr die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen mit 3,9 Millionen um 200.000 unter dem Vorjahrswert liegt. Gleichzeitig rechnet er mit einem Beschäftigungszuwachs von 120.000. Aufschwung Ost im Rückwärtsgang Zum dritten Mal in Reihenfolge blieb das Wachstum im Osten Deutschlands - darunter Berlin mit den bundesweit schlechtesten Ergebnissen - hinter der Entwicklung in den alten Bundesländern zurück. Hauptursache ist weiterhin die im Vergleich zu Westdeutschland um rund 50% niedrigere Anzahl übriggebliebener Industriearbeitsplätze, die auch maßgeblich für die doppelt so hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich ist. Darüberhinaus reduzierte sich erneut die Leistung der Bauindustrie drastisch. Ursache dafür ist der 13,6%ige Rückgang des Auftragsvolumens in einem Jahr - bundesweit waren es 3,5%. Die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie verbuchten allerdings bis zu zweistellige Umsatz-und Exportsteigerungen - wenn auch von einem niedrigen Ausgangsniveau. Der durchschnittliche Exportanteil von 18% ist nur halb so hoch wie in vergleichbaren Unternehmen in den alten Bundesländern. Die ostdeutsche Elektroindustrie allein erreichte sogar 24%. Allerdings trifft die insgesamt positive Entwicklung für mittelständische und neue High-Tech-Fabriken nicht im gleichen Maße zu. Mit 64 000 Beschäftigten - das sind im Vergleich zur gesamten deutschen Elektroindustrie etwa 7,3% - blieben die Ostdeutschen 1999 vom Arbeitskräfteabbau verschont. Der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie Deutschlands (ZVEI) warnt vor einer im Vergleich zu den Vorjahren nachlassenden Entwicklungsdynamik bei Investitionen. Elektrokonjunktur durch direkten und indirekten Export Der Umsatz der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wuchs 1999 nach vorläufigen Berechnungen um mehr als 4%. Die Produktion stieg von gut 2% im Vorjahr auf etwa 3 - 4%. Als zweitgrößte Industriebranche in Deutschland behauptete sie damit ihre Position gegenüber den ande-Exportgetriebener Aufschwung der Elektroindustrie Im Ergebnis der schrittweise überwundenen weltweiten Wirtschaftskrise erhöhte sich 1999 die wirtschaftliche Gesamtleistung von Quartal zu Quartal. Dabei profitierte die Elektroindustrie wiederum von den gewachsenen Exportmöglichkeiten. Geblieben sind gravierende Branchenunterschiede wie auch die ungenügende Breite der ostdeutschen Industriebasis. ren Wachstumsträgern auch als Zulieferer für den wachsenden Maschinen- und Anlagenbau sowie für die Automobilindustrie. Bereits in den ersten neun Monaten verbuchten die Unternehmen der Elektrobranche ein Auftragsplus aus dem Ausland um gut 8%. Auch im Inlandsgeschäft, in dem die Auftragseingänge nach Einbußen zu Jahresbeginn (minus 3%) im dritten Quartal sogar um 9% deutlich zulegen konnten, war nach Ansicht des ZVEI eine unübersehbare Abhängigkeit von der Exportkonjunktur durch indirekte Auslandsgeschäfte der Motor. Letztlich ist die gute Auftragsentwicklung ein Indiz für die entscheidende Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den internationalen Wettbewerbern. Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster schätzt das Umsatzwachstum der Deutschen Branche im vergangenen Jahr auf etwa 16%. Ein Umsatz von rund 7 Milliarden DM und 28.000 Arbeitsplätze sind in erster Linie der Herstellung und Errichtung von Windenergiekonvertern zur Stromerzeugung im In-und Ausland geschuldet. Deutschland behauptet mit einer im Land installierten Leistung von deutlich mehr als 4 GW auch 1999 die internationale Spitze. Getragen von der verbesserten Auftragslage stieg die Zahl der Beschäftigten in der Elektroindustrie im dritten Quartal um 8.000 auf 856.000. Sie lag damit um rund 10.000 niedriger als zu Jahresbeginn. Dienstleistung als Wachstumsfaktor Bereits in den vergangenen Jahren veränderte sich in der Elektroindustrie das Verhältnis von Umsatz aus Warenproduktion und Dienstleistung zugunsten der Dienstleistung. Selbst die ursprünglich fast ausschließlich auf Produkte wie Elektromotore und Stromrichter zur Drehzahlverstellung orientierte Antriebsbranche hat sich immer mehr den neuen Marktanforderungen angepasst und liefert inzwischen auch komplette Antriebssysteme, die optimal den kompliziertesten Bewegungsabläufen angepasst sind (vgl. ep 11/99, S.1021-1023). Der Fachverband Elektrische Antriebe im ZVEI informiert in seinem jüngsten Jahresbericht, dass je nach Hersteller und Produktionsbereich 5 bis 40% des geschätzten Umsatzes auf intelligente Dienstleistungen entfällt. Auf die Antriebshersteller in Deutschland umgerechnet ergibt sich daraus zusätzlich zum Produktionsvolumen ein Umsatz von 27%. Der Trend zur industrienahen Dienstleistung hat inzwischen von der Großindustrie bis zum Existenzgründer alle Branchen ergriffen - an der Spitze die Informations- und Kommunikationstechnik. So steigerte Siemens den Dienstleistungsanteil am Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr auf 25% und will in fünf Jahren die 50%-Marke erreichen. Dabei setzt der Konzern ebenso wie mittelständische Unternehmen zunehmend auf herstellerunabhängige Dienstleistungen, die mit gebündelter Kompetenz durch fachübergreifende Teams individuelle Lösungen mit überdurchschnittlichen Gewinnaussichten realisieren. Dienstleistungen eröffnen gegenwärtig die wohl größte Chance, um den in allen Industrieländern zurückgehenden Anteil des produzierenden Gewerbes am BIP auszugleichen. Gleichzeitig schaffen intelligente Dienstleistungen neue Beschäftigungschancen (Bild ). Dem stehen in der Elektrotechnik/Elektronik wie auch in anderen technischen Disziplinen zunehmend der Mangel an technischen Fachkräften und vielfach auch die mangelnde Mobilität der Arbeitskräfte bei betriebsbedingten Veränderungen des Wohnortes im Wege. Informations-/ Kommunikationstechnik und Elektronik sind Spitze Auch 1999 dominierte die Informations- und Kommunikationstechnik vor allem durch PC, Handy und Internet mit zweistelligen Zuwachsraten. Durch die Allianz von Siemens mit dem japanischen Fujitsu-Konzern ist das Duo bei PC in Europa die Nummer 2. Für das laufende Jahr wird die Spitzenposition angepeilt. Schließlich ist auch der Bereich „Anlagenbau und Technische Dienste“ mit seinem dritten Standbein „Informationstechnische Lösungen“ nach IBM weltweit zur Nummer zwei aufgerückt. In Deutschland ansässige Hersteller elektronischer Bauelemente erzielten im abgelaufenen Jahr ein Umsatzwachstum von geschätzt 8%. PC- und Handy-Boom wie auch die anhaltenden Produktionserfolge der Automobilindustrie bescherten beispielsweise der deutschen Intel-Tochter ein Plus von 14%. Die inzwischen als Infineon Technologies AG ausgegründete Siemens-Halbleitersparte schrieb wieder schwarze Zahlen und konnte mit US-amerikanischer Kooperation in Dresden die weltweit ersten Schaltkreise mit auf 300 mm vergrößertem Ausgangsmaterial (Wafer) auf den Markt bringen. Für das laufende Jahr erwartet die Branche noch höhere Steigerungsraten. Ursache ist der explosionsartig angewachsene Bedarf an Produktionsausrüstungen, von der auch die Jenoptik AG (Jena) profitierte. Weltweit stiegen dafür die Umsätze im September in 12 Monaten um 90(!)%. Hausgeräte und Bahntechnik mit Problemen Weniger erfolgreich waren Hausgeräte- und Installationsbranche. Im Kampf gegen den Preisverfall hat das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Siemens (BSH) - Europas Nummer 1 bei Haushaltgeräten - den Verlust an Marktanteilen auch bis Ende 1999 nicht voll ausgleichen können. Demgegenüber erzielte der zweitgrößte Lampenproduzent der Welt, Osram, im per 30.9. abgeschlossenen Geschäftsjahr Umsatzsteigerungen zwischen 5 und 6%. Ursache dafür ist die immer stärkere Orientierung auf High-Tech-Produkte wie optoelektronische Halbleiter. Die Rote Laterne gebührt erneut der schienengebundenen Verkehrstechnik. Zwar ist Siemens jetzt auf dem Weg zu schwarzen Zahlen, der weltweite Branchenprimus Adtranz hat aber die schmerzlichen Strukturveränderungen noch nicht abgeschlossen. Hauptproblem ist der durch Überkapazitäten hervorgerufene Preisverfall, dem nicht zuletzt das Spitzenquartett mit der französischen Alstom und der kanadischen Bombardier (zusammen mit ihrer ostdeutschen Tochter, der ehemaligen Deutschen Waggonbau AG) ausgesetzt sind. Das betrifft vor allem die deutschen ICE-Hochgeschwindigkeitszüge, die trotz immenser Vorleistungen nicht in die USA und nach Asien und nur in einem kaum nennenswerten Umfang nach Europa exportiert werden konnten. Ein wesentliches Hemmnis sind die vielen, auf den Markt drängenden Varianten der Hochgeschwindigkeitstechnik in Europa. Ein neu zu entwickelnder deutsch-französischer Gemeinschaftszug soll frühestens im Jahr 2010 lieferbar sein und dann die technische und preisliche Konkurrenzfähigkeit auch für diesen Sektor des elektrischen Schienenverkehrs verbessern. H. Kabisch Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 3 168 Branche aktuell Büroarbeiten Berstellen Betreuen, Beraten, Lehren allgemeine Dienstleistungen Handel treiben Maschinen einstellen und warten Organisieren, managen Reparieren Forschen, Entwickeln 174 177 169 127 146 177 142 133 114 135 Von je 1000 Erwerbstätigen üben diese Tätigkeit aus 1995 im Jahr 2010 (Prognose) Der Anteil der Beschäftigten, die in der Warenproduktion arbeiten, wird nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) von 1995 bis 2010 von fast 31 auf 24 % zurückgehen. Dienstleistungen werden zunehmen
Autor
- H. Kabisch
Downloads
Laden Sie diesen Artikel herunterTop Fachartikel
In den letzten 7 Tagen:
Sie haben eine Fachfrage?
