Arbeits- und Gesundheitsschutz
Aus dem Unfallgeschehen - Kurzschluss mit isoliertem Schraubendreher
ep6/2007, 2 Seiten
Aus dem Unfallgeschehen Kurzschluss mit isoliertem Schraubendreher Arbeitsauftrag. Eine Elektromontagefirma erhielt den Auftrag, in einem Einfamilienhaus den Hausanschlusskasten und Zählerplatz zu erneuern. Zuerst sollte der neue Zählerplatz montiert und das neue Verbindungskabel zum Hausanschlusskasten verlegt werden. Erst dann waren der Wechsel des Hausanschlusskastens, die Demontage des alten Verbindungskabels und der Anschluss der Kundenanlagen vorgesehen. Die Arbeiten erfolgten während der Sommerperiode mit sehr hohen Außentemperaturen. Unfallhergang. Die beauftragten zwei Elektromonteure begannen bereits um sechs Uhr mit der Montage des neuen Zählerplatzes. Während der Arbeiten mussten die Monteure wegen einer Störungsbeseitigung die Arbeitsstelle für drei Stunden verlassen. Danach setzen sie die Arbeiten wieder fort. Ein Monteur übernahm die Verlegung des neuen Verbindungskabels. Dazu waren mehrere Durchbrüche erforderlich. Der andere Monteur hatte inzwischen zur Freischaltung der Anlage die Hausanschlusssicherungen entfernt und begann die Anschlüsse der Kundenanlagen auf den neuen Zählerplatz aufzulegen. Wegen der hohen Temperaturen sollten die Monteure die Arbeiten jedoch nicht bis in die späten Nachmittagsstunden ausdehnen und die Versorgung der Anlage über eine provisorische Leitung absichern. Die vorgesehen Arbeiten hatten sich aber wegen der Störungsbeseitigung schon stark verzögert. Trotzdem wollten die Monteure die Anlage vor Arbeitsende wieder zuschalten. Ohne Arbeitsauftrag hatten die Monteure jedoch das alte Verbindungskabel schon entfernt. Sie mussten deshalb das neue Kabel direkt am Hausanschlusskasten anschließen. Die erforderliche Freischaltung der Zuleitung zum Hausanschlusskasten konnte aber nicht mehr erreicht werden. Der Monteur, der den Anschluss vornahm, wollte sich durch eine Abdeckung der unter Spannung stehenden Teile sichern. Zum Schutz gegen zufälliges Berühren nutzte er deshalb ein Stück Kabelkanal. Zum Anschluss des PEN-Leiters war diese Abdeckung aber im Wege und wurde wieder entfernt. Trotz Einsatz eines isolierten Schraubendrehers führten der unisolierte Teil und womöglich der metallene Kabelschuh des PEN-Leiters zu einem Kurzschluss zwischen den unter Spannung stehenden Sicherungsunterteilen. Der Monteur löste einen Lichtbogen aus (Bild ) und erlitt Verbrennungen an Händen, Armen und Gesicht. Der Kollege leistete sofort Erste Hilfe und verständigte die Rettungsleitstelle. Unfallanalyse. Der verunfallte Monteur handelte ohne Arbeitsauftrag, indem er den Anschluss an dem Hausanschlusskasten ohne Freischaltung vornahm. Zudem unterschätzte er die mögliche Gefährdung beim Arbeiten in der Nähe Spannung führender Teile und verwendete eine unge-Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 6 490 BETRIEBSFÜHRUNG ARBEITSSICHERHEIT Schraubendreher löste im nicht freigeschalteten Hausanschlusskasten Lichtbogen aus Anzeige EP0607-488-497 22.05.2007 9:39 Uhr Seite 490 eignete Abdeckung (BGV A3 §6 und 7 sowie VDE 0105-100, Abschn. 7.2.2). Motorrad: Rauf auf die Piste - aber sicher! Vor der ersten Fahrt sollte man unbedingt die Fahrtüchtigkeit des Zweirads prüfen. Einfacher Sicherheitscheck Die wichtigsten Sicherheitschecks betreffen Lichtanlage, Bremsen und Reifen. Selber prüfen lässt sich ohne Probleme die Funktionsfähigkeit aller Scheinwerfer und Blinklichter. Beim Austausch defekter Glühlampen ist darauf zu achten, diese nur an der Fassung und nicht am Glas anzufassen. Finger hinterlassen stets eine leichte Fettschicht auf dem Glas, die sich im Dauerbetrieb erhitzt und so ein schnelles Durchbrennen der Lampe fördert. Bei den Reifen ist eine Profiltiefe im mittleren Bereich der Lauffläche von mindestens 1,6 mm vorgeschrieben. Auch bei offensichtlichen Schäden wie z. B. Rissen sind die Reifen auszutauschen. Häufig fällt der Luftdruck durch das lange Stehen der Maschine im Winter ab. Bei völlig schlappen Reifen sollte das Motorrad zunächst nicht benutzt, sondern von Hand aufgepumpt werden. Ansonsten ist langsam zur nächsten Tankstelle zu fahren und der Luftdruck entsprechend der Bereifung anzupassen. Das Prüfen der Bremsanlage sollte hingegen nur von fachkundigem Werkstattpersonal durchgeführt werden. Auch ein Ölwechsel kann bei dieser Gelegenheit erfolgen. Richtiges Beladen Bei einer längeren Tour oder sogar einer Urlaubsfahrt ist besonders auf die richtige Zuladung zu achten. Um den Schwerpunkt der Maschine stabil zu halten, sollten daher beide Seitentaschen gleichmäßig beladen sein. Dabei gilt: je schwerer die Einzelteile, desto weiter unten gehören sie in die Tasche. Ohnehin sollte bei rund 10 kg Zuladung pro Seitentasche Schluss sein. Hier liegt üblicherweise die Belastungsgrenze der Packfächer. Für leichtes Gepäck bietet sich zusätzlich ein kleiner Tourenrucksack an. Zu beachten ist auch das zulässige Gesamtgewicht der Maschine gemäß Fahrzeugschein. Ein Muss: die Probefahrt Bevor es endlich losgeht, bietet sich eine kleine Probefahrt an, um das veränderte Fahrverhalten zu testen. Dabei lässt sich noch einmal kontrollieren, ob das Gepäck gut verstaut oder die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Auch die richtige Befestigung sollte noch einmal gecheckt werden. Alles was rutscht oder flattert, stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Wer dann noch darauf achtet, Reifendruck, Federdämpfung und -vorspannung an das erhöhte Gewicht anzupassen, der kann beruhigt auf die erste Spritztour gehen. Sicherheitsdatenblätter „ISi“ recherchieren 800000 Sicherheitsdatenblätter von knapp 300 Firmen frei verfügbar für Behörden, Unfallversicherungsträger und Notrufinstitutionen: So lautet das Angebot des Informationssystems für Sicherheitsdatenblätter (ISi) beim Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA). ISi ist damit das größte deutschsprachige Internetportal seiner Art. Über den Gastbereich haben außerdem Privatpersonen und Firmen kostenlosen Zugriff auf etwa 20000 Datenblätter. Erst kürzlich hat das BGIA ISi neu gestartet, um mit einer neuen Oberfläche und neuen Optionen die Recherche noch bequemer und schneller zu machen. Neben der gezielten Abfrage nach Firmen, Produkten und Identcodes kann der Anwender nun jede beliebige Datenblattangabe als Suchkriterium im Rahmen einer Volltextsuche verwenden. Auch mit Blick auf die neue europäische Chemikalienverordnung REACH gewinnt ISi an Bedeutung. Schließlich ist das Sicherheitsdatenblatt die wichtigste Informationsquelle für den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen. Die Verordnung fordert außerdem, zusätzliche Informationen, den so genannten Stoffsicherheitsbericht, an das Sicherheitsdatenblatt anzuhängen: www.hvbg.de/bgia/isi J. Jühling Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 6 EP0607-488-497 22.05.2007 9:39 Uhr Seite 491
Autor
- J. Jühling
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