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Regenerative/Alternative Energien

Blockierte Energiewende

Wind ohne Kraft

22.06.2016

Wirtschaftsminister Gabriel unterwirft sich endgültig der Kraftwerkslobby. Er drosselt den Ausbau der Windkraftanlagen. Bei E.ON & Co. spritzt der Schampus.

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Mit sicherem Gespür für jeden großen Fettnapf erinnert sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel an die gute alte Zone. Als hätte es in Deutschland nicht genug Bi-, Tri- und Sowjetzonen gegeben, greift der Staatenlenker aus Goslar zum Bleistift und skizziert auf der Landkarte der Bundesrepublik einen mächtigen Keil. Er nennt ihn Zone 2, den dicken Rest drumherum Zone 1.

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Auf den ersten Blick wirkt Zone 2, als hätte sich ein Hurrikan von der Nordsee aus ins Land gefräßt (auf den zweiten Blick wie die schematische Darstellung des menschlichen Geschlechtsakts in einer akrobatischen Variante, was aber niemand mit Sigmar Gabriel verbinden würde).

Tatsächlich funktioniert Gabriel als sein eigener Hurrikan. Die beiden Zonen sind Bestandteil eines Programms, das in der Konsequenz zum Stopp der Energiewende führen kann.

Windkraft: Opfer des Erfolgs

Bis 2016 war der Ausbau der Windkraftanlagen im Binnenland (Onshore) überaus erfolgreich. Zwar reduzierte die Bundesregierung 2014 die Planung für den jährlichen Zuwachs von Windkraft auf 2.500 Megawatt. Doch diese Zahl blieb reine Theorie. 2014 wurden neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.700 Megawatt errichtet, 2015 folgten noch einmal 3.700 Megawatt.

In der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) begrenzt Gabriel den Anteil regenerativen Stroms auf maximal 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025. Aktuell beträgt er 33 Prozent.

Für die Drosselung auf maximal 45 Prozent benutzt Gabriel mehrere Knebel. Wie in jedem Ministerium ist auch im Wirtschaftsressort die finanzielle Amputation beliebt, verbunden mit einer forsch formulierten Drohung:

"Die Förderung für Windenergie an Land wird am 1. Juni 2017 einmal um 5 Prozent gekürzt, eine schärfere Kürzung droht bei weiterhin zu hohem Zubau."

Zusätzlich dekretiert Gabriel feste jährliche Zuwachsraten für die Windenergie:

  • 2017 bis 2019: 2.800 Megawatt pro Jahr
  • ab 2020: 2.900 Megawatt pro Jahr

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Autor
Name: Jürgen Winkler