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Impulspapier

Wie resilient sind Deutschlands Strom- und Kommunikationsnetze?

19.02.2024

Eine interdisziplinäre Expertengruppe, bestehend aus Mitgliedern der VDE ETG und VDE ITG, hat sich mit der Resilienz der Strom- und Kommunikationsnetze befasst und ein entsprechendes Impulspapier veröffentlicht. Da die wechselseitigen Abhängigkeiten dieser Netze zunehmen, ist das wichtig, auf Fehlerfälle und Bedrohungen wie extreme Wetterereignisse und Cyberangriffe vorbereitet zu sein.

In einer zunehmend vernetzten Welt sind Stromversorgung und Kommunikationstechnik stark miteinander verbunden. Intelligente Messsysteme regulieren den Stromverbrauch in Haushalten, digitale Zwillinge unterstützen den Ausbau der Stromnetze, und viele Herausforderungen der Energiewende erfordern eine umfassende Digitalisierung.

Die ständige Verfügbarkeit von Strom- und Kommunikationsnetzen ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland von entscheidender Bedeutung und wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Die Digitalisierung ist auf stabile Kommunikationsverbindungen angewiesen, die wiederum eine zuverlässige Stromversorgung erfordern. Doch wie können wir mit den zunehmenden wechselseitigen Abhängigkeiten umgehen?

Eine interdisziplinäre Expertengruppe, bestehend aus Mitgliedern der VDE ETG und VDE ITG, hat sich daher mit der Resilienz unserer Strom- und Kommunikationsnetze befasst. Angesichts zunehmender Ausnahmesituationen wie extremen Wetterereignissen und Cyberangriffen ist es wichtig, diese Aspekte zu berücksichtigen. Das vorliegende Impulspapier des VDE basiert auf aktuellen und erwarteten technischen Entwicklungen in den Strom- und Kommunikationsnetzen und analysiert typische Betriebsszenarien sowohl im Normalbetrieb als auch in Katastrophensituationen. Die Experten bewerten die Stabilität der Netze und skizzieren erste Lösungsansätze für den Umgang mit Ausnahmesituationen. Als Schlussfolgerung empfiehlt der VDE, in vier Dimensionen aktiv zu werden:

1. Bewusstsein für die Bedeutung von Resilienz für Strom- und Kommunikationsnetze schaffen

Unsere Strom- und Kommunikationsnetze und ihr zuverlässiger Betrieb müssen stärker in den gesellschaftlichen Fokus rücken, denn sie sind die Basis für alle anderen Infrastrukturen. Resilienz ist zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden, zahlt sich aber volkswirtschaftlich aus, weil Ausfälle und Schäden vermieden werden können.

2. Sektoren- und industrieübergreifend Denken und Handeln

Ähnlich wie im Kontext der Sektorenkopplung bereits jetzt schon über verschiedene Energienetze hinweg gedacht wird, müssen auch Stromnetze und öffentliche Kommunikationsdienste systemisch zusammen betrachtet werden. Sektorenübergreifendes Denken und Handeln setzt entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten der beteiligten Fachleute bei Betreibern, Herstellern und Behörden und eine dafür geeignete Aus- und Weiterbildung voraus. Dies muss aufeinander abgestimmt werden.

3. Die Möglichkeit von Katastrophen berücksichtigen

Vor dem Hintergrund möglicher Ausnahmefälle beispielsweise als Folge des Klimawandels oder anderer Ereignisse müssen verstärkt Maßnahmen ergriffen werden, die die Resilienz unserer Strom- und Kommunikationsnetze im Hinblick auf die technische Entwicklung und die zukünftig zu erwartenden Risiken angemessen und abgestuft sicherstellen.

4. Gesamtsystemisch planen und Maßnahmen konsequent umsetzen

Resultierend aus einer systemischen Betrachtung sollten mögliche Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Dringlichkeit und technischen wie wirtschaftlichen Machbarkeit beurteilt, priorisiert und anschließend geplant und umgesetzt werden.

Die Ergebnisse und Empfehlungen richten sich an Fachleute in Industrie, Behörden und Politik, um zum Verständnis der sektorenübergreifenden Zusammenhänge und damit zur Resilienz unserer zukünftigen Strom- und Kommunikationsnetze im Normalbetrieb und bei Störungen beizutragen.

VDE Impulspapier „Mehr Resilienz für die Strom- und Kommunikationsnetze in Deutschland“ downloaden