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Bild: Hamburger Energiewerke
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Geothermie

Klimafreundliche Wärme für über 6.000 Haushalte

27.08.2023

Die Fördertests des Geothermieprojekts in Wilhelmsburg konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Zukünftig kann aus einer Tiefe von über 1.300 m 48 °C warmes Thermalwasser gefördert werden.

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Ab Frühjahr 2025 können in Hamburg-Wilhelmsburg Haushalte mit Wärme aus der neuen Geothermie-Anlage versorgt werden. Auf der Elbinsel entsteht zudem mit der Zusammenführung der lokalen Wärmenetze und dem angestrebten Ausbau ein weiteres großes Fernwärmenetz der Hamburger Energiewerke (HEnW).

Aufgrund der Fördertests und des derzeitigen technischen Planungsstands der Geothermie-Anlage rechnen die Experten mit einer geothermalen Wärmeleistung von ca. 6 MW. Damit lassen sich rechnerisch über 4.700 Haushalte versorgen. Mittels eines Wärmetauschers wird dem 48 "C warmen Thermalwasser Wärme entzogen und auf den Heizwasserkreislauf übertragen. Durch den Einsatz einer effizienten Wärmepumpenanlage wird das Heizwasser auf das je nach Jahreszeit erforderliche Temperaturniveau der Fernwärme gebracht. Aufgrund des geplanten mehrstufigen Wärmepumpenprozesses kann die gewonnene Wärmeenergie und damit auch die Anzahl der versorgten Haushalte von rechnerisch 4.700 auf über 6.000 erhöht werden.

Mit der neuen Geothermie-Anlage soll das Wärmenetz Wilhelmsburg weiter ausgebaut werden, um fossile Wärmeerzeuger zu verdrängen. Dafür werden die bereits existierenden zwei Wärmenetze - Energiebunker und Energieverbund - zusammengeschlossen, schrittweise verdichtet und ausgebaut. Der Bau des Heizhauses am Geothermie-Standort soll im Frühjahr 2024 starten, der erforderliche Leitungsbau hat bereits begonnen. Außerdem wird die Option für eine Erweiterung des Geothermieprojekts geprüft.

Das Projektteam der Hamburg Energie Geothermie, eine Tochter der Hamburger Energiewerke, hat in den vergangenen Monaten spezielle Filterrohre in der Produktionsbohrung eingebaut und über mehrere Wochen Fördertests durchgeführt, bei denen erfolgreich Thermalwasser aus über 1.300 m Tiefe gefördert werden konnte. Auch der Injektionstest, bei dem das geförderte Thermalwasser über eine zweite Bohrung wieder in die 130 m mächtige Sandsteinschicht zurückgeleitet wird, war erfolgreich.

Das Verbundvorhaben mesoTherm konnte im Rahmen des IW3 Projekts umfangreiche Daten aus der Erkundungsbohrung gewinnen. Dies wird zum weiteren Erkenntnisgewinn der Geothermie im Norddeutschen Becken beitragen. Das mesoTherm-Vorhaben wird federführend von der Georg-August-Universität Göttingen, Geowissenschaftliches Zentrum, zusammen mit der Geothermie Neubrandenburg GmbH (GTN) und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) als assoziiertem Partner durchgeführt und hat das zentrale Ziel, zum Erkenntnisgewinn über die geothermischen Reservoire in Norddeutschland und ihrer möglichen energetischen Nutzung beizutragen.


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