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Symbolbild: astrosystem / stock.adobe.com
Elektrotechnik | Installationstechnik | Hausanschluss und Zählerplatz

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage

Verlegung einer Hauptleitung

24.02.2026

Wie erfolgt die Installation einer neuen Zählerverteilung in Bezug zur alten Unterputz-Zählerverteilung?

Frage:
Bei einem Kunden soll ein neuer Zählerschrank installiert werden. Die alte Unterputz-Zählerverteilung ist im Flur genau über dem HAK montiert und enthält auch die Stromkreise einer untervermieteten Wohnung. Darf die Zuleitung zur neuen Zählerverteilung durch die alte Zählerverteilung hindurchgeführt werden? Die Stromkreise der untervermieteten Wohnung sollen in der alten Zählerverteilung verbleiben.

Antwort:
Sehr gerne möchte ich auf die Anfrage eingehen. Im Flur eines Wohnhauses befindet sich der Hausanschlusskasten und unmittelbar darüber ein älterer Unterputz-Zählerschrank mit Verteilerfeld.

Vom Anfragenden soll ein neuer Zählerschrank installiert werden, wobei das Verteilerfeld des alten Zählerschranks weiterhin als Stromkreisverteiler für eine Wohnung genutzt werden soll.

Die neue Zuleitung vom Hausanschlusskasten zum neuen Zählerschrank soll mit möglichst geringem Aufwand durch den alten Zählerschrank geführt werden. Offensichtlich lassen die räumlichen Gegebenheiten es nicht zu, die neue Hauptleitung an dem alten Zählerschrank vorbei zu verlegen.

Derartige Umbauten in älteren Bestandsanlagen sind in der Regel immer mit größerem Aufwand verbunden. In der Regel handelt es sich bei elektrischen Anlagen in Gebäuden um längerfristig genutzte Anlagen, die eine entsprechende Investition in eine solche rechtfertigen.

Die vom Anfragenden beschriebene Installation ist in den technischen Regelwerken nicht vorgesehen.

Für den Anschluss neu zu errichtender Zählerplätze gelten die Bestimmungen der VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4100 – TAR Niederspannung [1]. Hiernach sind Hauptleitungen immer direkt in den netzseitigen Anschlussraum bzw. ein daran angeordne-tes Einspeisegehäuse einzuführen. Durch die anderen Funktionsflächen des Zählerschrankes darf die Hauptleitung nicht geführt werden.

Nach DIN 18015-1 [2] sind Hauptleitungen oberhalb der Kellerdecke, z. B. in Fluren und Treppenhäusern in Schächten, Installationsrohren bzw. geschlossenen Kanälen oder unter Putz anzuordnen. Der zu öffnende Zählerschrank entspricht diesen Anforderungen nicht.

Eine Möglichkeit besteht eventuell darin, im alten Zählerschrank die Funktionsflächen des Zählerplatzes auszubauen und durch das frei gewordene Feld ein Installationsrohr so zu verlegen, dass das Rohr jeweils außerhalb des Zählerschrankes endet. Die neue Hauptleitung könnte dann in dem Installationsrohr verlegt werden.

Zu empfehlen wäre auf jeden Fall, dies mit dem zuständigen Netzbetreiber abzustimmen, da in den Hauptleitungen ungemessene Energie fliest und die Netzbetreiber hier ein besonderes Interesse haben.

Autor: T. Haubner

Literatur

[1] VDE-AR-N 4100 Anwendungsregel:2019-04 Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb (TAR Niederspannung).

[2] DIN 18015-1:2020-05 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 1: Planungsgrundlagen.

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.