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Photovoltaik | Regenerative/Alternative Energien | Fachwissen

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Sonnige Aussichten - bedarfsgerechte Solaranlagen

28.04.2023

Immer mehr Menschen wollen nachhaltiger und unabhängiger leben, indem sie ihre Energie aus der Sonne für ihr Zuhause beziehen. Doch wie viel ist nötig, um stets versorgt zu sein, und wann ist eine Anlage überdimensioniert? Alexander Vocale, einer der Geschäftsführer der Solar-Stunde GmbH, klärt auf.

In den letzten zwei Jahren hat sich der Bedarf an PV-Anlagen so stark erhöht wie nie zuvor. Alexander Vocale berichtet, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren anhalten wird. Allerdings sollten Verbraucher bei der Planung und Umsetzung aufmerksam sein, da oft überdimensionierte Anlagen und Speicher verbaut werden, die nicht den Bedürfnissen des jeweiligen Haushalts entsprechen. Es ist für Laien nicht immer klar, wie viel Energie tatsächlich benötigt wird und wann eine Anlage zu groß dimensioniert ist. Der Experte gibt daher Einblicke in die Realität beim Kauf einer Solaranlage und hilft bei der Entscheidungsfindung. Um nicht in die Bredouille zu geraten, dass einem plötzlich die Energie ausgeht und man kein Licht, Warmwasser oder den Herd betreiben kann, denken viele darüber nach, eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach zu installieren. Denn je mehr Energie produziert wird, desto mehr steht auch jederzeit zur Verfügung. Damit jedoch immer genug Energie zur Verfügung steht, auch wenn die Sonne nicht scheint, ist es wichtig, einen ausreichend großen Energiespeicher einzuplanen. Es ist ratsam, verschiedene Eventualitäten zu berücksichtigen, wie zum Beispiel Schwankungen im Wirkungsgrad der Anlage oder einen erhöhten Energieverbrauch aufgrund von längeren Heizperioden oder höherem Warmwasserbedarf, erklärt Vocale. Es sei jedoch wichtig zu beachten, dass es sich hierbei um kleine Schwankungen handelt was Ertrag, Speicherung und Bedarf betrifft. Jedoch würde beim Anlagenverkauf  mit extremen Szenarien kalkuliert, die nicht dem realen Durchschnitt entsprechen, fügt Vocale hinzu.

Angebot von Experten einholen

Ein gutes Beispiel für diese Problematik ist die Kapazität des Energiespeichers. Vocale betont, dass der durchschnittliche Verbrauch eines Einfamilienhauses bei etwa 4.200 kWh pro Jahr liegt und daher eine Speicherkapazität von 5 kWh vollkommen ausreichen würde. Allerdings werden in der Realität oft Anlagen mit Speichern von 12 kWh oder mehr angeboten und verkauft. Dabei geht es nicht um die Qualität der Anlage, sondern um Beratungen, die nicht den Bedürfnissen der Verbraucher oder ihren Wünschen entsprechen. In solchen Fällen stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht, da Eigenheimbesitzer oft für eine viel größere Anlage zahlen, als sie wirklich benötigen, nur um vermeintliche zukünftige Bedarfsspitzen abzudecken, die wahrscheinlich nie eintreffen werden. Wenn man sich eine maßgeschneiderte Photovoltaik-Anlage auf seinem eigenen Dach wünscht, sollte man bei der Beratung auch bereit sein, entsprechende Fragen zu beantworten. "Eine gute und wirklich flexible sowie individuelle Beratung zeichnet sich dadurch aus, dass Ihnen sehr detaillierte Fragen zu Ihrem täglichen Leben gestellt werden. Das mag anfangs etwas ungewöhnlich und persönlich erscheinen, aber genau darum sollte es gehen", erklärt Vocale. Dazu gehören Fragen zu den Gewohnheiten im Alltag, den genutzten Wohnbereichen, den verwendeten Geräten und ihrer Intensität. Auch Wünsche hinsichtlich des Preises, individueller Extras, einer Notstromlösung oder auch der Modulart, Farben und Einspeisung sollten in einem solchen Gespräch mit dem Anbieter erfragt werden.