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Foto: vzbv/Schnückel
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Solarstrom vom Balkon

01.09.2022

Stefan Materne, Energieexperte der Verbraucherzentrale, erläutert Funktion und Nutzen von Stecker-Solargeräten für den Balkon oder die Terrasse.

Stecker-Solargeräte wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um und sind damit Strom erzeugende Haushaltsgeräte für den Eigenbedarf. Sie können von Privatpersonen selbst an Balkonbrüstungen, Außenwände, Dächer, Terrassen und Gärten angebaut, angeschlossen und genutzt werden. Vor Anbringen an der Balkonbrüstung oder der Hauswand bedarf es für Miet- und Eigentumswohnungen der Zustimmung der Vermieter:innen oder der Eigentümergemeinschaft. Ein Modul kann jedoch auf dem Balkon ohne Zustimmung aufgestellt werden.
Stecker-Solargeräte setzen sich aus Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter zusammen, der den Gleichstrom der Solaranlage in 230-Volt-Wechselstrom für den Haushalt umwandelt. Der selbsterzeugte Strom fließt so in die Steckdose am Balkon und versorgt von dort Fernseher, Kühlschrank oder Waschmaschine, die an anderen Steckdosen in der Wohnung angeschlossen sind.
  • Beim Kauf sollte auf steckerfertige Geräte und auf die Einhaltung des Sicherheitsstandards der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS 0001:2019-10) geachtet werden.
  • Stecker-Solargeräte sollten bei der Bundesnetzagentur, dem örtlichen Netzbetreiber und bei Ihrer Hausverwaltung angemeldet werden.
Stecker-Solargeräte bestehen in der Regel aus ein oder zwei Solarmodulen. Ein typisches Stecker-Solar-Modul ist 1 m x 1,70 m groß und hat eine Leistung von ca. 300 W. Ein 300-Watt-Modul kostet mit Wechselrichter etwa 500 Euro und erzeugt je nach Standort 200 bis 300 KW Strom im Jahr. Möglicherweise sind weitere Kosten für die Montagevorrichtung zu kalkulieren.
  • Den besten Ertrag liefern Module, die unverschattet zur Südseite ausgerichtet sind.
  • Die Geräte müssen sturmfest montiert sein.
  • Eventuell ist ein Zählertausch notwendig: Wenn das steckbare Solar-Gerät weniger als 800 W leistet und die Netzrückspeisung des Solar-Gerätes geringer als 4 % des Jahresstrombezugs ausfällt, ist jeder Zähler geeignet. Bei einer höheren Netzrückspeisung ist jedoch ein Zähler mit Rücklaufsperre für den rechtssicheren Betrieb nötig.
Wie kann man ein Photovoltaik-Modul noch verwenden, um die Energiewende auch mit kleinen Bausteinen zu fördern? Neue oder gebrauchte Solarmodule als Tischplatte bieten sich geradezu an. Denn sie halten auf Dächern Hagel und großer Schneelast Stand, und sind damit unempfindlich. Lediglich Tischbeine müssen noch angebracht werden. Ebenso ist ein Wechselrichter notwendig, der den erzeugten Strom zur Einspeisung über die Steckdose in das hauseigene Stromnetz aufbereitet. Weitere Informationen unter Fragen und Antworten zu steckbaren Solar-Geräten