Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Sichere Stromversorgung auch in Krisenzeiten
Der ep befragte die beiden Autoren, Dipl.-Ing. Friedhelm Dalitz vom Geschäftsbereich Hospitals und Abdurrahman Namdar vom Technischen Büro Berlin der Firma Bender, zur aktuellen Situation, insbesondere hinsichtlich der Elektrotechnik für medizinische Bereiche.
Sicherheit durch Redundanz
Damit Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit gewährleistet sind, schreibt die Norm eine redundante Auslegung der Stromversorgung im Krankenhaus durch Versorgung aus zwei unabhängigen Stromquellen vor. Die Systemstruktur muss im Bedarfsfall die automatische Umschaltung (nach DIN VDE 0100-560:2013-10, [3]) zwischen allgemeiner Stromversorgung (AV), Sicherheitsstromversorgung (SV, Stromerzeugungsaggregat mit Verbrennungsmotoren) und/oder batteriegestützter Sicherheitsstromversorgung (BSV nach DIN VDE 0558-507:2008-12, [4]) ermöglichen.
Die Umschaltung zwischen den unterschiedlichen Stromversorgungen darf weder medizinische elektrische Geräte beeinträchtigen noch Behandlungen stören. Normgerechte Umschalteinrichtungen mit sicherer Trennung gewährleisten, dass alle wichtigen Systeme zuverlässig weiterlaufen, wenn die Versorgung durch das Energieversorgungsunternehmen (EVU) oder wegen einer beschädigten Leitung ausfällt oder die Stromqualität, etwa durch Spannungseinbrüche oder -spitzen, schwankt. Die medizinischen Geräte sind so auszuwählen, dass sie mit der normgerechten Spannungsunterbrechung von max. 0,5 s bzw. max. 15 s (bis der Ersatzstrom-Generator gestartet ist und die Versorgung vollständig übernommen hat), ungestört betrieben werden können. Ist dies so nicht möglich, müssen auch sie aus einer geeigneten zwischengeschalteten BSV (batteriegestütztes zentrales Stromversorgungssystem) versorgt werden.
Zuverlässige Stromversorgung in sensiblen medizinischen Bereichen
In Räumen der Gruppe 2 – hierzu gehören z. B. OP-Räume und Intensivstationen, Notaufnahme und Anästhesie – ist eine verlässliche Versorgung lebensnotwendig.
Nachdem die Ausfallsicherheit der Stromversorgung durch zwei getrennte Versorgungsleitungen mit Umschalteinrichtungen sichergestellt wurde, kommt hier zur weiteren Erhöhung der Sicherheit das medizinische IT-System zum Einsatz, d. h. die Versorgung in diesen Bereichen ist durch Trenntransformatoren vom übrigen Netz entkoppelt.
Sein entscheidender Vorteil ist, dass es bei einem ersten Fehler nicht zu einer Abschaltung und damit zu einer Betriebsunterbrechung kommt. Durch geringste Berührungsspannungen (≤ 10 mV bei einem ersten Fehler) ist zudem höchste Patientensicherheit gewährleistet. Dies ist von besonderer Bedeutung für alle Steckdosen, an die medizinisch elektrische Geräte angeschlossen werden.
Auch dabei gilt: Nur wenn man die Stromversorgung dauerhaft überwacht, kann man bei Problemen rechtzeitig eingreifen.
Isolationsüberwachungsgeräte sorgen dafür, dass Isolationsfehler frühzeitig erkannt und behoben werden, bevor es zu kritischen Betriebszuständen kommt. Das Isolationsfehlersuchgerät Typ EDS151 z. B. dient der automatischen Lokalisierung von Isolationsfehlern ohne Stillstandzeiten und ermöglicht deren schnellstmögliche Beseitigung, wie von der Norm gefordert.
Rundum-Schutz im IT-System
Für eine kontinuierliche Überwachung im IT-System sorgt die All-in-One-Lösung der Baureihe Atics. Dieses automatische Umschaltgerät übernimmt die Überwachung des Isolationswiderstands sowie die Last- und Temperaturüberwachung der Trenntransformatoren und schaltet bei Problemen automatisch zwischen zwei Stromversorgungssystemen um (z. B. BSV/SV oder SV/AV).
Ein Prüfgenerator zur Erweiterung der Isolationsfehlersuche ist ebenfalls integriert. Letzterer bildet in Bereichen mit 24/7-Betrieb – wie z. B. auf Intensivstationen – in Verbindung mit dem Isolationsfehlersuchgerät EDS151 die Voraussetzung zur schnellstmöglichen Fehlerbeseitigung. Zusätzlich ermöglicht der Bypass-Schalter Atics-BP während Wartungsmaßnahmen eine unterbrechungsfreie Überbrückung des Atics-Moduls.



