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Photovoltaik | Betriebsführung

Rentenreform stößt auf geteiltes Echo im Handwerk

26.05.2014

Der Beschluss des Bundestages zum Rentenpaket stößt im südbrandenburgischen Handwerk auf geteiltes Echo. Während Kritiker vor hohen Kosten warnen, begrüßen Befürworter die Reform, die am letzten Freitag mit Stimmenmehrheit der Großen Koalition beschlossen wurde.

Der Beschluss des Bundestages zum Rentenpaket stößt im südbrandenburgischen Handwerk auf geteiltes Echo. Während Kritiker  vor hohen Kosten warnen, begrüßen Befürworter die Reform, die am letzten Freitag mit Stimmenmehrheit der Großen Koalition beschlossen  wurde.

Karsten Drews, Vizepräsident der Handwerkskammer Cottbus und Vertreter der Arbeitnehmer, bewertet die Rentenreform positiv. "Wer als Arbeitnehmer 45 Jahre im Handwerk gearbeitet und in das System eingezahlt hat, der hat es auch verdient, vorzeitig und ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen", erklärt der Kraftfahrzeugtechnikermeister. Das Ende der Fahnenstange sei damit aber noch nicht erreicht: "Wir brauchen zukünftig noch flexiblere und passgenauere Modelle für den Übergang in die Rente."

Dr. Christoph Schäfer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, sieht das Paket mit gemischten Gefühlen. "Die großen Vorhaben müssen finanziert werden. Über kurz oder lang wird es zu höheren Lohnzusatzkosten kommen, was dann wiederum unsere Betriebe belastet. Die Regelungen des Gesetzgebers bezüglich der Mütterrente sind als solche nicht zu kritisieren." Allerdings sei es grundsätzlich falsch, die dadurch entstehenden Kosten den Arbeitnehmern und Arbeitgebern aufzuladen.

Ähnlich kritisch bewertet er die Rente mit 63: "Eine Regelung, mit der zielgenau nur solche Arbeitnehmer entlastet werden, die nach vielen Berufsjahren körperlich nicht mehr in der Lage sind, bis 65 oder 67 zu arbeiten, wäre im Sinne der Handwerker gewesen", erklärt Dr. Christoph Schäfer.

Positiv hingegen ist die Möglichkeit, dass auch selbstständige Handwerker von der Regelung profitieren können, wenn sie freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung waren. "Viele Handwerker waren für längere Zeit in der Rentenversicherung pflichtversichert und sind dann freiwillig dabei geblieben. Es ist gerecht, dass sie nicht schlechter gestellt werden als Handwerker, die niemals den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen sind", so Dr. Christoph Schäfer.

www.hwk-cottbus.de