Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung
Nicht nur Gold und Edelsteine blenden - Wie die Blendung bei künstlicher Beleuchtung vermieden werden kann
Ohne künstliche Beleuchtung geht es nicht – am Arbeitsplatz und daheim. Doch eine zu hohe Blendungswirkung bei der Arbeit kann zu vorzeitiger Ermüdung und zu Konzentrationsmangel führen.
Zunehmend beschweren sich die Mitarbeiter auch über die unangenehme Blendung am Arbeitsplatz, die durch künstliche Beleuchtungseinrichtungen hervorgerufen wird.
Viele Arbeitgeber haben mittlerweile das Problem erkannt und wissen, dass insbesondere eine effektive Blendungsbegrenzung am Arbeitsplatz zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Mitarbeiter beiträgt. Daher kommt einer intelligenten und sorgfältigen Beleuchtungsplanung eine maßgebliche Rolle zu, damit bei gutem Licht die Sehaufgabe optimal gelöst werden kann.
Blendungsfreie Beleuchtung planen
Die Blendungsbegrenzung stellt ein besonderes Qualitätsmerkmal guter Beleuchtung dar. Damit wird erreicht, dass der Betrachter künstlicher Beleuchtungseinrichtungen durch zu hohe Blendungswirkung nicht unnötig gestört oder stark beeinträchtigt wird. Die Folgen wären schlechte Arbeitsergebnisse oder Ermüdungserscheinungen.
Es ist Aufgabe des qualifizierten Beleuchtungsplaners, der Sehaufgabe angepasst, möglichst blendungsfreie Leuchten einzusetzen. Bei der Montage ist insbesondere darauf zu achten, dass die Leuchten optimal zur Blickrichtung einer Person am Arbeitsplatz ausgerichtet sind.
In Leuchten-Datenblättern beschreiben Hersteller u. a. Qualitätsmerkmale der Produkte zur Blendungsbegrenzung. Sowohl Planer als auch fachkundige Prüfer künstlicher Beleuchtung müssen in der Lage sein, diese Angaben richtig zu deuten und anwenden zu können.
Um Blendungswirkung zu verstehen, ist die Kenntnis physikalischer Größen unerlässlich. Deren Verständnis ermöglicht es, Blendung in messbaren Einheiten zu beschreiben und Maßnahmen zu deren Vermeidung oder Reduzierung aufzuzeigen.
Lichtstärke – wie hell ist hell?
Um die Helligkeit von unterschiedlichen Lichtquellen zu vergleichen, betrachte man eine gewöhnliche Haushaltskerze. Dieses Leuchtmittel definiert die Lichtstärke I von einem Candela (abgekürzt: cd). Candela ist lateinisch und bedeutet Kerze. In neuen Normen wird die Lichtstärke von einem Candela durch einen Lichtstrom φ von einem Lumen im Raumwinkel von einem Steradiant erzeugt (Bild 1).
Für weitere Betrachtungen ist die traditionelle Darstellung nach wie vor sehr anschaulich und hilfreich. Ein Lichtpunkt beispielsweise, der die Lichtstärken von drei leuchtenden Kerzen in sich vereinigt, hat die Lichtstärke I von drei Candela.
Von der Lichtstärke zur Leuchtdichte
Wie hell erscheint dem Betrachter eine leuchtende Fläche? Hierzu stelle man sich weiterhin zehn Kerzen mit einer Lichtstärke von je einem Candela – gleichmäßig – verteilt auf einer Fläche von einem Quadratzentimeter vor. Damit ist die Leuchtdichte L veranschaulicht. Im beschriebenen Beispiel ergibt sich der Wert von L zu 10 cd/cm2. Messtechnisch kann dieser Wert mit einem Leuchtdichtemessgerät erfasst werden.


