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Elektromobilität

Elektromobilität: Ladetechnologie der Zukunft

Neue Technologien revolutionieren Ladeprozess

08.06.2017

Während die Errichtung konventioneller Ladesäulen allmählich in Gang kommt, wird schon an neuen Technologien gearbeitet. Qualcomm forscht am kabellosen induktiven Laden, während Continental einen universellen Anschluss für alle Ladesäulen entwickelt.

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Aktuell gibt es drei verschiedene Ladesysteme: Einphasiger Wechselstrom (AC-Laden), Dreiphasenwechselstrom (Drehstrom) sowie Gleichstrom (DC-Laden). Die Infrastruktur der Wechselstromladesäulen ist besser ausgebaut, jedoch dauert der Ladevorgang länger als bei Gleichstromladesäulen. Da diese aber kostspieliger sind, findet man sie seltener. Außerdem können viele Elektroautos noch nicht mit hoher Gleichspannung geladen werden. Mit seinem neuen System möchte der Konzern aus Hannover „einen Weg aus der uneinheitlichen Ladeinfrastruktur für Elektroautos“ weisen.

Nach Angaben von Continental macht das sogenannte AllCharge-System Elektroautos kompatibel für alle Ladesäulen, weil der elektrische Antriebsstrang selbst zum Ladegerät wird. Aus den Komponenten eines konventionellen elektrischen Antriebs, dem Elektromotor und dem Inverter, der Gleich- und Wechselstrom wandelt, wird dabei ein komplettes Ladesystem. Zum AllCharge-System gehört noch ein DC/DC-Wandler, der stets eine optimale Spannung für die Batterie regelt.

Vom Kabelanschluss am Auto wird Strom auf zweierlei Weise zur Batterie geleitet. Entweder fließt Wechselstrom durch den Elektromotor zum Inverter, wird dort in Gleichstrom umgewandelt und zur Batterie weitergeleitet – oder Gleichstrom fließt direkt aus der Ladesäule durch den DC/DC-Wandler zur Batterie.

Auf diese Weise macht das AllCharge-System jedes E-Auto für jede Ladetechnik kompatibel, unabhängig davon, welche Ladetechnik genutzt wird. Der Fahrer kann jede beliebige Ladestation nutzen und mit einer Spannung von bis zu 800 Volt sowie einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt die Fahrzeugbatterie laden. Laut Pressemitteilung würde dies eine Reichweite von 150 Kilometern pro fünf Minuten Ladezeit ermöglichen.

Das System verfügt außerdem über eine eigene Stromversorgung mit einer Leistung von 230 Watt (Vehicle-2-Device-Technik). Das AllCharge-System erlaubt so die Stromversorgung mobiler elektrischer Geräte wie etwa Notebook oder Bohrmaschine aus der Fahrzeugbatterie.

Der größte Vorteil der Technologie macht sich laut Dr. Oliver Maiwald, Leiter Technology & Innovation Division Powertrain bei Continental, bei urbanen AC-Ladestationen bemerkbar. Denn hier sei ein bis zu zwölfmal schnelleres Laden als heute möglich. Erste Fahrzeuge, ausgerüstet mit dem AllCharge-System, könnten laut Continental 2022 auf den Markt kommen.

Continental präsentiert sein neues Ladesystem AllCharge.(Video: Youtube.de/recharge)

Bild rechts:100 Meter lange Teststrecke in Versailles (Foto: Qualcomm)


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Autor
Name: Aldina Hasanovic