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Paradies für Amphibien: Hier wurden sonnige Freiflächen mit aufgeschichteten Steinen amphibienfreundlich gestaltet. Bild: Michael Sitter/TenneT TSO GmbH
Kabel und Leitungen | Energietechnik/-Anwendungen | Energieverteilung

Stromnetze

Nachhaltige Biotoppflege entlang von Stromtrassen

26.06.2024

Um das Trassenmanagement umweltfreundlicher zu gestalten, hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN) eine erstmalige Umsetzungshilfe für ökologisches Trassenmanagement entwickelt.

Auch Fachkreise wie der NABU und das Bundesamt für Naturschutz waren beteiligt. Der VDE FNN-Hinweis „Ökologisches Trassenmanagement – Rahmenbedingungen, Handlungsfelder, Maßnahmen“ bietet Netzbetreibern eine wertvolle Informationsgrundlage für die Trassenpflege. Selbst bestehende Trassen, die den Großteil der Stromleitungen ausmachen, können mithilfe dieses neuen Leitfadens lebenswerter für Tiere und Pflanzen gestaltet werden.

Für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung hat die Leitungs- und Betriebssicherheit höchste Priorität. Um das Risiko von Stromausfällen, etwa durch umstürzende Bäume, zu minimieren, kontrollieren Netzbetreiber regelmäßig die Stromleitungstrassen und pflegen den Bewuchs.

Hand in Hand: Betriebssicherheit und Umweltschutz

Maste und Leiterseile müssen stets zugänglich bleiben, damit Wartungsarbeiten ohne zusätzlichen Aufwand oder weitere Trassenpflege durchgeführt werden können. Im Havariefall müssen Maste und Leiterseile schnell und ohne größeren Aufwand erreichbar sein.

Der neue Hinweis zum ökologischen Trassenmanagement zeigt erstmals auf, wie Betriebssicherheit und Naturschutz miteinander vereint werden können. Es werden Maßnahmen für bestehende Trassen sowie für Neu- und Ersatzneubauten empfohlen. Zudem wird der Begriff "ökologisches Trassenmanagement" definiert und vom "konventionellen Trassenmanagement" abgegrenzt. Fallbeispiele, die bereits bei einigen Netzbetreibern umgesetzt wurden, werden aufgelistet und als Übersicht bereitgestellt. Diese Beispiele zeigen, wo artenreiche Trassenbiotope geschaffen werden konnten. Durch gezielte und schonende Gehölzentfernung können Trassen so gestaltet werden, dass Lebensräume für licht- und wärmeliebende Arten entstehen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, niedrige Sträucher und Bäume so weit wie möglich stehen zu lassen. In einem Fallbeispiel hat eine Ziegenherde auf einer Strecke von rund zwei Kilometern erfolgreich die jährliche Pflege übernommen.