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Bild: Bayernwerk Netz GmbH
Regenerative/Alternative Energien | Photovoltaik | Betriebsführung | Veranstaltung

Energiewende

Bayernwerk Netz beschleunigt den Anschluss großer Einspeiseanlagen

17.08.2023

Der anhaltende Trend zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien in Bayern setzt sich fort. Im Vorjahr wurden bereits Spitzenwerte von 6.000 Anfragen für die Installation neuer Anlagen pro Monat verzeichnet.

Aktuell verzeichnet Bayernwerk Netz (Bayernwerk) sogar rund 11.000 Anfragen pro Monat. Im Verlauf des Jahres 2022 wurden insgesamt etwa 3.800 Anfragen für größere Anlagen gestellt.

Die hohe Anzahl der Anfragen führt vor allem bei leistungsstärkeren Anlagen zu einem erheblichen Aufwand bei der Berechnung und Planung, was wiederum die zeitnahe Umsetzung der Anlagenverbindung verzögert. In dieser Woche hat der Netzbetreiber etwa 450 Kunden mit einem Schreiben über den überarbeiteten Prozess informiert. Zukünftig wird das Unternehmen den Anschluss neuer Anlagen erst dann verbindlich prüfen, wenn aufgrund einer weit fortgeschrittenen Planungsstufe eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Realisierung besteht.

Grünes Licht für gut geplante Anlagen

Die bisher nicht erlebte Zunahme von Anschlussanfragen im Bereich erneuerbarer Energien führt zu längeren Verzögerungen bei der Inbetriebnahme dezentraler Energieerzeugungsanlagen im Netz des Bayernwerks. Dies gilt besonders für größere Anlagen wie Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit einer Leistung von mehr als 300 kW. Die Eignung des Netzes für den Anschluss und die Integration jeder einzelnen Anlage müssen im Detail berechnet und geplant werden.

„Wir stellen allerdings seit Langem fest, dass weniger als 10 % der eingereichten Anlagenvorhaben am Ende umgesetzt werden. Mehr als 90 % sind demnach zunächst Projektanfragen ohne Planungsreife, die eher Prüfungscharakter haben und über deren tatsächliche Umsetzung noch nicht entschieden ist“, stellt Robert Pflügl, Geschäftsführer der Bayernwerk Netz GmbH, fest. Diese mehrheitlichen Prüf-Anfragen würden jedoch freie Kapazitäten im Netz blockieren und als Reservierungen in der Netzberechnung die organisatorische Anschluss-Pipline stark verengen.

Um den Fortschritt der Energiewende zu beschleunigen, sind nach Robert Pflügl Anlagen mit festem Vorhaben zur Umsetzung und ausgereifter Planung erforderlich, um sie auf die Überholspur zu bringen. Aus diesem Grund hat das Bayernwerk bereits im Herbst des vorangegangenen Jahres einen Zehn-Punkte-Plan an politische Entscheidungsträger gerichtet.

„Einer unserer Vorschläge ist es, bei Anlagenprojekten die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weg für Anlagen mit einer hohen Realisierungswahrscheinlichkeit freizumachen“, erklärt Robert Pflügl. Ab sofort wird in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie das Verfahren zur Anmeldung von leistungsstarken Erzeugungsanlagen umgestellt.

Dynamischer Zubau erneuerbarer Energie im Bayernwerk Netz

Zukünftig werden Netzkapazitäten ausschließlich für Anmeldungen mit angemessener Planungsreife zur Verfügung gestellt. Neben der Konzeption der Energieerzeugungsanlage müssen auch erste Schritte zur Umsetzung erfüllt sein.

„Neben dem Nachweis des Grundstückseigentümers zur Bevollmächtigung muss zur Anmeldung entweder eine Eingangsbestätigung des vollständigen Baugenehmigungsantrags, ein positiver Vorbescheid oder ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, auch Aufstellungsbeschluss, vorliegen. Sind die entsprechenden Nachweise für die Planungsreife erbracht, starten wir die verbindliche Ermittlung und Reservierung des Netzverknüpfungspunkts für die jeweilige Erzeugungsanlage“, erläutert Bayernwerk-Netz-Geschäftsführer Robert Pflügl. Mit dieser Vorgehensweise sei eine deutliche Beschleunigung zur Bekanntgabe eines Netzverknüpfungspunkts für alle eingereichten Anlagen gleichermaßen gewährleistet, da Netzkapazitäten nur noch für Anlagen mit einer fortgeschrittenen Realisierungswahrscheinlichkeit reserviert werden. Betroffen sind etwa 630 beim Bayernwerk zu prüfende Anfragen für große Erzeugungsanlagen.

Um die Projektierung von Anlagen zu erleichtern und eigenständig einen mögliche Netzverknüpfungspunkt bereits am Anfang einer Anlagenplanung prüfen zu können, hat die Bayernwerk Netz das digitale Online-Tool SNAP – Schnelle Netzanschlussprüfung - eingeführt.

Im gesamten Anschlusswesen setze Bayerns größter Verteilnetzbetreiber neben jährlichen Rekordbudgets für Netzverstärkung und -ausbau auf Standardisierung, Digitalisierung und Automatisierung. Zudem sind zahlreiche Mitarbeiter neu eingestellt und die Kapazität der eingesetzten Experten in der Netzberechnung erhöht worden.

Die Integration von erneuerbarer Energie im Netz des Bayernwerks schreitet dynamisch voran. Im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 wurden erfolgreich 35.000 neue Anlagen in das Verteilnetz mit Nieder-, Mittel- oder Hochspannung integriert. „Vor Kurzem haben wir die 400.000 PV-Anlage ans Netz angeschlossen“, berichtet Robert Pflügl. Bereits über 70 % der durch das Bayernwerk-Netz übertragenen Energie stammen aus regenerativen Quellen.