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Bild 1: Konnte sich im Wohnzimmer nur schwerlich durchsetzen: Die „hervorragende“ KLL (Quelle: S. Fassbinder)
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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

LED-Licht: Von der Innovation zum Stand der Technik (1)

04.03.2021

Die Effizienz-Debatte ist „durch“. Nachdem wir es geschafft haben, dass sich nur noch effiziente Leuchtmittel und Beleuchtungstechniken auf dem Markt 
befinden – ob nun durch Mode, auf Grund von EU-Verordnungen oder doch 
tatsächlich aus Vernunft – kann man sich endlich den anderen (grundlegenden) 
Eigenschaften des Lichts zuwenden.

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Glühlampen sind billig, aber leben nicht lange und sind Energiefresser. Als solche werden sie bei der derzeitigen Tendenz der Tarife schlussendlich mit immer größerem Abstand zu den teuersten Lichtquellen im Haushalt.

„Kompakt“-Leuchtstofflampen (KLL) stellen die letzten Leuchtmittel dar, die diese Bezeichnung verdienen. Unter der Bezeichnung „Energiesparlampen“ bekannt geworden, gehen sie mit Energie in der Tat sehr sparsam um – aber nicht mit Platz. Sie konnten daher bei ihrer Markteinführung nur mit Glück entsprechende Glühlampen ersetzen. Das Gewinde mochte in die Fassung passen, aber manche potentielle Nutzerin verlor bei dem entstandenen Anblick die ihre (Bild 1).

Rückblick: Lichttechniken 
und ihre Wahrnehmung

Andere Nutzer schimpften lange Zeit, nachdem das Problem eigentlich „gegessen“ war, noch auf das als kalt empfundene Licht der KLL und lobten etwas wehmütig das „natürliche“ Licht der Glühlampen – das dem Sonnenlicht jedoch so fern ist wie kaum eine andere künstliche Lichtquelle:

Da es kein Metall gibt, das bei 6 000 °C noch nicht schmilzt, lassen sich Glühlampen nur bis höchstens 3 000 °C betreiben. Deswegen strahlt dieses System so viel Wärme und so wenig Licht ab – und dies mit sehr hohem Rot-Anteil und geringen Blau- und Grün-Anteilen. Als Vorteil bleibt der Sonne und den Glühlampen als den einzigen Warmstrahlern, dass es sich um ein kontinuierliches Spektrum handelt, also um eine mathematisch beschreibbare runde Kurve ohne jähe Intensitätssprünge von einer Wellenlänge (Farbe) zur nächsten.

Die Parameter haben aber bei Glühlampen und bei der Sonne völlig unterschiedliche Werte (3 000 K bzw. 6 000 K). Die Glühlampe liefert somit eben nicht „das natürlichste Licht“ – und wer erst einmal eine Zeit lang LED im Einsatz hat, empfindet die Beleuchtung in einem noch mit Glühlampen beleuchteten Raum oder nach einer Rückumrüstung erst einmal als „trübe Tranfunzel“.

Zwar hat die hohe Betriebstemperatur der Glühwendel den Vorteil, dass die Umgebungstemperatur keinen praktischen Einfluss auf die Lichtqualität und Lichtleistung hat, und Eis, Schnee und Beschlag werden schnell weggeheizt, doch damit ist jetzt „leider“ Schluss (Bild 2). Allein deswegen die Außenwelt dauerhaft zu beheizen lässt sich ohnehin nicht rechtfertigen.

Ist es dagegen der KLL zu kalt, so ist das Licht oftmals nicht die helle Freude. Häufiges Schalten ist den KLL verhasst. Glühlampen erlauben den Aufbau von Scheinwerfern und Punktstrahlern, und sie lassen sich auch recht einfach dimmen.

KLL sind nur in Ausnahmefällen und gegen Aufpreis dimmbar, und „Strahler“ gibt es lediglich dem Namen nach (mit Abstrahlwinkeln – richtig muss es „Halbstreuwinkel“ heißen [1; 2] – ab etwa 120°).

Bei beiden, Leuchtstoff- und Glühlampen, fällt der Wirkungsgrad beim Dimmen rapide.

Es galt daher, ein Leuchtmittel zu erfinden, das

  • beliebig oft schaltbar ist, ohne dass dessen Lebensdauer darunter leidet,
  • sofort nach dem Einschalten die volle Leistung bringt,
  • mit geringem technischem Aufwand möglichst bis auf 0 dimmbar ist,
  • hierbei ebenso wie bei voller Last eine hohe Lichtausbeute bietet,
  • je nach Bauform in die Breite oder auf den Punkt zu leuchten in der Lage ist,
  • sich in verschiedenen Farben bzw. verschiedenen Weißtönen herstellen lässt,
  • ein langes Leben vor sich hat
  • und bei alledem auch noch bezahlbar ist.

Nun ist ein solches Leuchtmittel verfügbar – mehr noch: Eigentlich ist es bereits allgegenwärtig. Sobald irgendwo eine neue Beleuchtungsanlage installiert wird, wird die Frage, ob Leuchtstofflampen oder Leuchtdioden (Licht emittierende Dioden – LED) zum Einsatz kommen sollen, immer seltener überhaupt noch gestellt.


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Bild 2: Bei 45 mW bis 170 mW pro Lämpchen taut sich da nichts mehr weg! (Quelle: S. Fassbinder)