
Was sonst noch geschah
Kurzschluss – Der Wochenrückblick 4
Die schönsten Ereignisse der Woche – von smarten Gasherden, wabbligen Smartphones, gedruckten Brücken, feuchten Nebelfängern, kleinen Fledermausdrohnen, Autobauern mit Zwangsneurose und einem beeindruckenden Weltraumspaziergang
Und noch eine Erfindung, die Menschen helfen kann: Trinkwassergewinnung aus Nebel.
In einer besonders trockenen Region am Berg Bountmezguida in Marokko testeten die Deutsche Wasserstiftung und die nichtstaatliche Organisation Dar Si Hmad ein neues System zur Wassergewinnung. Sogenannte Cloud Fisher sollen Wasser aus Nebel gewinnen.
Die Technologie klingt simpel: Große Netze fangen den Nebel auf, der sich in dieser bergigen Gegend täglich bildet. Die Netze lassen die Feuchtigkeit zu Wasser kondensieren. Durch die sehr großen und lang anhaltenden Nebelschwaden sollen je Tag bis zu 6.000 Liter Wasser gewonnen werden.
Damit das Wasser getrunken werden kann, musste das Netzmaterial auf Unbedenklichkeit für den menschlichen Körper geprüft werden. Weil der Aufbau der Netze sehr einfach und die Robustheit gegen Windkräfte sehr groß sind, würde sich die Technologie für viele regenarme Regionen der Welt eignen.
Die Probleme bei der Entwicklung der Cloud Fisher waren größer, als man glaubt (Video: WasserStiftung, Ebenhausen bei München)
Auf die ISS schaffen es nur Howard Joel Wolowitz und eine Handvoll Wissenschaftler und Astronauten. Zwei glückliche Fügungen ermöglichen es uns Normalbürgern, die Internationale Raumstation auch ohne Teleskop oder Astronautentraining betrachten zu können.
Über Deutschland wird die ISS im Februar mit bloßem Auge sichtbar sein, über Berlin z. B. am 6. Februar von 18:01 Uhr bis 18:05 Uhr. Die sichtbare Bahn verläuft von Westsüdwest nach Ost. Je dunkler der Himmel ist, desto leichter erkennt man die ISS. Sie erscheint wie ein Flugzeug, dass sich am Himmel ostwärts bewegt.
Die NASA stellt auf ihrer Website Spot the Station alle Daten für den Überflug der ISS bereit. Land und Ort des Betrachters sind frei wählbar.
Das Video zum Überflug liefert die Europäische Weltraumorganisation ESA. Der französische Raumfahrer Thomas Pesquet filmte am 13. Januar 2017 einen Weltraumausflug mit seiner Brustkamera. Für Pesquet war es der erste Weltraumeinsatz außerhalb der ISS.
An der Außenseite der ISS mussten Batterien für die Solarsysteme gewechselt werden. Die Nickel-Wasserstoff-Batterien aus den Anfangstagen der ISS wurden gegen moderne Lithium-Ionen-Batterien ausgetauscht. Der dafür vorgesehene Roboter schaffte die Arbeit nicht ohne menschliche Hilfe.
Thomas Pecquet und der US-amerikanische Astronaut Robert Shane Kimbrough erledigten die Arbeiten so schnell, dass sie noch Zeit hatten, eine defekte Kamera einzufangen und Handläufe an der Außenhülle der ISS neu zu justieren.
Durch den Sitz der Kamera in Brusthöhe hat der Betrachter den Eindruck, aus der Ichperspektive am Weltraumausflug beteiligt zu sein. Die gestochen scharfen Bilder sind die beste Werbung für die ISS. Diese Weltraumstation aufzugeben, ist eigentlich undenkbar – und trotzdem beschlossene Sache.
