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Prinzipschaltbild MRCD: Ein (hier) allstromsensitives modulares Fehlerstromgerät (Typ B) MRCDB303 mit integriertem Messstromwandler wird mit einem Leistungsschalter kombiniert Einstellbarer Ansprechbereich 30 mA … 3 A; flexibel anpassbar auf anlagenbedingte Ableitströme. Quelle: Bender/ep
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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Kombination von Personen-, Brand- und Anlagenschutz

14.09.2023

Elektrische Anlagen müssen reibungslos funktionieren und immer verfügbar sein. Wichtig dabei ist aber der Schutz gegen den elektrischen Schlag. Im Fehlerfall sorgen Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) durch ein Abschalten innerhalb kürzester Zeit für einen wirksamen Schutz bei indirektem und direktem Berühren sowie für Brandschutz. Aber sind sofortige Abschaltungen immer sinnvoll?

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Gerade im Produktionsprozess führen ungeplante Abschaltungen von Anlagenteilen in der Regel zu Produktionsausfällen sowie zu Geräteschäden und gefährden nicht nur die Prozesssicherheit, sondern auch die Qualität der zu produzierenden Güter. Dadurch bedeuten sie für die Unternehmen unvorhersehbare zusätzliche Kosten.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur mit geeigneten Schutzeinrichtungen bei tatsächlich vorhandenen Fehlerströmen die Netzversorgung zu unterbrechen, sondern gleichzeitig auch frühzeitig sich anbahnende Fehlerströme zu erkennen. Denn nur wer seine elektrische Anlage permanent im Blick hat, kann rechtzeitig reagieren, ohne dass die Schutzvorrichtung abschaltet.

Hier bietet sich eine Kombination aus Differenzstromüberwachung und Fehlerstrom-Schutzeinrichtung an, ein MRCD (Modular Residual Current Protective Device).

Was ist ein MRCD?

RCD (Residual Current Device) ist der Oberbegriff für alle Arten von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Zu dieser Produktgruppe gehören neben den bekannten RCCBs (FI’s) und RCBOs (FI/LS) u. a. auch CBRs und die sogenannten MRCDs.

Alle genannten Geräte sind in der Lage, einen Fehlerstrom zu erkennen und im Fehlerfall den überwachten Stromkreis zu trennen. Es erfolgt eine geforderte Abschaltung nach DIN VDE 0100-410 [1]. Diese Geräte sind in vielen Bereichen vorgeschrieben oder empfohlen (DIN VDE 0100-530 [2]).

Worin unterscheiden sich RCM und MRCD?

Der allgemeine Unterschied zwischen MRCD und RCM ist, dass das Differenzstrom-Überwachungsgerät (RCM – Residual Current Monitor) für Überwachungszwecke gedacht ist und das MRCD für Schutzzwecke.

Aufgrund dieser Intention sind MRCDs dadurch gekennzeichnet, dass sie in einer normativ vorgegebenen, sehr kurzen Zeit einen angeschlossenen Leistungsschalter mit Trenneigenschaften auslösen, um die Stromversorgung im Fehlerfall rechtzeitig zu unterbrechen. Dementsprechend sind MRCDs im Vergleich zu RCMs besonders zuverlässig und besonders schnell in der Auslösung.

Das MRCD bildet demzufolge unter Berücksichtigung der maximalen Schaltzeit (DIN VDE 0100-410 [1]) eine Schutzeinrichtung nach DIN EN 60947-2 Annex M [3], mit der u. a. die folgenden Schutzziele erfüllt werden können:

  • Personenschutz;

  • Brandschutz.

Wie bei einem RCM wird mit einem MRCD wie beispielsweise von Bender die elektrische Anlage ebenfalls permanent überwacht und bei einem auftretenden Fehlerstrom eine Meldung abgegeben. Jedoch anders als bei einem RCM schaltet bei dem MRCD bei Überschreiten des eingestellten Ansprechwerts ein potentialfreier Kontakt, der zu einer sicheren Abschaltung des mit dem MRCD zu verbindenden Leistungsschalters innerhalb der normativ geforderten Zeit führt (Bild).


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