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Rostock-Warnemünde im Januar 1979 (Foto: Jürgen Sindermann, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
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Energietechnik

Katastrophenwinter 1978/1979: Als die DDR im Schnee versank

04.01.2019

Vor 40 Jahren erlebten die Menschen in der ehemaligen DDR (und BRD) einen beispiellosen Wintereinbruch, der die Versorgung der Bevölkerung und damit deren Leben gefährdete.

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Die Energiewirtschaft der DDR reagierte auch in den restlichen Bezirken und schaltete massenweise den Strom in den Umspannwerken ab. So brachen Energieversorgung und Kommunikation stellenweise komplett zusammen. Das hatte Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Industrie und das Leben von Mensch und Tier in der gesamten DDR. 13 KInder kamen in der Zeit zu Hause zur Welt. Ferkel, die unter Rotlichtlampen in den zwangskollektivierten Landwirtschaftsbetrieben überwintern sollten, starben qualvoll. Landwirte hörten zuerst ihre Rinder vor Schmerzen „schreien“, weil sie die Tiere ohne Maschinen tagelang nicht melken konnten. Später gefroren sie in den Ställen. Wildschweine fraßen Schafe. Auf der Insel Rügen mussten 9.000 Bewohner und 3.000 Urlauber sowie Kranke versorgt und gerettet werden. Menschen fuhren in ihrer Verzweiflung mit dem Auto einfach los und wurden erst im Frühjahr 1979 tot gefunden.

Am 01. Januar 1979 reiste erstmals die DDR-Führung zu den Brennpunkten des Landes. Am 02. Januar tagte das Politbüro. Doch erst am 03. Januar wurden die ersten NVA-Panzer Richtung Ostsee geschickt sowie 6.000 Einsatzkräfte für die Insel Rügen mobilisiert. Die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und wärmenden Decken hoch im Norden musste nun weitgehend über eine Luftbrücke organisiert werden. Insgesamt wurden an diesem Tag 200.000 Helfer zu den Menschen und Betrieben der Republik gesandt. In den Braunkohletagebauen versuchte man mit bloßen Händen und Muskelkraft den Betrieb wieder aufzunehmen.

Nur langsam gelang es, die vollständige Energieversorgung der DDR wieder aufzunehmen und zögerlich begann das Leben in die Städte und Gemeinden zurückzukehren. Es gibt bis heute keine offiziellen Angaben über die Toten des Winters. In der "Aktuellen Kamera" (AK), der Nachrichtensendung der DDR, war nur ein einziges Mal von drei Toten die Rede. Zeitzeuge Udo Beßer recherchierte die Zahl von 18 Toten.

Wer mehr über die Energieversorgung im Südwesten der DDR erfahren möchte, dem empfehlen wir die Reportage des MDR über das Hotel „Panorama“ in Oberhof und das damals geheime Netzbuch vom 13. Dezember bis 31. Dezember 1978 der Netzstelle Erfurt, das die Stromversorgung der DDR und wie sie in jenen Tagen aus dem Gleichgewicht geriet, dokumentiert.

Bild rechts: Soldaten der NVA beim Schneeschippen (Foto: Benno Bartocha, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)


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