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Das "Fruitvoltaic"-Projekt auf den Feldern von Maarten van Hoof ermöglicht die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen zur Erzeugung von Solarstrom und Nahrungsmitteln, Bild: BayWa r.e.
Regenerative/Alternative Energien | Photovoltaik | Betriebsorganisation

Photovoltaik

Größtes „Fruitvoltaic“-Projekt in Europa

21.06.2023

Gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft GroenLeven setzt Baywa re in den Niederlanden das größte „Fruitvoltaic“-Projekte in Europa um. Die Anlage, bei der PV-Module über Himbeeren angebracht werden, verfügt über eine rekordverdächtige Leistung von 8,7 MWp.

In der Provinz Nordbrabant werden 24.206 Solarmodule auf den Feldern des Landwirts Marten van Hoof installiert. Nach Inbetriebnahme schützen die hochaufgeständerten Module das Wachstum der Himbeeren und erzeugen gleichzeitig genug Grünstrom für 2.810 Haushalte. Die Anlage ist eine Erweiterung eines Pilotprojekts aus dem Jahr 2020, das auf demselben Gelände installiert wurde. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Agri-PV-Anwendung beschloss van Hoof, seine gesamte Himbeerplantage mit Solarmodulen auszustatten. Die Fertigstellung des Projekts ist für das erste Quartal 2024 geplant.

8,7 MW Photovoltaik

Agri-PV ist ein herausragendes Beispiel für nachhaltige und multifunktionale Landnutzung, da es landwirtschaftliche Flächen sowohl für die Nahrungsmittelproduktion als auch für die Erzeugung erneuerbarer Energie nutzt. Durch die Doppelnutzung dieser Flächen können Herausforderungen wie Landknappheit, Wetterextreme und die steigende Nachfrage nach Solarenergie in Europa bewältigt werden. Eine Erweiterung der Agri-PV-Lösung bietet großes Potential, um diese Probleme anzugehen.

„Als Antwort auf die Energie-, Nahrungsmittel- und Klimakrise müssen wir eine multifunktionale Nutzung der Flächen ermöglichen und Synergien schaffen“, erklärte Martin Schindele, Head of Product Management Agri-PV, bei dem Unternehmen. „Der Ausbau der Solarenergie soll im Einklang mit der Landwirtschaft und der Natur erfolgen. Unser Vorzeigeprojekt beweist, dass die PV-Module die Pflanzen schützen sowie ein widerstandsfähiges Anbauumfeld ermöglichen, während sie gleichzeitig den Einsatz von Einweg-Plastikabdeckungen verringern. Wir haben uns eingehend mit der Lichtdurchlässigkeit der PV-Module beschäftigt und optimale Bedingungen geschaffen, um eine zukunftsfähige Anlage zu verwirklichen“, kommentiert Stephan Schindele, Head of Product Management Agri-PV bei BayWa r.e.

Breitere Unterstützung von Seiten der Politik notwendig

Das Projekt in Meierijstad wurde durch staatliche Förderung und Investitionen des Landwirts selbst ermöglicht. Um sich in Europa weitläufig zu etablieren, ist eine breitere Unterstützung von Seiten der Politik notwendig.

"Damit die Agri-PV in Europa Fuß fassen und einen positiven Wandel bewirken kann, brauchen wir Gesetze und Förderungen, die uns unterstützen. Die Auswirkungen des Klimawandels werden jeden Tag spürbarer. Wir können es uns nicht leisten, diese große Chance für die Energie- und Agrarwende zu verpassen", ergänzt Benedikt Ortmann, Global Director Solar Projects bei BayWa r.e.

Bis heute hat BayWa r.e. nach eigenen Angaben in der Region EMEA bereits 14 "Fruitvoltaic"-Projekte erfolgreich umgesetzt. Das Unternehmen, das im Bereich erneuerbare Energien tätig ist, hat außerdem mit dem Bau eines "Interspace"-Agri-PV-Projekts in Spanien begonnen, bei dem die PV-Module in niedriger Höhe parallel zur landwirtschaftlich genutzten Fläche installiert werden. Des Weiteren engagiert sich das Unternehmen aktiv für die Förderung von Biodiversitäts-PV und Solaranlagen auf Weideflächen, um eine Synergie zwischen Photovoltaik, Landwirtschaft und Naturschutz zu schaffen.