Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung
Funktechnologie im Zeitalter von IoT und Industrie 4.0: Niedrigenergie-Weitbereichs-Netzwerke im Überblick (2)
Weltweit sehen Analysten im „Internet der Dinge“ eine schnell wachsende, ersetzende innovative Technologie, die bereits im Jahre 2020 durch mehr als 20 Milliarden Sensoren in Maschinen, Geräten und Fahrzeugen eine Unmenge an Informationen verfügbar macht.
Sigfox
Sigfox ist ein im Jahre 2009 in Frankreich gegründeter LPWA-Netzanbieter [1]. Er stellt seine Dienstleistungen in lizenzfreien ISM-Bändern (ISM: Industrial Scientific and Medical, 868 MHz/915 MHz) in 45 Ländern und Regionen weltweit zur Verfügung. Geräte mit Sigfox-Technik können im hindernisfreien Funkfeld bis zu 50 km überbrücken, in bebauten Gebieten 3 bis 10 km. Sigfox-Geräte kommunizieren mit Sigfox-Basisstationen, welche die Daten an Sigfox-Server weiterleiten, wo sie aufbereitet und auf die Server oder Endgeräte des Kunden weitergeleitet werden. Sigfox betreibt somit eine eigene Cloud, SIM-Karten für die Nutzung herkömmlicher Mobilfunknetze sind nicht erforderlich. Sigfox erlaubt einem Endgerät, maximal 140 Mitteilungen pro Tag je 12 Byte abzusetzen. Jede Basisstation kann bis zu einer Million Objekte verwalten. In Europa nutzt Sigfox das 868- MHz-ISM-Band. Die Sendeleistung der Sigfox-Module/Geräte beträgt 14 dBm (25 mW). Die Reichweite und Störsicherheit der Übertragung kann durch Antennen mit Richtwirkung vergrößert werden.
Die globale Abdeckung von Sigfox ist gegenwärtig noch sehr lückenhaft. Deshalb treibt das Unternehmen den globalen Rollout nachdrücklich voran, um die lokale Verfügbarkeit schnellstmöglich zu vergrößern. Für die vollständige Abdeckung von Frankreich und Deutschland sind etwa 2 500 Basisstationen erforderlich, über die sich demnach bis zu 2,5 Milliarden Objekte in das Sigfox-System einbinden lassen. Laut aktueller Sigfox-Homepage leben 908 Millionen Menschen im Sigfox-Abdeckungsbereich von 4 Millionen km2.
Im März 2018 hat Sigfox mit Satellitenbetreiber Eutelsat die Inbetriebnahme eines ELO (Eutelsat Low Earth Orbit for Objects) genannten Nano-Satelliten in 2019 vereinbart. Aus einer sonnensynchronen (polaren) Umlaufbahn in 500 bis 600 km Höhe wird ELO Daten von angebundenen Objekten sammeln und einmal täglich an die Bodenstation auf der norwegischen Insel Spitzbergen im Nordpolarmeer absetzen. So lassen sich Sensordaten aus allen Teilen der Erde, wo eine terrestrische Anbindung kaum möglich ist, sammeln und auswerten.
Sigfox ist kompatibel mit Bluetooth, GPS, Mobilfunk 2G/3G/4G und WiFi und versteht sich deshalb als komplementäre Technik. Das erlaubt, andere Konnektivitätslösungen mit Sigfox zu kombinieren, was die Zahl der möglichen Geschäftsmodelle und den Teilnehmernutzen drastisch steigert.
Autor: K. Jungk
Literatur:
[1] Information zu Sigfox in englischer Sprache unter https://www.sigfox.com.
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