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Messung des Ableitstromes Id in einem IT-Netz. Es wird ein Außenleiter geerdet und der gegen Erde fließende Strom gemessen. (Quelle: Rohlof/Lochthofen/Vermöhlen/ep)
Elektrosicherheit | Schutzmaßnahmen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage

Erdung von Betriebsmitteln im IT-System

24.05.2022

Muss eine nicht geerdete metallische Kühlschlange innerhalb eines geerdeten IT-Systems ebenfalls geerdet werden?

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  • ein berührbares, nicht gefährliches aktives Teil zu einem gefährlichen aktiven Teil wird (z. B. durch Fehler bei der Begrenzung von Beharrungsberührungsstrom und Ladung) oder
  • ein berührbares leitfähiges Teil, das unter normalen Bedingungen nicht aktiv ist, zu einem gefährlichen aktiven Teil wird (z. B. durch Fehler der Basisisolierung gegen Körper (elektrischer Betriebsmittel) oder
  • ein gefährliches aktives Teil berührbar wird (z. B. durch mechanische Fehler einer Umhüllung).“

Im Wesentlichen geht es bei der Anfrage um den zweiten Anstrich. Die Aussage in diesem Anstrich meint den fehlerhaften Kontakt zwischen einem aktiven Teil und dem Körper des Betriebsmittels. Wichtig ist hierbei die Begriffsbestimmung für „Körper“. Diese findet man in DIN VDE 0100-200 (VDE 0100-200)[3], Abschnitt 826-12-10. Dort heißt es wörtlich: „Körper (eines elektrischen Betriebsmittels) [...] leitfähiges Teil eines elektrischen Betriebsmittels, das berührt werden kann und üblicherweise nicht unter Spannung steht, aber unter Spannung geraten kann, wenn die Basisisolierung versagt [...]“

Und in einer nachfolgenden Anmerkung wird hinzugefügt: „Anmerkung Ein leitfähiges Teil eines elektrischen Betriebsmittels, das im Fehlerfall nur über andere Körper unter Spannung geraten kann, ist nicht als Körper zu sehen.“

Für die Anfrage bedeutet dies, dass die fragliche Kühlschlange nicht zwangsläufig als „Körper“ bezeichnet werden muss, sofern der Hersteller gewährleistet, dass dieses Teil nicht mit einem unter Spannung stehenden Teil in Berührung kommen kann. Dass sich eventuell über andere leitfähige Teile, die zum Körper des elektrischen Betriebsmittels gehören und deshalb mit dem Schutzleitersystem verbunden sind, ein gefährliches Potential auf die Kühlschlange übertragen kann, wird nicht berücksichtigt. Der Gedanke dahinter ist der, dass es ausreicht, wenn über die Fehlerstelle (Körperschluss) bei einem mit dem Schutzleiter verbundenen Teil bereits ein Fehlerstrom fließen kann, weil alle leitfähigen Teile, die als Körper des Betriebsmittels gelten, mit dem Schutzleiter verbunden sind. Ein zusätzlicher Fehlerstrom über die Kühlschlange zum Schutzleiter wird also nicht zwingend benötigt.

Autor: H. Schmolke

Literatur:

[1] DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag.

[2] DIN EN 61140 (VDE 0140-1):2016-11 Schutz gegen elektrischen Schlag – Gemeinsame Anforderungen für Anlagen und Betriebsmittel.

[3] DIN VDE 0100-200 (VDE 0100-200):2006-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 200: Begriffe.

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.


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