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Der neue Differenzstrommonitor von Dansisense SRCMH070IB+ mit 4–20 mA DC Ausgangssignal und umfangreicher Windows Software (Quelle: Danisense)
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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Differenzstrommonitoring

13.06.2024

Oftmals ist eine herkömmliche Isolationsmessung recht aufwendig. Teilweise müssen Anlagen abgeschaltet oder Komponenten wie Frequenzumrichter oder Schaltnetzteile abgeklemmt werden, weil die empfindlichen Halbleiterbauelemente durch die Prüfspannungen geschädigt werden können. Eine kontinuierliche Differenzstrommessung bietet im Gegensatz dazu einige Vorteile und findet daher mittlerweile breitere Anwendung bis hin zu verpflichtendem Einsatz.

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Eine Anlagenprüfung wurde bereits in der ersten VDE-Vorschrift aus dem Jahr 1896 gefordert. Mittlerweile wird die Anlagenprüfung für neue und erweiterte Anlagen in der DIN VDE 0100-600 beschrieben [1]. Wiederkehrende Prüfungen werden in der DIN VDE 0105-100 (Änderung A1 [2]) mit Verweisen auf die DIN VDE 0100-600 normativ erfasst. Darüber hinaus wird die wiederkehrende Prüfung auch in dem Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) beschrieben und gefordert [3]. Die Vorschrift 3 der DGUV beschreibt die Prüfung von elektrischen Betriebsmitteln und Anlagen, die in den Betrieben eingesetzt werden. Ziel dieser Vorschrift ist, dass sich die Anlagen in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden. So wird das Risiko von Personenunfällen, elektrisch gezündeten Bränden oder Anlagenschäden minimiert.

Verbindliche Prüfungen

Da es sich bei der DGUV-V3-Prüfung um eine gesetzliche Vorschrift handelt, sind Unternehmen dazu verpflichtet, diese Prüfung durchzuführen. Versicherungen verweigern im Falle eines Schadens regelmäßig die Zahlung von Leistungen, wenn kein Nachweis über die fristgemäße Prüfung des schadensverursachenden Betriebsmittels vorliegt. Selbst die Kündigung von Policen ist in schwerwiegenden Fällen keine Seltenheit. Dem Unternehmen drohen außer den Ausfällen und Kosten eventuell noch zusätzlich existenzgefährdende Klagen auf Schadensersatz.

So nachvollziehbar diese Vorschrift auch erscheinen mag, so verursacht sie nicht nur erhebliche Kosten für die Betreiber elektrischer Anlagen und ortsfester Maschinen. Für die Prüfung werden oftmals die Anlagen und Maschinen abgeschaltet, um die Isolationswiderstandsmessung durchzuführen bzw. die Schutzeinrichtungen (z. B. RCDs) zu testen.

Prüffristen

Die zeitlichen Intervalle für die wiederkehrende Prüfung sind in der DGUV Vorschrift 3 in der Tabelle 1 A aufgelistet. Bei nicht näher spezifizierten elektrischen Anlagen und ortsfesten Betriebsmitteln wird die Prüffrist mit vier Jahren angegeben. Eine in der Praxis oft diskutierte Frage ist, ob es sich bei den genannten Prüffristen um gesetzliche Vorgaben oder lediglich um Richtwerte handelt.

In der DGUV Vorschrift 3 heißt es wörtlich unter § 5 Prüfungen:


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