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(Foto: profit_Image/stock.adobe.com)
Fachplanung | Elektroplanung | Betriebsorganisation

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Building Information Modeling im E-Handwerk - Kommt das „E-BIM“?

19.09.2019

Building Information Modeling (BIM) treibt die Digitalisierung der Wertschöpfungskette im Wirtschaftssektor Bauwesen. Immer mehr Prozesse zum Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken und Liegenschaften richten sich nach BIM-Standards.

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Alle diese Festlegungen wie IFC, LoD und noch viele weitere sind aktuell Gegenstand internationaler Normierungsarbeit. Ziel ist – insbesondere auf Europäischer Ebene – markteinheitliche Begriffe und Standards zu definieren, sodass es in Zukunft möglich ist, Leistungen auch überregional anzubieten und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fazit: Derzeit findet ein grundlegender Wandel auf allen Gebieten der Bauplanungs-, Bauproduktions- und Baubetriebswirtschaft statt. Die Geschwindigkeit dieses Wandels ist ungewöhnlich hoch. Noch vor fünf Jahren wurden „Modelle“ als Planungsgegenstand belächelt, jetzt verlangen immer mehr Bauherren genau diese ausschließlich (siehe z. B. Deutsche Bahn). Noch vor fünf Jahren war es undenkbar, dass ein Handwerker auf die Planung Einfluss nehmen konnte. Inzwischen gibt es Pilotprojekte, bei denen der Zulieferer schon vor der Vergabe feststeht. Noch vor fünf Jahren ließ sich nur mit sehr teurer Hard- und Software das Ergebnis einer Planung vor dem ersten Spatenstich vergegenwärtigen. Heute gibt es Modelle, die bis in die Details einsehbar sind. Baufehler lassen sich auf ein Minimum reduzieren, die Produktivität steigt.

Der nächste Schritt in der Wertschöpfungskette wird die Einbindung der tatsächlichen „Umsetzer“ am realen Bauwerk sein. Der Handwerker und Zulieferer wird sich mit den oben ausgeführten Prinzipien auseinandersetzen müssen. Die „Theoretiker“ und Planer werden auf die „Umsetzer“ und Produktion eingehen müssen. Das wird schon bald jeder Bauherr fordern – im Zusammenhang mit der Einführung von BIM – nicht nur auf seinen Baustellen, sondern auch in seinem Betrieb. Es wird deshalb in der nächsten Zeit viel zusätzliche Ausbildungs- und Qualifikationsarbeit notwendig – wie das immer ist, wenn etwas Neues kommt. Noch ist dieser Ausbildungsmarkt im Entstehen. Noch ist er leidlich koordiniert. Zum Beispiel fehlt es oft an herstellerneutralen Informationen für den Handwerker. Vielleicht bedarf es hier neuer (regionaler?) Initiativen von innen heraus. Erstes Bemühen ist spürbar, denn es geht um viel Geld. Sind doch die bisherige Produktivität des Bausektors alles andere als gut und der Zeit- und Kostendruck hoch.

Lebenslanges Lernen wird für das Handwerk generell notwendig sein, ist aber im Moment besonders intensiv gefordert. Das Elektro-Handwerk hat – wie Eingangs aufgeführt – einen Vorteil. Es hat schon jetzt einige Berührungspunkte mit der Digitalisierung. Zwischen dem Internet-Router und dem Zählerschrank gibt es oft schon mehr als nur die 230-V-Versorgungsleitung. Erste Ängste vor der neuen digitalen Welt sind schon erlebt. Aber noch längst ist nicht absehbar, was da noch alles „kommt“. Und zusammen lässt sich vieles besser ertragen. Wenn das „E-BIM“ kommt, wären das zusammen Lernen und Zusammenarbeiten wünschenswert!

Literatur: [1] ISO 16739:2013-04 Industry Foundation Classes (IFC) für den Datenaustausch in der Bauindustrie und dem Anlagen-Management.

Autor: V. Krieger

Bild rechts: Vorschlag zur schematischen Darstellung der Prozessphasen
Die Betrachtung der Wertschöpfungskette zeigt einen Kreislauf. LPH Leistungsphase/Bild: Daniel Mondino (Core Architecture); Planen-Bauen 4.0; ep

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