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7 Trends in der Bauwirtschaft
Wie wird die Zukunft des Bauens und des Gebäudebetriebs aussehen? Siemens Smart Infrastructure hat 7 Trends ausgemacht, die zeigen, wohin die Reise geht.
Erhöhter Kostendruck wird zu mehr industriellem Bauen führen. Mit neuen digitalen Fertigungsmethoden können Bauteile individuell und "on demand" hergestellt werden. Weil in Zukunft mehr Elemente in die Vorfabrikate integriert werden können – beispielsweise elektrische Komponenten –, wird es auf der Baustelle der Zukunft vermehrt darum gehen, vorgefertigte Elemente zusammenzufügen.
6. Datenbasierter Gebäudebetrieb
Für Heizen, Kühlen und Warmwasseraufbereitung wird in der Nutzungsphase des Gebäudes am meisten Energie benötigt. Ein intelligentes Gebäude der Zukunft verfügt über Sensoren und intelligente Steuerungen, um den Betrieb der gebäudetechnischen Anlagen so effizient wie möglich zu machen.
Dabei berücksichtigt es auch das Verhalten und die Bedürfnisse der Gebäudenutzenden: Wo sich beispielsweise niemand aufhält, muss auch nicht geheizt werden. Dabei bezieht das intelligente Gebäude Wetterprognosen und die Verfügbarkeit erneuerbarer Energie – etwa von der PV-Anlage auf dem Dach – in sein Verhalten mit ein.
Durch Algorithmen lassen sich die Daten, die im intelligenten Gebäude erfasst werden, auswerten, um das Gebäudemanagement zu optimieren. Sollten Abweichungen auftreten, wird der Facility Manager informiert, sodass er entscheiden kann, was zu tun ist. Die Daten werden standardisiert verfügbar sein und es wird Applikationen geben, welche die Daten verarbeiten und Mehrwerte anbieten, wie etwa Energie-Einsparungen. Diese Applikationen können in einem virtuellen Marktplatz zur Verfügung stehen, und die Kunden können diejenigen auswählen, die ihren Zwecken am besten dienen.
7. Das Auto als Stromspeicher
Energiespeicher werden im intelligenten Gebäude eine größere Rolle spielen, als sie es heute tun. Das Elektroauto wird dabei eine wichtige Rolle übernehmen. Wenn es tagsüber auf dem Parkplatz am Arbeitsplatz steht, erhält es beispielsweise Solarstrom und wird geladen. Der gespeicherte Strom kann dann abends zu Hause genutzt werden. Intelligente Systeme stellen sicher, dass die Batterie noch genügend geladen ist, um am nächsten Tag wieder zur Arbeit fahren zu können.
Ist im Kalender ein Termin weiter auswärts vermerkt, wird die Entladung früher gestoppt, damit der Ort gut erreicht werden kann. Solche Vernetzungen von Daten der Verbraucher und der Energieerzeugung ermöglichen die optimale Ausnutzung der erneuerbaren Energien und werden für eine nachhaltige Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen.
Neue Geschäftsmodelle werden sich durch solche Energieoptimierungen ergeben. So könnte man überschüssigen Strom gegen eine Vergütung dem Nachbarn abtreten. Allerdings bestehen für solche Lösungen derzeit noch hohe bürokratische und politische Hürden.
Ausblick
Technologien und Materialien für eine nachhaltigere und intelligentere Bau- und Immobilienwirtschaft existieren bereits. Jedoch ist der Weg in die Zukunft des Bauens reich an Hindernissen. Viele Unternehmen sehen heute noch keinen Anreiz, aktiv Veränderungen voranzutreiben. Regulative Vorgaben und historisch gewachsene Strukturen behindern teilweise den Fortschritt.
Solange der Kostendruck nicht hoch genug ist, wird die Automatisierung des Bausektors nicht vorangehen. Auf Dauer wird das Festhalten am Status Quo jedoch kein taugliches Konzept sein. Fortschritt und Digitalisierung setzten sich bekanntlich durch, wie Beispiele aus dem Druckbereich, der Fotografie oder auch der Musikindustrie deutlich gezeigt haben.

