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Aus dem Facharchiv: Fachbegriffe aus der Elektrotechnik erklärt
Was versteht man unter Masse?

Gesamtheit aller untereinander leitend verbundenen Teile eines elektrischen Betriebsmittels oder einer Anlage, die keine aktiven Teile sind und die auch im Fehlerfall keine zu hohe (gefährliche) Berührungsspannung annehmen können.

Automechaniker bzw. Mechatroniker arbeit an der Autobatterie, Starthilfe Auto über Batterie

(Foto: lersan/stock.adobe.com)

Masse

Der elektrotechnische Fachausdruck „Masse“ ist nicht gleichbedeutend mit „inaktive Teile“ oder „Körper“. Masse gibt vielmehr an, welche Bauelementeanschlüsse auf dem nullpunktimmanenten Bezugspotential (Massepotential) liegen. Dieses (Null)Potential kann an einen Masseanschluss (Massepol) geführt werden, z. B. an das Chassis eines elektrotechnischen Geräts oder das Fahrgestell eines PKWs. Im letztgenannten Beispiel dient der Masseanschluss zur Rückführung des Batteriestroms. Ein massebehafteter Isolationsfehler wird „Masseschluss“ genannt.

„Masse“ in elektrotechnischem Sinne ist nicht gleichzusetzen mit einer großen Stoffmenge oder mit einem unstrukturierten, weichen Isolierstoff als Bestandteil z. B. eines Massekabels. Der elektrotechnische Fachausdruck „Masse“ bedeutet auch nicht Trägheit eines Körpers.

Gewicht: Neben der Masse in elektrotechnischem Sinne gibt es noch die physikalische Größe „Masse“, d. h. die Masse der Stoffe (Einheit Gramm oder Kilogramm, Zeichen g oder kg). Die verschiedenen Stoffe, z. B. Holz, Blei, Öl, Kork usw., haben bei gleichem Rauminhalt ungleiche Massen und unterliegen deshalb in verschiedenem Ausmaße der Schwerkraft. Das heißt, sie haben ungleiches „Gewicht“ (Einheit Pond oder Kilopond, Zeichen p oder kp). Das Gewicht – die Schwere eines Körpers – lässt sich durch Wiegen ermitteln. Die Kraft, mit der ein Körper auf seine Unterlage drückt oder mit der er nach unten gezogen wird, beruht auf der Anziehungskraft des jeweiligen Himmelskörpers, z. B. der Erde. Auf dem Mond sind alle Körper viel leichter als auf der Erde, weil er weniger Masse hat als unser Planet und demzufolge eine viel geringere Anziehungskraft auszu¬üben vermag. Darüber hinaus ist das Gewicht abhängig von der Entfernung eines Gegenstands vom Massemittelpunkt des anziehenden Körpers. Des-halb ist ein Gegenstand z. B. auf dem Mond nicht umso viel leichter als auf der Erde, wie nach dem Verhältnis der Massen von Mond und Erde zu erwarten wäre. Im schwerelosen Raum ist ein Gegenstand gewichtslos, nicht masselos. Die Angabe des Gewichts mit der Einheit für die Masse (g oder kg) ist unkorrekt.

Dichte, Wichte: Das Verhältnis von Masse und Volumen wird „Dichte“ (in g/cm3) und von Gewicht und Volumen wird „Wichte“ (in p/cm3), meistens jedoch „spezifisches Gewicht“ genannt. Bei vollkommen reinem Wasser von + 4 °C stimmen die Maßzahlen für Gewicht und Rauminhalt am gleichen Ort exakt überein. 5 l Wasser wiegen folglich genau 5 kp, 10 cm3 Wasser wiegen 10 p usw. Die Wichte des Wassers ist also 1. „Wichte“ ist demnach die Kenngröße, die zahlenmäßig angibt, wievielmal schwerer ein Stoff gegenüber der gleichen Raummenge Wasser ist. Für alle Körper in gleicher Entfernung vom Erdmittelpunkt gilt: Dichte = Wichte. Ändert jedoch ein Körper seine Lage zum Erdmittelpunkt, bleibt seine Masse (in g oder kg) zwar immer dieselbe, aber sein Gewicht (in p oder kp) verändert sich. Es nimmt in Richtung auf den Erdmittelpunkt hin zu, im umgekehrten Fall ab.

Autor: R. Müller

Der Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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