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Aus dem Facharchiv: Fachbegriffe aus der Elektrotechnik
Was versteht man unter Leiter-Istquerschnitt?

Leiterquerschnitt, der unter Berücksichtigung der vorhandenen Einsatz- und Umgebungsbedingungen, z. B. der Strombelastbarkeit, des Spannungsfalls, der Schleifenimpedanz, der mechanischen Beanspruchung u. dgl., ermittelt worden ist.

(Bild 1) Durchhang eines Freileitungsseils

(Bild 1) Durchhang eines Freileitungsseils

Anhand des Leiter-Istquerschnitts (Leiter- mindestquerschnitt) wird der Leiter-Soll-querschnitt (Leiternennquerschnitt) be- stimmt. Dieser ist bei aktiven Leitern wegen der erforderlichen Querschnitts- reserve meist etwas größer als der ermit- telte oder geforderte Mindestquerschnitt. Er darf bei fester Verlegung von Kabeln und isolierten Leitungen folgende Werte nicht unterschreiten:

  • 0,5 mm2 Cu für Melde- und Steuerstromkreise; bei Verwendung elektro- nischer Betriebsmittel oder „gedruckter Schaltungen“ (Leiterplatten) sind kleinere Leiterquerschnitte zulässig
  • 1,5 mm2 Cu oder 16 mm2 AI für Strom kreise zum Zwecke der Energieübertragung (Leistungsstromkreise). Diese Forderung gilt auch für Neutralleiter.

Die Mindestquerschnitte für Schutzleiter, PEN-Leiter und Potentialausgleichsleiter enthält die Norm DIN VDE 0100-540 [1].

Durchhang

Senkrechter Abstand zwischen einem frei gespannten Leiter- oder Tragseil – auch einer selbsttragenden elektrischen Leitung mit integriertem Tragseil oder einem Luftkabel – und der geradlinigen (kürzesten) Verbindung zwischen den jeweiligen Aufhängepunkten.

Allgemeines

Aufgehängte Leiter- oder Tragseile bewe- gen sich bei relativ großer Spannweite unter dem Einfluss von Wind und Wetter ständig hin und her. Außerdem ziehen sich die Seile und Spanndrähte bei tiefen Temperaturen erheblich zusammen. Die dabei auftretenden Zugkräfte und anderen mechanischen Beanspruchungen – im Winter unter Berücksichtigung zusätzlicher Eislast – sind bei der Festlegung des Durchhangs und der Bodenfreiheit, z. B. der Durchfahrtshöhe, mit zu berücksichtigen.

Alle elektrischen Leiterseile in einem Spannfeld, auch die Erdseile (Blitzschutzseile) an den Mastspitzen, sollen durch- hangsgleich sein.

Größter Durchhang

Der größte Durchhang fmax stellt sich im ebenen (waagerechten) Gelände in der Spannweitenmitte ein, Beispiel s. Bild 1. Dieser Durchhang (engl. hang down) ist in Anlagen mit frei gespannten elektrischen Leiterseilen (Freileitungen) so festzulegen, dass bei einer Temperatur

  • von –5 °C und Eislast oder von – 20 °C ohne Eislast die höchstzulässige Zug- spannung der Leiterseile nicht überschritten sowie bei einer Temperatur
  • von –5 °C und einer Eislast oder von
    ≥ 40 °C der geforderte Mindestabstand zwischen den Leiterseilen und dem Erdboden (Bodenfreiheit) nicht unterschritten wird.

Der Mehraufwand an Seillänge beträgt wegen des Durchhangs etwa 1...4 %.

Vektor

Physikalische Größe, die durch Betrag (Zahlenwert mit der zugehörigen Einheit) und Richtung gekennzeichnet ist, z. B. die

  • elektrische Feldstärke E→
  • Stromdichte →s
  • Kraft F→ (engl. force)
  • Geschwindigkeit υ→ (engl. velocity)
  • Beschleunigung a→ (zeitliche Änderung der Geschwindigkeit, engl. acceIeration).

Darstellung

Vektoren (engl. vectors) werden dargestellt durch fette kursive Buchstaben oder durch kursive Buchstaben mit einem horizon talen Pfeil darüber.

Früher wurden dafür auch die Frakturbuchstaben der deutschen Schrift (Sütterlinschrift) verwendet.

Vektoren haben mit der grafischen Darstel- lung komplexer Zahlen (Zahlen mit einem Realteil und einem Imaginärteil) nichts zu tun, obwohl mitunter das Gegenteil be- hauptet wird. Vektoren sind keine „Zeiger“!

Vektorrechnung

Das Rechnen mit Vektoren und ihren alge- braischen Verknüpfungen ist ein wichtiges Teilgebiet der (höheren) Mathematik. Ver- mittels der Vektoralgebra können Vekto- ren addiert, subtrahiert, multipliziert und dividiert werden. Gegenstand der Vektor­ analysis ist die Infinitesimalrechnung (Differential- und Integralrechnung).

Isolationsspannung

Höchster Effektivwert einer Dauerspan- nung, für welche die Isolation eines elektrischen Betriebsmittels oder Netzes ausgelegt ist (Bemessungs-Isolationsspannung). Vorübergehende kurzzeitige Spannungserhöhungen, z. B. transiente Schaltüberspannungen, bleiben dabei gewöhnlich außer Betracht.

Die Isolationsspannung Ui (engl. insulation voltage) bildet die Grundlage für die Prüfspannungswerte und die Isolationskoordination. Sie ist höchstens gleich der Bemessungs-Stehspannung.

Deckenauslass

Herausführen der in einer Zimmerdecke o. dgl. gelegten Leitung (Kabel) am Aufhängepunkt einer Leuchte oder eines anderen elektrischen Verbrauchsmittels.

Autor: R. Müller

Literatur: [1] DIN VDE 0100-540:2012-06 Errichten von Niederspannungsanlagen; Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Erdungsanlagen und Schutzleiter.

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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