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Energiewende: Fossile Brennstoffe ohne Zukunft
Öl, Benzin und Diesel auf der Abschussliste

Volvo macht Schluss mit reinen Verbrennungsmotoren. Schon ab 2019 werden neue Modelle mit einem Elektro- oder Hybridmotor ausgestattet. Der schwedische Automobilhersteller verfolgt damit konsequenter als alle anderen großen Autokonzerne die Ausstiegsstrategie aus herkömmlichen Antrieben.

Volvos nur noch mit E-Motor

Die neue Leitlinie des Konzerns ist offensichtlich ein Ergebnis von wirtschaftlichen Überlegungen. Die Entwicklung von Benzin- und Dieselmotoren ist sehr kostenintensiv. Diese Ausgaben will man sparen und statt dessen alle Aktivitäten auf eine Antriebsart konzentrieren. Die Schweden haben angekündigt, Investitionen konsequent in die Weiterentwicklung von Elektromotoren zu stecken und auf Dieselmotoren in Zukunft komplett zu verzichten.

Zwischen 2019 und 2021 will Volvo fünf reine E-Autos auf den Markt bringen. Ergänzt wird das Angebot durch Hybridmodelle, die zwar mit Strom geladen werden können, aber einen ergänzenden Verbrennungsmotor besitzen. Volvo gibt sich dabei selbst ein ambitioniertes Ziel: Bis 2025 will der Konzern eine Million Elektrofahrzeuge verkaufen.

China pusht E-Mobilität in Europa

Dass Volvo als erster Hersteller diesen Weg geht, liegt vermutlich am Eigentümer des schwedischen Unternehmens. Während der internationalen Finanzkrise ab 2007 geriet Volvo unter Führung von Ford in eine wirtschaftliche Schieflage. Seit 2010 sind die Schweden Teil der chinesischen Zhejiang Geely Holding – und damit der rasanten Umstellung Chinas auf E-Mobilität.

Die chinesische Regierung hat sich dem konsequenten Ausbau der Elektromobilität verschrieben. Aufgrund der extremen Luftverschmutzung in chinesischen Großstädten werden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren per Gesetz radikal zurückgedrängt. Außerdem erkannte die chinesische Führung, dass es sehr schwer werden würde, gegen die traditionellen Autohersteller in Europa, Asien und den USA mit konventionell angetriebenen Pkw aus eigener Produktion zu bestehen. Auch aus diesem Grund entschied sich die Regierung Chinas, direkt in die E-Mobilität einzusteigen.

Die Strategie war erfolgreich. 43 Prozent aller Elektroautos weltweit wurden im vergangenen Jahr in China gebaut, zudem kommen jede vierte Batteriezelle und jeder dritte Elektromotor aus chinesischer Produktion. Mit dem Autobauer BYD beheimatet das Land den größten Hersteller von E-Autos.

Abstiegskandidat Diesel

Trotz dieser Entwicklung halten andere Autohersteller an Verbrennungsmotoren fest. Bedingt durch den Abgasskandal, hervorgerufen durch die Differenzen zwischen Abgaswerten auf dem Prüfstand und den Werten im realen Verkehr, sowie die Debatte um ein Verbot von Dieselfahrzeugen in deutschen Innenstädten, befinden sich Diesel-Neuzulassungen auf Talfahrt. Dennoch gibt BMW-Chef Harald Krüger Durchhalteparolen aus: "Nichts deutet auf einen Tod des Diesel hin. Der saubere Diesel hat noch eine lange Zukunft vor sich." (29. April 2017, FAS)

Frankreich plant Verbot von Verbrennungsmotoren

Die französische Regierung hat den Diesel abgeschrieben – und den Benziner gleich mit. Ab 2040 sollen in Frankreich nach dem Willen des Umweltministers Nicolas Hulot keine Autos mehr mit Diesel- und Benzinmotoren verkauft werden dürfen. Die französischen Autohersteller begrüßen den Plan. PSA Peugeot Citroën will beispielsweise bereits bis 2023 vier von fünf Autos mit elektrifiziertem Antrieb verkaufen. 

Nach dem bisherigen Klimaschutzplan soll Frankreich bis 2050 CO2-neutral sein. Ungeklärt ist allerdings, ob der neue französische Staatspräsident Emmanuel Macron seine angekündigten marktradikalen Pläne umsetzt und ähnlich wie US-Präsident Donald Trump den Klimaschutz von der Agenda nimmt.

Keine Ölheizungen mehr in Norwegen

Auch Norwegen verabschiedet sich von fossilen Brennstoffen. Der Verbrauch von Heizöl soll massiv eingeschränkt werden. Heizöl ist chemisch eng verwandt mit Diesel. Deshalb sollen ab 2020 Ölheizungen verboten werden. Das Verbot von Ölheizungen wird für alte und neue Gebäude im Privatbesitz sowie für den öffentlichen Raum in Firmen- und Regierungsgebäuden gelten.

Als Alternativen werden Wärmepumpen, hydroelektrische Systeme und Öfen für Holz-Chips empfohlen. Gasheizungen sind kein Ersatz – auch ihre Verwendung soll in Zukunft reguliert werden.

Die Verbannung von Autos mit Verbrennungsmotoren wird von der norwegischen Regierung ebenfalls vorangetrieben. Um das ehrgeizige Ziel der Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 340.000 Tonnen pro Jahr zu erreichen, fördert sie mit finanziellen Anreizen den Kauf von Elektroautos. Ab 2025 sollen nur noch 0-Emission-Autos zugelassen werden – kein Diesel mehr und kein Benzin.

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