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Aus dem Facharchiv: Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Glühende Schweißelektrode brachte Spraydose zum explodieren

Eine durch die glühende Elektrode eines Schweißgerätes erwärmte Spraydose explodierte und führte zu Verbrennungen im Gesicht des Schweißers.

Brandfleck an der explodierten Trennmittel-Spraydose (Foto: BG ETEM)

Brandfleck an der explodierten Trennmittel-Spraydose (Foto: BG ETEM)

Arbeitsauftrag: Ein Schweißer hatte den Auftrag bekommen, ein großes Gussteil eines Kunden zu reparieren. Die bereits erkannten Fehlstellen sollten mittels Ausfugen beseitigt werden. Er hatte die Anweisung erhalten, bei den Schweißarbeiten die erforderliche persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen.

Unfallhergang: Der Schweißer wollte nach dem Ausfugen einer Fehlstelle seinen „Fugenhobler“ auf dem bereitgestellten Ablageständer ablegen. Bei dieser Schwenkbewegung berührte er unbemerkt mit der glühenden Elektrode eine Spraydose. Aber auch nach dem Ablegen war die glühende Elektrode noch sehr nah an der Dose. Darin befand sich ein vom Betrieb zur Verfügung gestelltes Trennmittel, welches vor jedem Arbeitsgang auf das zu schützende Werkstück oder Werkzeug aufgetragen wird. Dies verhindert das Anhaften von Spritzern. Dem Schweißer war in diesem Zusammenhang die Gefahr durch das brennbare Treibgas, das sich ebenfalls in der Spraydose befindet, nicht bewusst. Mit dem Ablegen der Elektrode – sehr nah an der Spraydose – erfolgte eine allmähliche weitere Erwärmung des Inhalts, bis die Spraydose wegen des starken Druckanstiegs explodierte (Bild). Da das Gesicht des Schweißers zu diesem Zeitpunkt nicht vollständig verdeckt war, kam es dadurch zu leichten Verbrennungen im ungeschützten Teil seines Gesichts. Die Kollegen brachten den Verletzten daraufhin in die Ambulanz.

Unfallanalyse: Nach Absatz 1 § 22 „Notfallmaßnahmen“ der BGV A1 hat der Unternehmer „... entsprechend § 10 Arbeitsschutzgesetz die Maßnahmen zu planen, zu treffen und zu überwachen, die insbesondere für den Fall des Entstehens von Bränden, von Explosionen, des unkontrollierten Austretens von Stoffen und von sonstigen gefährlichen Störungen des Betriebsablaufs geboten sind.“ Im Fall des beschriebenen Arbeitsplatzes war diese Forderung nicht erfüllt. Das Unternehmen überprüfte nach diesem Vorfall die betriebliche Gefährdungsbeurteilung für die Schweißerarbeitsplätze. Im Ergebnis dessen wurde vom Betrieb ein neues Trennmittel beschafft. Dieses ist mittels einer Pumpspray-Dose aufzutragen. Damit wird das brennbare Treibgas nicht mehr im Arbeitsbereich benötigt.

Autor: J. Jühling

Dieser Artikel ist unserem Facharchiv entnommen.

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