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Geöffnete abgehängte Zwischendecke (Foto: BG ETEM/D. Rothweiler)
Arbeits- und Gesundheitsschutz | Betriebsführung

Aus dem Facharchiv: Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften

Körperdurchströmung bei der Leitungsverlegung in einer Zwischendecke

27.05.2019

Zum Unfall kam es, als die Elektrofachkraft mehrere Deckenplatten entfernte und mit der rechten Hand die metallene Unterkonstruktion der Zwischendecke berührte.

Arbeitsauftrag. Ein Elektroinstallationsbetrieb hatte den Auftrag, in einem Bürogebäude die Elektroinstallation eines Aufenthaltsraums zu erneuern und eine neue Zuleitung zur Unterverteilung in der Büroetage zu verlegen. Die Arbeiten sollten von mehreren Elektromonteuren ausgeführt werden.

Unfallhergang. Nachdem alle Lampen und Steckdosen sowie die Herdanschlussdose im Aufenthaltsraum installiert waren, sollten abschließend die erforderlichen Zuleitungen für die neue Elektroinstallation zur Unterverteilung gezogen und an diese angeschlossen werden. Für die Verlegung der Zuleitungen musste die vorhandene Zwischendecke des Büroflurs geöffnet werden. Die Arbeiten in der Zwischendecke wurden stehend auf einer Leiter ausgeführt. Nachdem der Elektromonteur bereits mehrere Deckenplatten entfernt hatte, berührte er mit der rechten Hand die metallene Unterkonstruktion der Zwischendecke und erlitt dabei eine Körperdurchströmung. Durch die Schreckreaktion stürzte er von der Leiter und brach sich das Handgelenk. Der alarmierte Rettungsdienst brachte ihn ins nächste Krankenhaus, wo er stationär aufgenommen wurde. Nach der erforderlichen Operation war der Elektromonteur mehrere Wochen arbeitsunfähig.

Unfallanalyse. Im Rahmen der Unfalluntersuchung wurde festgestellt, dass bei der Montage der Deckenkonstruktion vor mehreren Jahrzehnten eine Schraube die Isolierung einer Leitung beschädigt hatte und dadurch die gesamte metallene Unterkonstruktion der Zwischendecke unter Spannung gesetzt wurde. Den verunglückten Monteur und den Elektrohandwerksbetrieb trifft keine Schuld. Autor: D. Rothweiler Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 05/2019.