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170. Geburtstag von Thomas Alva Edison
Genialer Zweitverwerter

„Ich bin ein Schwamm, denn ich sauge Ideen auf und mache sie nutzbar. Die meisten meiner Ideen gehören ursprünglich anderen Leuten, die sich halt nicht mehr die Mühe gemacht haben, sie weiterzuentwickeln.“ – Thomas Alva Edison

Geschäftsmann mit zwölf Jahren

Thomas Alva Edison wurde am 11. Februar 1847 in Milan, Ohio, als eines von sieben Geschwistern geboren. Während Edisons Schulzeit hielten die Lehrer nichts von ihm, sie nannten den schwerhörigen Jungen einen Hohlkopf. Seine überragende Intelligenz erkannten sie nicht. Edisons Mutter nahm ihren Sohn nach nur wenigen Monaten aus der Schule und unterrichtete ihn selbst.

Bereits mit zwölf Jahren verdingte sich Edison als Trainboy und verkaufte Süßigkeiten an Zugreisende, um Geld für chemische Experimente im Keller seines Vaters zu verdienen. Dabei entwickelte er sehr früh einen Sinn fürs Geschäft. Er ließ andere für sich arbeiten und saß selbst lesend im Gepäckwagen. Dort richtete er sich ein kleines Labor ein, um das Gelesene sofort mit Experimenten in die Praxis umsetzen zu können.

Seine eigene Zeitung verkaufte er ebenfalls im Zug. Mit 16 Jahren war er bereits ausgebildeter Telegraph und reiste durch die USA.

Beginn einer großen Erfinderkarriere

Gerade mal 21 Jahre war Edison alt, als er 1868 seine erste Erfindung zum Patent anmeldete: einen elektromechanischen Stimmzähler zur Beschleunigung von Abstimmungen. Wegen mangelnder Nachfrage wurde die Erfindung zum wirtschaftlichen Flop. Für Edison war das eine Lehre für sein weiteres Geschäftsleben.

Er machte sich früh Gedanken darüber, wie auf welchem Weg sich Innovationen erfolgreich am Markt platzieren und verkaufen lassen – ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Erfindern seiner Zeit. Es gelang ihm, finanzkräftige Investoren von seinen Ideen und den wirtschaftlichen Perspektiven der Produkte zu überzeugen.

Seitdem galt er nicht nur als technischer Pionier mit Schwerpunkt auf Elektrizität und Elektrotechnik, sondern auch als kluger Geschäftsmann – allerdings nicht als der Erfolgreichste seiner Zeit.

Patente und Prozesse

Lange hielt man Thomas Alva Edison für den Erfinder der Glühlampe. Doch das wurde inzwischen widerlegt. Er hat die Glühlampe perfektioniert, erfunden hat sie jedoch ein anderer. 1880 ließ er die Glühlampe in den USA patentieren – zu einer Zeit, in der es dort noch kein Stromnetz gab.

Im Gegensatz zu vielen anderen Erfindern vermarktete Edison seine Erkenntnisse erfolgreich und investierte zusätzlich in die Errichtung von Stromnetzen und Kraftwerken und die Produktion von Schaltern und Kabeln.

Im Laufe der Jahre ließ Edison 1.093 Erfindungen in den USA patentieren. Bis Oktober 1910 wurden im Ausland 1.239 Patente angemeldet, 130 davon in Deutschland. Die vielen Patente machten es anderen Wettbewerbern schwer, neue Produkte zu entwickeln, ohne ein Edison-Patent zu verletzen. Immer mehr Patentprozesse wurden angestrengt, doch bis heute ist kein Fall bekannt, im dem Edison verlor.

Edison galt als skrupelloser Vermarkter seiner eigenen Erfindungen – und den Ideen anderer. Mit fragwürdigen Methoden versuchte er, die Konkurrenz vom Markt zu drängen. Seit seiner Firmengründung führte er zahlreiche Urheberrechtsprozesse gegen andere Unternehmen. Edison wurde allerdings genauso oft verdächtig, gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben.

Streit um die Glühlampe

Am bekanntesten sind die Patentstreits um die Glühlampe. Allein in den USA wurden zwischen 80 und 90 Prozesse geführt.

In Verfahren der Edison Electric Light Co. gegen die Beacon Vacuum Pump and Electric Co., die Electric Manufacturing Co. und die Columbia Incandescent Lamp Co. wurde behauptet, der aus Niedersachsen stammende Heinrich Göbel habe schon rund 30 Jahre vor Edison mit Kohlefaden-Glühlampen experimentiert.

Es kam zum „Goebel Defense“, doch auch hier gewann Edison. Wer die Glühlampe wirklich erfand, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Edison gegen Westinghouse und Tesla

Thomas Edisons Kampf gegen die Wettbewerber gipfelte im Stromkrieg mit George Westinghouse und Nikola Tesla. Edison ließ öffentlich Hunde und Katzen durch Wechselstrom töten, um dessen Gefährlichkeit zu beweisen. Im Gegensatz zu Westinghouse und Tesla war Edison vom Gleichstrom überzeugt.

Den makabren Höhepunkt erreichten seine Vorführungen, als er mit der öffentlichen Tötung des Elefanten Topsy durch Stromschlag am 04. Januar 1903 den endgültigen Nachweis erbringen wollte, dass Wechselstrom für Menschen eine Gefahr sei.

Sein Ziel, Gleichstrom für die die Einspeisung in die Stromnetze der USA populär und erfolgreich zu machen, erreichte er jedoch nicht. Westinghouse setzte sich bei der Elektrifizierung des Landes mit Wechselstrom durch. Die Tierexperimente Edisons hingegen führten zur Erfindung des elektrischen Stuhls. Er wird bis heute mit Wechselstrom betrieben.

Schlechter Unternehmer

Edison galt als mäßig erfolgreicher Geschäftsmann. Er wurde nicht in der Liste der Unternehmer-Milliardäre geführt, in der sich Zeitgenossen wie Henry Ford, Jason Gould oder John D. Rockefeller befanden. Edison war häufig nur Teilhaber seiner Firmen und konnte sie nicht nachhaltig zum Erfolg führen. Nur das spätere Unternehmen Thomas Alva Edison Inc. blieb Zeit seines Lebens im Familienbesitz.

Die Biografen Dyer und Martin schildern ihn zwar als genialen Löser technischer Probleme, sehen jedoch Defizite in seinen Unternehmensstrategien, im Fehlmanagement und Desinteresse am Tagesgeschäft.

Sorglosigkeit und Nachlässigkeit in geschäftlichen Angelegenheiten führten dazu, dass Edison mit der Verwertung seiner Elektropatente in Deutschland und England kein Geld verdiente. Mit der beginnenden Wirtschaftskrise 1929 wurde sein Vermögen in den letzten Lebensjahren vermutlich enorm geschmälert.
Thomas Alva Edison starb 1931 in West Orange im Bundesstaat New Jersey.

Phonograph erfunden, Potential unterschätzt

Die Pacific Phonograph Co. aus San Francisco erkannte 1889 das Unterhaltungspotential des von Edison erfundenen Phonographen, den dieser hauptsächlich im Büro einsetzte. Das  Unternehmen ließ um 1890 ca. 1.500 Phonographen in Kneipen, Restaurants, Eisdielen usw. aufstellen. Die Gäste konnten sich gegen Bezahlung Schläuche an die Ohren halten und Musik hören.

Schausteller in Deutschland kopierten das Geschäftsmodell, ohne dass Edison davon profitierte. Die Investition der Schausteller in die Geräte amortisierte sich rasch durch die große Beliebtheit der Phonographen, mit ihnen wurden hohe Gewinne erwirtschaftet.

Die Perfektionierung und der Erfolg der Münzphonographen und der dazugehörigen Walzen führten um 1900 zum Massengeschäft mit preiswerter Technik und mit Tonträgern für den Heimbereich. Musik wurde örtlich und zeitlich unabhängig von Konzertereignissen.

Die Verbreitung unterschiedlicher Musikstile durch den Phonograph beeinflusste die Entwicklung der populären Musik enorm. Manche Experten betrachten deshalb die Erfindung des Phonographen als Beginn der kulturellen Globalisierung von Musik, die mit der Erfindung des Buchdrucks für die Literatur gleichgesetzt wird. Beide Erfindungen führten zu einer neuen Dimension des Austauschs und der wechselseitigen Beeinflussung der globalen Kulturkreise.

Zitate von Thomas Alva Edison

„Erfolg hat nur der, der etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.“
„Ich bin nicht entmutigt, weil jeder als falsch verworfene Versuch ein weiterer Schritt vorwärts ist.“
„Die meisten Misserfolge kommen kurz vor dem Ziel.“
„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.„
„Wenn du einmal recht mutlos und niedergeschlagen bist, dann denk an Jonas. Er kam sogar aus dem Bauch des Walfisches wieder heraus.“

Bildnachweise:
rechts oben: Edison im Alter von ca. 15 Jahren (Urheber unbekannt)
links mitte: frühe Glühlampen, vorgestellt von Edison, ca. 1879 (Bild: William J. Hammer)
rechts unten: Edison mit dem Modell eines Hauses aus Beton, ca. 1911 (Bild: NPS.gov)

 

 

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