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+++ News +++ BDEW-Kongress 2022
E-Handwerke: Sanierung alter Elektroanlagen notwendig

Bei dem dreitägigen Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) war auch der ZVEH vertreten.

veralteter Schaltschrank, Bild: Marcus Retkowietz/stock.adobe.com

Drei Tage lang widmete sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) in Berlin wichtigen Zukunftsthemen wie „Digitalisierung der Stromnetze“, „Versorgungssicherheit“, „Wärmewende“ oder auch „Wasserstoff-Technologie“. Themen, die im Zuge des Ukraine-Krieges noch einmal stark an Bedeutung gewonnen haben und die für die Energiewende eine tragende Rolle spielen werden. Zu den Gästen gehörten auch hochrangige Vertreter aus Politik und Regierung, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck sowie Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr.

Auch die Elektrohandwerke waren auf dem BDEW-Kongress vertreten: Andreas Habermehl (ZVEH-Geschäftsführer Technik und Berufsbildung) nahm für die elektrohandwerkliche Organisation teil und stand am zweiten Tagungstag auch auf dem Podium. Gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern – Dr. Kai Lobo (Viessmann Group), Markus Reinhardt (Vattenfall Next Energy), Nico Schellmann (Stadtwerke Norderstedt), Dr. Ingrid Vogler (GdW – Bundesverband der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen) sowie Claudia Oberascher (BDEW) – diskutierte er unter dem Motto „Strom im Haus: auf dem Weg zum aktiven Prosumer?“ Herausforderungen der Energiewende im Gebäudebereich.

Fachkräfteproblematik verdeutlicht

Die Diskussion drehte sich dabei auch um die Frage, ob und wie die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung erreicht werden können. Andreas Habermehl verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass unbedingt die Unterstützung der Bundesregierung notwendig sei, wenn der Fachkräftemangel, der schon jetzt das Tempo der Energiewende zu drosseln drohe, nicht weiter zunehmen solle. Ein Thema, das auch die Energiewirtschaft und die Elektroindustrie betrifft, denn für die Umstellung auf erneuerbare Energien, den Einbau von Photovoltaik-Anlagen, die Installation von Ladeinfrastruktur für E-Mobilität sowie Wärmepumpen braucht es das Know-how und die Unterstützung der E-Handwerke.

Klare Botschaft: berufliche Bildung attraktiver machen

Dahingehend befragt, was getan werden müsse, um den Fachkräfteaufbau zu fördern, hatte der ZVEH-Geschäftsführer Technik & Berufsbildung denn auch eine klare Antwort parat. „Wir, beziehungsweise auch die Politik, müssen dafür sorgen, dass die berufliche Bildung einen höheren Stellenwert bekommt. Wenn jeder Abiturient heute studieren geht, weil ein Studium das höhere Ansehen genießt, werden wir die Fachkräftelücke nicht schließen können. Schon gar nicht vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Es muss sich dringend etwas in den Köpfen ändern und Handwerk muss in unserer Gesellschaft wieder als etwas Ebenbürtiges angesehen werden. Das aber gelingt nur, wenn berufliche und akademische Bildung endlich gleichgestellt werden und wenn mehr in die berufliche Bildung investiert wird!“

Werbung für den neuen Vernetzungsexperten

Zugleich machte Habermehl deutlich, dass die Branche, was die fachlichen Anforderungen für Digitalisierung und Energiewende betrifft, bestens qualifiziert und gerüstet ist, indem er auf den neu geschaffenen elektrohandwerklichen Ausbildungsberuf „Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration“ (GSI) verwies. Der zum Ausbildungsjahr 2021 gestartete „Gebäudesystemintegrator“ stellt gewerkeübergreifendes Arbeiten und die Integration und Vernetzung von Systemen in den Vordergrund und ist daher perfekt auf künftige, mit der Sektorkopplung einhergehende Aufgabenstellungen ausgerichtet.

Elektroanlagen dringend sanierungsbedürftig

Ein Anliegen war es dem ZVEH-Geschäftsführer Technik und Berufsbildung zudem, im Rahmen der Podiumsveranstaltung noch einmal auf ein Thema hinzuweisen, das bislang nach Ansicht der elektrohandwerklichen Organisation viel zu wenig im Fokus von Politik und Wohnungswirtschaft ist: die Sanierung der Elektroanlagen im Gebäudebestand. Andreas Habermehl verwies hier darauf, dass 70 % der Gebäude hierzulande über veraltete Elektroanlagen verfügen, die nicht energiewendefähig sind.

„Diese Anlagen sind nicht für die künftigen Anforderungen geeignet und kommen mit der Einspeisung von Strom durch PV-Anlagen, der Zuschaltung von Batteriespeichern, Wärmepumpen und E-Mobilität an ihre Belastungsgrenzen“, so Habermehl, der deutlich machte, dass auch das in den Aufgabenbereich der elektrohandwerklichen Betriebe falle und somit in den kommenden Jahren Fachkräfte binden werde.

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