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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
DGUV-Information 203-032 - Sicherer Betrieb mobiler Stromerzeuger auf Bau- und Montagestellen

Die DGUV-Information 203-032 stellt die Anforderungen für die Auswahl und den Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen übersichtlich zusammen und gibt Erläuterungen für den Anwender. Sie ersetzt nicht die erforderliche Betriebsanweisung vor Ort, bietet aber Unterstützung bei deren Erstellung.

Beispiel für einen Stromerzeuger der Ausführung A mit drei Steckdosen und nur einem angeschlossenen Betriebsmittel; zusätzliche Schutzmaßnahmen sind nicht erforderlich (Foto: H. Kuhnsch/ep)

Beispiel für einen Stromerzeuger der Ausführung A mit drei Steckdosen und nur einem angeschlossenen Betriebsmittel; zusätzliche Schutzmaßnahmen sind nicht erforderlich (Foto: H. Kuhnsch/ep)

Wer Bau- oder Montagearbeiten ausführen will, braucht dazu meistens auch elektrische Energie. Auf großen Baustellen werden deshalb durch Elektrofirmen bereits im Voraus die erforderlichen Baustromanlagen errichtet. Auf kleinen Baustellen sieht das meistens anders aus. Hier ist fast immer nur eine Steckdose zu finden, die die benötigten Betriebsmittel mit elektrischem Strom versorgen muss – natürlich nur dann, wenn auch die erforderlichen Zusatzschutzeinrichtungen, wie z. B. ein PRCD-S, verwendet werden.

Wenn sich aber die Baustelle weit entfernt von jeglicher „Zivilisation“ befindet, muss der elektrische Strom selbst „hergestellt“ werden. Für diesen Zweck gibt es mobile Stromerzeuger. Aber wie werden diese richtig betrieben und welche Schutzmaßnahmen müssen getroffen werden? Muss der Stromerzeuger geerdet werden, oder muss er nicht? Auf diese Fragen gab es in der Vergangenheit nur selten die richtigen Antworten und die Bedienungsanleitungen halfen auch nur selten weiter. Aus diesem Grund haben sich einige Fachleute zusammengefunden, die die „alte“ BGI 867 „Auswahl und Betrieb von Ersatzstromerzeugern auf Bau- und Montagestellen“ vom Mai 2005 überarbeitet haben. Entstanden ist die neue DGUV-Information 203-032 „Auswahl und Betrieb von (mobilen) Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen“.

Allgemeine Forderungen

Unabhängig davon, wie Stromerzeuger und dazugehörige Anlagen betrieben werden, müssen sie immer den sicherheitstechnischen Anforderungen der DGUV Information 203-006 (bisher BGI 608) „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“ genügen. Diese DGUV-Information findet keine Anwendung beim Einsatz von Netzersatzanlagen im Bereich der öffentlichen Stromversorgung.

Stromerzeuger sind für den vorgesehenen Einsatz entsprechend dem Leistungsbedarf der zu versorgenden Geräte ausreichend bemessen auszuwählen. Insbesondere sind beim Betrieb von Frequenzumrichter-gesteuerten Antrieben (FU), z. B. Krane, Aufzüge, Winden, die Empfehlungen der Hersteller zu beachten. Details lassen sich im Anhang 6 „Belastungsgrenzen eines Generators beim Betrieb von Baugeräten mit Frequenzumrichter“ der DGUV-Information 203-032 nachlesen.
Die Bedienungsanleitung des Herstellers und die Betriebsanweisung des Betreibers müssen am Verwendungsort vorhanden sein und sind zwingend zu befolgen. Der Betrieb von Stromerzeugern ist in der Gefährdungsbeurteilung des Unternehmens zu berücksichtigen. Je nach Anwendung sind entsprechende Schutzmaßnahmen vorzusehen. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen müssen immer vor der ersten Inbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft festgelegt werden. Hier ist auch zu bestimmen, ob für den weiteren Betrieb eine Elektrofachkraft erforderlich ist. Vor der Benutzung der Stromerzeuger müssen die Verwender in die Bedienung eingewiesen werden.

Stromerzeuger müssen mit einem Typschild versehen sein, auf dem mindestens nachfolgende Angaben dauerhaft und deutlich erkennbar angebracht sind:

  • Name oder Kennzeichen des Herstellers
  • Typbezeichung
  • Fertigungs- und Seriennummer/Baujahr
  • Bemessungsleistung (kVA/kW)
  • Bemessungsspannung (V)
  • Bemessungsstrom (A)
  • Bemessungsfrequenz (Hz)
  • Betriebsart
  • Schutzart (IP-Code)
  • Umgebungstemperaturbereich (°C)
  • Bei Geräten mit einer Bemessungsleistung >10 kVA zusätzlich Bemessungsleistungsfaktor.

Transportable Stromerzeuger müssen mit Tragevorrichtungen ausgerüstet sein. Ab einer Gesamtmasse von 50 kg müssen Anschlagpunkte vorhanden sein, damit das Gerät auch mit einem Kran umgesetzt werden kann. Stromerzeuger müssen zur uneingeschränkten Verwendung im Freien geeignet sein. Entsprechen sie nicht mindestens der Schutzart IP 54, ist z. B. eine Einhausung erforderlich. Prinzipiell muss man sich immer Gedanken um den Aufstellort des Stromerzeugers machen. Da beim Betrieb giftige Abgase entstehen, kommt eine Verwendung in geschlossenen Räumen nur dann in Frage, wenn die Abgase über eine Abgasanlage ins Freie geführt werden. Das Betanken eines mit Benzin betriebenen Stromerzeugers darf nur im Stillstand erfolgen, damit die Gefahr eines Brandes minimiert wird.

Nach den gesetzlichen Regelungen muss der Stromerzeuger mit einem CE-Zeichen gekennzeichnet sein. Weiterhin wird empfohlen, nur Stromerzeuger mit GS-Zeichen zu verwenden.

Technische Ausführungen von Stromerzeugern

An den meisten Stromerzeugern ist eine Anschlussklemme oder -schraube zu finden, die in der Regel mit dem Symbol

 

gekennzeichnet ist. Dieser Anschluss mit dieser Kennzeichnung führt in der Praxis oftmals zu Verwirrung oder ist teilweise sogar falsch.
Meistens ist dieser Anschluss gar kein Erdungsanschluss, sondern ein Potentialausgleich, welcher mit dem Symbol 

gekennzeichnet werden muss. Für den Anwender stellt sich stets die Frage, ob er an diesem Anschluss den Stromerzeuger erden muss. Oftmals ist auf der „Erdungsschraube“ eine Flügelmutter angebracht, welche die Unsicherheit noch verstärkt.

Die Bedienungsanleitungen der Stromerzeuger helfen häufig auch nicht weiter, da hier meistens nur zu lesen ist, dass der Stromerzeuger aus „Sicherheitsgründen“ zu erden ist. Aber aus welchen „Sicherheitsgründen“ diese Forderung hervorgeht, wird leider nicht beschrieben. Die Frage, die der Betreiber eines Stromerzeugers stellen muss, lautet also nicht „Muss ich den Stromerzeuger erden?“ sondern:

„Welche Schutzmaßnahme muss ich treffen, um den Stromerzeuger sicher betreiben zu können?“

Bei handelsüblichen Stromerzeugern bis ca. 10 kW kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um Stromerzeuger mit Schutzpotentialausgleich handelt, die nicht geerdet werden müssen. Eine Erdung hat in diesem Fall keinen Einfluss auf den Betrieb und die Schutzmaßnahme. Bei Stromerzeugern mit Leistungen größer als 10 kW ist häufig der Sternpunkt des Generators (Neutralleiter) mit dem Schutzleiter (PE) verbunden. Dadurch wird ein Stromversorgungsnetz im TN-System erzeugt, das zwingend durch eine Elektrofachkraft geerdet werden muss. Somit unterscheiden wir bei den Stromerzeugern zwischen Geräten, welche mit und welche ohne Elektrofachkraft in Betrieb genommen werden können.

Um die erforderlichen Schutzmaßnahmen auswählen zu können, muss vor der ersten Inbetriebnahme des Stromerzeugers geklärt werden, welche technische Ausführung vorliegt. Ist dieser Sachverhalt nicht aus der Bedienungsanleitung zu entnehmen, muss er beim Hersteller erfragt oder durch eine Elektrofachkraft festgestellt werden. Prinzipiell ist also zu unterscheiden zwischen Stromerzeugern mit Schutzpotentialausgleich oder Erdungsanschluss. In dem Zusammenhang erfährt man auch, welchen Verwendungszweck die angesprochene Erdungs- bzw. Potentialausgleichs-Anschlussklemme hat.

Autor: H. Kuhnsch

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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