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Betriebsführung und -Ausstattung | Betriebsführung | Betriebsorganisation

Rechnungen an Kunden

Korrekt, fair und transparent
ep9/2020, 3 Seiten

Eine Handwerkerrechnung kann für den Kunden zum Ärgernis werden, wenn er mit einzelnen Positionen nicht einverstanden ist. Grundsätzliche Probleme entstehen, wenn der Rechnungsbetrag aufgrund von zusätzlich notwendigen Arbeiten höher ausfällt als das Angebot. Oft lässt sich das nicht vermeiden, dann ist aber Transparenz angesagt – noch vor Beginn der zusätzlichen Arbeiten.


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Rechnungsreklamationen sind auch für das Elektrohandwerk sehr unangenehm und führen zu lästigen Diskussionen oder Recherchen des Kunden im Internet über seine Rechte. Zudem bleibt die Rechnung des Handwerkers liegen, oder der Kunde zahlt bis zur Klärung nur einen Teil. Oder gar nichts. Findet der Kunde in der Rechnung eine Unklarheit oder einen einzigen Fehler, sucht er nach weiteren und verliert das Vertrauen.

Fahrtkosten im Blickpunkt

Die Position „Fahrtkosten“ fällt Kunden besonders auf, obwohl es sich im Vergleich zu anderen Rechnungspositionen um Kleinbeträge handelt. Die Berechnung der Anfahrtskosten sollte grundsätzlich schon im Angebot detailliert aufgeführt sein. Meist verzichtet der Anbieter auf die genaue Fahrtkostenreglung, um den Auftragserhalt nicht zu gefährden. Viele Betriebe rechnen Pauschalen nach Fahrzonen ab. Für Kunden ist das nicht so leicht nachvollziehbar und erscheint nicht immer gerecht. So kann der Kunde, wenn er in der Fahrtzone 1 liegt, die bis 20 km geht, mehr zahlen als bei einer individuellen Abrechnung. Je nach Pauschale und Fahrtzone wird dann für 10 km mehr abgerechnet als die üblichen 0,30 Euro. Die meisten Betriebe berechnen mehr als den steuerlichen Satz von 0,30 Euro. Das sollte im Angebot stehen, damit es später bei sensiblen Kunden nicht aufstößt und zu Rückfragen kommt. Die Berechnung von Parkkosten kann der Kunde verweigern, wenn das vorher nicht abgesprochen ist.

Es wirkt zwar großzügig, wenn in Ausnahmefällen die Fahrtkosten nicht berechnet werden, es besteht dann meist der Verdacht des Kunden, dass sie bei den anderen Posten hineinkalkuliert sind.

Steht die Fahrtkostenreglung im Angebot oder in den AGB, wird es für den Kunden schwierig, hinterher zu reklamieren. Muss ein Umweg wegen einer Baustelle oder einem Unfall gefahren werden, sollte man die zusätzliche Kilometerzahl aus Kulanzgründen nicht berechnen. Fahrtzeiten mit dem gleichen Satz wie die Arbeitszeiten ab zu rechnen, ist unüblich und schwer zu vermitteln, auch wenn der Kunden vor informiert wird. Weil die Formel „Fahrtzeit = Arbeitszeit“ meist nicht in der AGB steht, kommt es bei der Rechnung zu Diskussionen.

Fährt ein Handwerker nacheinander mehrere Kunden an, dann müssten die Fahrtkosten unter den Kunden aufgeteilt werden. Das ist von Kunden kaum nachprüfbar, wenn aber der Verdacht besteht, wirkt sich das aufs Image nicht gut aus. Kunden wissen, dass am Material und den Löhnen verdient wird, sehen aber nicht ein, dass der Handwerker die Fahrtkosten kalkuliert und auch daran verdient. Einige Handwerksunternehmen berechnen auch die Zeit, die sie benötigen, um das Fahrzeug zu beladen (Ladezeiten). Unzulässig ist dies, wenn es sich um „übliche Werksutensilien“ handelt. Aufwändige Rüstzeiten sollten auch im Angebot vermerkt sein und auf der Rechnung getrennt aufgeführt werden.


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(Quelle: HUSS-MEDIEN GbmH)

Autor
  • R. Leicher
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