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Installationstechnik | Fachplanung | Elektrotechnik

Realisierung komfortabler EIB-Funktionen

ep7/2001, 3 Seiten

Sicherheit und Komfort im Zeitalter der modernen Elektrotechnik werden heute stärker denn je vom Kunden verlangt. Dabei spielt es keine Rolle, ob im gewerblichen oder im privaten Bereich. Entscheidend ist, dass möglichst viele Funktionen durch den EIB von einer oder mehreren Stellen im Raum realisiert werden können. Es wird ein neuer Tastsensor vorgestellt und eine

praxisnahe Einführung in seine Programmierung gegeben.


Entwicklung der EIB-Tastsensoren EIB-Tastsensoren haben sich in den letzten Jahren zu multifunktionalen Bedienelementen entwickelt. Beispielsweise werden nicht nur Tast- oder Schaltfunktionen realisiert sondern auch Raumtemperaturregler, Infrarotschnittstellen oder Anzeigedisplays integriert. Tastsensoren haben zwei Bedingungen zu erfüllen. Einerseits sollen sie sich in ein vorhandenes Schalterprogramm harmonisch einfügen und andererseits ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis erzielen. Das Design und die Leistungsfähigkeit der am derzeitigen Markt angebotenen Tastsensoren ist in verschiedenste Richtungen ausgelegt. Anhand des Tastsensor 2 wird nachfolgend ein möglicher Weg für die Realisierung komfortabler EIB-Funktionen aus „einer Dose“ aufgezeigt. Seit Bestehen des EIB sind verschiedenste Formen von Tastsensoren mit unterschiedlichster Bedienphilosophie entstanden. Am Anfang wurde die Bedienung der Tastsensorwippen an das konventionelle Bedienkonzept angelehnt. Aber schon in den ersten Monaten nach Markteinführung zeigte sich, dass diese Art der Bedienung aus „einer Dose“ ohne Beschriftung der 4 Wippen für den Kunden nur schwer möglich war. Das neue Konzept hieß von nun an beschriftbare Wippen mit einer anderen Art der Bedienung. Die jetzt quer liegenden Wippen wurden rechts und links bedient. Es entstanden die verschiedensten Ausführungen je nach gefordertem Schalterdesign. Mit dem Tastsensor 2 hat die Fa. Gira, Radevormwald, ein EIB-Bedienelement für ihr System 55 entwickelt. Innovationen des Tastsensor 2 Der Tastsensor 2 fügt sich als Einsatz 55 x 55 mm in das System 55 ein und kann dadurch mit vier verschiedenen Schalterprogrammen kombiniert werden. Sein hinterleuchtetes Beschriftungsfeld (Vorbild Handybeleuchtung) ermöglicht eine gute Lesbarkeit im Dunkeln (Bild ). Die Wippenoberfläche ist durch das sogenannte Inmould-Verfahren veredelt. Die Wippenoberteile bestehen aus einer Kombination von Folie mit Kunststoff, der fest mit durchsichtigem Plexiglas verbunden ist. Dadurch entsteht eine nahezu kratzfeste Oberfläche. Jede Wippe verfügt über zwei LED zur Statusanzeige und kann sowohl links und rechts als auch mittig (Varianten mit Controller) bedient werden. Unmittelbar über bzw. auf den LED sind haptische Bedienpunkte (relief-artige plastische Orientierungspunkte) aufgebracht, die ein besseres „Erfühlen“ der Wippe möglich machen. Unter den Wippen befindet sich ein mechanischer Diebstahlschutz. Dazu wird der Tastsensor mit dem Tragring des Busankopplers verschraubt. Zusätzlich kann der Sensor bei Abzug vom Busankoppler einen Alarm auf den EIB melden. Den Tastsensor 2 gibt es in den kombinationsfähigen Ausführungen 1fach und 3fach. Für die Varianten 2fach, 4fach und 6fach wird ein sogenannten 2fach Rahmen ohne Mittelsteg angeboten, der eine Bedienoberfläche ohne Unterbrechung schafft (Bild ). Alle Varianten des Tastsensor 2 benötigen nur einen Busankoppler (BCU 1), wodurch die Kosten gesenkt werden. Die Wippen sind mit einem durchgängigen Beschriftungsfeld ausgestattet. Auch bei den 3fach-Varianten gibt es keine Einzelbeschriftungsfelder mehr. Insgesamt hat der Tastsensor 2 eine geringere Bauhöhe im Vergleich zu seinen „Vorgängern“. Systemüberblick und Kombinationsmöglichkeiten Den Tastsensor 2 gibt es in der Ausführung mit Controller bzw. ohne Controller. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Ausführungen besteht in der Funktionalität der Wippen und der Vielfalt der Bedienmöglichkeiten. In den folgenden Abschnitten wird noch näher darauf eingegangen. Weiterhin gibt es mehrere Möglichkeiten, den Tastsensor 2 in das System 55 zu integrieren. Zum einen kann man die kombinationsfähigen Varianten 1fach und 3fach ohne weiteres zusammen mit konventionellen Geräten (z. B. Steckdosen) in das System 55 in die Rahmen 1 bis 5fach einfügen (Bild ). Zum anderen gibt es die Möglichkeit die nicht kombinationsfähigen Varianten 2fach, 4fach und 6fach als „Stand-allone-Gebäudesystemtechnik Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 7 554 Realisierung komfortabler EIB-Funktionen T. Sandebeck, Berlin Sicherheit und Komfort im Zeitalter der modernen Elektrotechnik werden heute stärker denn je vom Kunden verlangt. Dabei spielt es keine Rolle, ob im gewerblichen oder im privaten Bereich. Entscheidend ist, dass möglichst viele Funktionen durch den EIB von einer oder mehreren Stellen im Raum realisiert werden können. Es wird ein neuer Tastsensor vorgestellt und eine praxisnahe Einführung in seine Programmierung gegeben. Dipl.-Ing. Torsten Sandebeck ist als Vertriebsingenieur bei der Fa. Gira, Radevormwald tätig. Autor Tastsensor 2 mit Hintergrundbeleuchtung Durch einen 2fach-Rahmen ohne Mittelsteg wird eine durchgängige Bedienoberfläche geschaffen Der Tastsensor 2 lässt sich in alle Schalterprogramme im System 55 integrieren Geräte“ in die dazu passenden 2fach Rahmen ohne Mittelsteg einzupassen. Bei der Installation der Varianten ohne Mittelsteg ist zu beachten, dass der Busankoppler sich grundsätzlich hinter dem oberen Teil des Tastsensors befindet. Normalerweise verleiht der 2fach Rahmen ohne Mittelsteg dem gesamten Tastsensor die nötige Stabilität und Festigkeit auf glatten Untergründen. Wer jedoch ganz sicher gehen möchte, kann den unteren Teil des Tastsensors zusätzlich mit zwei Schrauben verankern. Applikationen ohne Controller Zu den Varianten des Tastsensor 2 ohne Controller zählen die Ausführungen 1fach, 2fach und 3fach. Sie besitzen die gleiche Funktionalität wie die bereits existierenden Tastsensoren des Herstellers. Die Versionen 1fach und 3fach sind in folgenden Softwarevarianten mit der ETS2 programmierbar: - Schalten mit Statusanzeige (rote LED) - Schalten mit Telegrammempfangsbestätigung (rote LED) - Dimmen - Jalousie- und Rolladensteuerung - Dimmwertgeber 1Byte - Abruf der Lichtszenen des Lichtszenen-Tastsensors. Der Tastsensor 2 2fach hat zusätzlich zu den eben genannten Applikationen noch zwei weitere Möglichkeiten: - Schalten und Jalousie- und Rolladensteuerung (Wippen frei konfigurierbar) - Schalten und Dimmen (Wippen frei konfigurierbar). Das Beschriftungsfeld ist beleuchtbar im Sinne der Arbeitsstättenverordnung. Darüber hinaus können alle drei genannten Tastsensoren auf einen Funkwandsendereinsatz gesteckt werden und sind somit in das Gira-Funkbussystem integrierbar. Applikationen mit Controller Zu den Varianten mit Controller zählen die Ausführungen 3fach, 4fach und 6fach. Sie besitzen eine völlig neue Funktionalität im Gegensatz zu den bekannten Tastsensoren. Die Wippen sind multifunktional frei konfigurierbar. Sie führen auf Tastendruck folgenden Befehle aus: - Schalten mit Statusanzeige (rote LED) - Schalten mit Telegrammempfangsbestätigung (rote LED) - Dimmen - Jalousie- und Rolladensteuerung - Einflächenbedienung (mittiges Betätigen der Wippen) - Tastfunktionen wie z. B. umschalten (toggeln) - Wertgeber 1Byte, 2Byte und Lichtszenennebenstelle - Universalwertgeber 1Byte (kontinuierlicher Durchlauf zwischen Start- und Zielwert) - tastenbezogenes Dimmen (je Wippenhälfte eine Dimmfunktion) - Alarmmeldung bei Abzug vom Busankoppler - Sperrung einzelner Tasten oder Wippen. Die Beschriftungsfeldbeleuchtungkannüber ein Objekt ein- bzw. ausgeschaltet werden. Beispiel einer Parametrierung in der ETS Anhand der Variante 3fach mit Controller soll nachfolgend die Funktionalität der Applikation näher erläutert werden. Es wird dabei vor allem auf die neuen Funktionen und Möglichkeiten und deren Parametrierung eingegangen. Nach dem Einfügen des Gerätes in die entsprechende Linie gelangt man über einen Doppelklick per Mouse auf das Gerät in das Gerätefenster des Tastsensors. Dort findet man nicht wie gewohnt mehrere Applikationen sondern nur noch eine einzige. Allein über die Parameter wird die Einstellung der Tasten bzw. der Wippen bestimmt. Das vereinfacht unnötiges Suchen nach der „optimalen“ Variante für die späteren Funktionen und außerdem können nachträgliche Änderungswünsche des Kunden schneller umgesetzt werden. Öffnet man das Parameterfenster (Bild ), so findet man zunächst 9 Karteireiter zur Einstellung der einzelnen Tasten- bzw. Wippenfunktionen. Je nach gewählter Funktion ändern sich auch die Namen der Kommunikationsobjekte und die Objekttabelle des Tastsensors (dynamische Objektstruktur). Darüber hinaus können Tasten- bzw. Wippenfunktionen kombiniert werden. Grundsätzlich sind folgende Einstellungen möglich: · freie Zuordnung der Funktionen Schalten/Tasten, Dimmen, Jalousie, Wertgeber/Lichtszenennebenstelle, Analogwertgeber und Universalwertgeber EIS6 (1Byte) zu den 6 Tasten oder 3 Wippen · Statusanzeige oder Betätigungsanzeige über 6 rote LED · wenn Tasten bzw. Wippen mit keiner Funktion belegt sind, können die Status-LED über Objekte angesteuert werden (z. B.: nicht genutzte LED erfüllen eine Art Tableauanzeigefunktion) · automatische Abschaltung der Beleuchtung des Beschriftungsfeldes ist parametrierbar, d. h. nach Betätigen der Wippen bzw. Tasten schaltet sich die Beleuchtung ein und nach einstellbarer Zeit automatisch aus · Beschriftungsfeldbeleuchtung ist über ein Objekt schaltbar (z. B.: Beleuchtung wird erst mit einsetzender Dämmerung aktiviert) · Sperren von einzelnen Tasten bzw. Wippen, d. h. die Sperrung kann durch Senden eines Ein-Telegramms oder eines Aus-Telegramms über den Bus an das Sperrobjekt aktiviert bzw. deaktiviert werden (z. B.: nur bestimmte Wippen stehen in einem Konferenzraum nach Beginn eines Vortrags zur Verfügung, damit eine eingestellte Lichtszene nicht wieder verstellt wird) · Alarmmeldung nach Abziehen des Tastsensors vom UP-Busankoppler parametrierbar (entweder wird 1Bit oder 1Byte auf den Bus gesendet und löst eine gewünschte Aktion aus) Gebäudesystemtechnik Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 7 555 Parameterfenster in der ETS 2 Auswahl von Wippen- bzw. Tastenfunktion Neben den bekannten Grundeinstellungen, sollte man sich entscheiden, welche Betätigungsart man auswählen möchte. Das heißt, man entscheidet, ob für die einzelnen Wippen eine sogenannte Wippenfunktion oder eine Tastenfunktion in Frage kommt (Bild ). Man sollte stets darauf achten, dass nur bestimmte Funktionalitäten unter der jeweiligen Betätigungsart machbar sind. Die Funktionen „Wertgeber/Lichtszenennebenstelle“ und „Analogwertgeber“ sind nur bei der Tastenfunktion möglich. Die Funktion „Universalwertgeber“ kann nur über die Wippenfunktion aktiviert werden. Alle anderen bekannten Funktionen wie z. B. Schalten, Dimmen und Jalousie können sowohl in der Wippenfunktion als auch in der Tastenfunktion betrieben werden. Neue Möglichkeiten eröffnen sich durch Analogwertgeber und Universalwertgeber. Mit dem Analogwertgeber ist man in der Lage, Solltemperaturwerte von 0 °C bis 40 °C, Helligkeitswerte von 0 Lux bis 1500 Lux oder Ganzzahlwerte von 0 bis 65535 in einer vorgewählten Schrittweite auf den Bus zu senden. Das heißt, durch einen langen Tastendruck (> 5 s) ist eine Verstellung des zu sendenden Wertes nach oben oder unten möglich. Nach Loslassen der Taste bleibt der zuletzt gesendete Wert gespeichert. Beim nächsten langen Tastendruck ändert sich die Richtung der Wertverstellung. Beispiel: Von einer zentralen Stelle im Gebäude kann in ausgewählten Räumen das Solltemperaturniveau erhöht werden, ohne die einzelnen Stetigregler vor Ort verstellen zu müssen. Parametrierung eines Analogwertgebers Unter dem Reiter „Betätigung“ wird die Tastenfunktion aktiviert. Danach wählt man unter der jeweiligen Taste den gewünschten Wertgebertyp aus und gibt, falls gefordert, die Wertverstellung mit der entsprechenden Schrittweite vor (Bild ). Die Status-LED ist standardmäßig auf „Betätigungsanzeige“ eingestellt. Das bedeutet, dass bei einer Werteverstellung über den langen Tastendruck die LED der betätigten Taste und die der gegenüberliegenden Taste blinken (ca. 3 Hz). Zum Abschluss wird die Gruppenadresse in das entsprechende Objekt des Tastsensors eingetragen. Parametrierung eines Universalwertgebers Der Universalwertgeber kann ein 8Bit-Telegramm vom Wert 0 bis 255 auf den Bus senden. In Abhängigkeit der eingestellten Parameter kann entweder der gesamte Wertebereich durchlaufen werden oder an einer beliebigen Stelle gestoppt werden. Beispiel: Mehrere Lichtstimmungen einer Gruppe sind über eine Wippe abrufbar oder eine Lauflichtfunktion ist möglich. Um diese Funktion zu aktivieren, wird in der ETS 2 beim Reiter „Betätigung“ die Wippenfunktion aktiviert. Danach wählt man die ausgesuchte Wippe und stellt die Funktion „Universalwertgeber“ ein. Nun öffnen sich automatisch die weiteren Parameter zur Einstellung des Wertebereichs (Bild ). Bei der Einstellung der Werte muss folgendes Verhältnis gewahrt sein: Startwert < Stützwert < Zielwert. Sonderfunktionen Der Parameter „Reaktion auf Tastendruck“ gibt vor, ob der gesamte Wertebereich bei Tastendruck durchlaufen oder der Durchlauf mit einem ersten Drücken gestartet und mit dem zweiten Drücken gestoppt wird. Die Anzeige der Status-LED wird unter dem jeweiligen Reiter der zugewiesenen Wippe aktiviert. Sind alle Parameter eingestellt, folgt die Zuweisung der Gruppenadressen. Eine weitere Sonderfunktion bietet der Tastsensor mit dem „Eintastendimmen“. Damit ist es möglich, je Taste bzw. je Wippenhälfte eine Lichtgruppe zu schalten und zu dimmen. In unserem Fall ist also eine unabhängige Ansteuerung von 6 Gruppen verteilt über 3 Wippen realisierbar. Parametereinstellung Unter dem Reiter „Betätigung“ wird die Funktion „Tasten“ aktiviert. Als nächstes folgt die Einstellung der eigentlichen Funktion „Dimmen“ unter dem jeweiligen Reiter der zugewiesenen Taste. Nach Auswahl der Funktion werden die Parameter automatisch vorgegeben. Danach werden die Gruppenadressen in die Objekte eingetragen und damit sind alle notwendigen Einstellungen erfolgt. Oftmals kommt es in der Praxis vor, dass aus Unkenntnis der Funktionsweise eines Tastsensors bei der Wippenbetätigung immer die Wippenmitte gedrückt wird. Das Ergebnis kann entweder eine Fehlfunktion sein oder der Tastsensor reagiert gar nicht auf den Befehl. Wünscht der Kunde z. B. beim Dimmen keine „Rechts-/Links-Bedienung“, so stellt man für diese Wippe im entsprechenden Reiter die Funktion Dimmen ein, belegt die Tastenfunktion mit „links = UM, rechts = UM“ und erhält einen zusätzlichen Parameter, der es nun ermöglicht, die Einflächenbedienung zuzulassen. Nun werden die entsprechenden Gruppenadressen in die Objekte eingetragen. Zum Schluss sei noch gesagt, dass bei Wippenfunktion immer ein Statusobjekt zur Verfügung steht und als Reiter „Status Wippe“ angezeigt wird. Damit lassen sich Rückmeldungen z. B. von Aktoren anzeigen. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass es nun bei der Funktion Jalousie möglich ist, die Status-LED zur Information zu nutzen, ob ein Windalarm vorliegt oder nicht. So ist der Nutzer bei der Nichtfunktion der Jalousie darüber informiert, dass kein Defekt vorliegt, sondern der Wind zu stark ist. Gebäudesystemtechnik Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 7 556 Parametrierung eines analogen Wertgebers Parametrierung eines Universalwertgebers

Autor
  • T. Sandebeck
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